Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade des Rathauses
- Wappen über den Fenstern
- Platz vor dem Rathaus
Die Geschichte des Ortes
Am fünfzehnten und sechzehnten April neunzehnhundertdreizehn wurde im Rathaus an der Ostseite dieses Platzes darüber entschieden, ob Podgórze eine eigenständige Stadt bleiben würde. Fünfundzwanzig Stadträte stimmten für den Zusammenschluss mit Krakau, sechs dagegen.
Podgórze hatte damals einen eigenen Bürgermeister, einen Rat, ein Wappen, Betriebe und einen Haushalt. Den Platz nannte man Hauptmarkt, um ihn vom heutigen Bohaterów-Getta-Platz (früher Kleiner Markt, später Zgody-Platz) zu unterscheiden. Das polnische Wort „rynek“ bedeutet auch zentraler Handelsplatz. Der Ort wurde am Schnittpunkt der Straßen nach Krakau, zu den Salzbergwerken von Wieliczka und in Richtung Kalwaria Zebrzydowska gewählt. Dienstags und freitags kamen Händler hierher; der Markt sicherte den Besitzern von Läden und Gasthöfen sowie den städtischen Abgaben Einnahmen. Als Podgórze wohlhabend wurde, errichtete der Rat hier ein geräumiges Rathaus mit Sitzungssaal.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verfügte Franciszek Maryewski über diesen Saal – der letzte Bürgermeister von Podgórze, der für die Selbstständigkeit der Stadt oder wenigstens für vorteilhafte Bedingungen des Zusammenschlusses eintrat. Er kam als Kassierer zu den Mühlen des Industriellen Maurycy Baruch, wurde danach Direktor der Betriebe, saß mehr als dreißig Jahre im Stadtrat und hatte fünfzehn Jahre lang den Bürgermeisterstuhl inne. Mit dem Verlust der Selbstständigkeit von Podgórze verschwand auch das Amt, zu dem ihn seine gesamte Laufbahn geführt hatte.
Den Zusammenschluss betrieb Juliusz Leo, der Präsident von Krakau, der Land für die Erweiterung der übervölkerten Stadt benötigte, die von einem Ring österreichischer Befestigungen eingeschlossen war. Podgórze besaß Industriebetriebe, Steinbrüche und freie Grundstücke. Im Jahr neunzehnhundertelf antwortete der hiesige Rat mit einer Ablehnung: Die Stadträte waren der Ansicht, Wirtschaft und Interessen der Einwohner ließen sich nur bei vollständiger Selbstständigkeit schützen.
Maryewski setzte die Verhandlungen fort. Er verlangte Sitze für die Einwohner von Podgórze im gemeinsamen Stadtrat, eine Abteilung des Rathauses am rechten Ufer, den Erhalt der Einrichtungen, Unterstützung für den örtlichen Handel und die Industrie, Straßenbeleuchtung und eine Straßenbahnverbindung mit Krakau. Der ausgehandelte Vertrag umfasste einundsiebzig Artikel. Nach der namentlichen Abstimmung wurde er am siebten Juni neunzehnhundertdreizehn unterzeichnet.
Am ersten Juli neunzehnhundertfünfzehn wurde Podgórze zum zweiundzwanzigsten Stadtbezirk von Krakau. Maryewski zog in den Krakauer Rat ein und erhielt den Posten des vierten Stellvertreters des Stadtpräsidenten, schied jedoch ein Jahr später aus. Das Rathaus war nicht länger die Verwaltung einer eigenständigen Stadt.
Eine der Vertragsbedingungen betraf eine zweigleisige Straßenbahnlinie. Im Jahr neunzehnhundertsiebzehn richtete man auf dem Platz eine Straßenbahnwendeschleife ein und entfernte den Handel von hier. Die Schleife wurde später abgebaut, doch der Markt kehrte nicht zurück.
Im Haus Nummer eins befinden sich heute das städtische Amt für Architektur und der Rat des dreizehnten Stadtbezirks Podgórze. Über ihren Fenstern ist das Wappen der Stadt erhalten geblieben, deren Selbstständigkeit in dem Saal hinter dieser Fassade aufgehoben wurde.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Platz; Veranstaltungen, Märkte und kirchliche Aktivitäten bitte gesondert prüfen.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein belebter städtischer Platz mit Verkehr und Passanten. Suchen Sie sich zum Anhören einen ruhigen Ort abseits der Fahrbahn und versuchen Sie nicht, die nicht erhaltenen Tore als eigenständiges Objekt zu suchen.
