Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fünf offene Säle des Harems
- Die runde Erhöhung im Empfangshof
- Fugen im Ziegelmauerwerk
- Datierte Majolika des Gerichtshofs
Die Geschichte des Ortes
Im Inneren von Tasch Hauli folgen die Höfe aufeinander, und jeder hatte seinen eigenen Ablauf. Im Haremsteil sind fünf offene Säle erhalten, im Empfangshof eine runde Plattform für das Zelt von Gästen aus den Nomadenlagern, und der Gerichtshof ist von verschlungenen Durchgängen durchzogen. Der Ort entstand schrittweise, deshalb sind in den Ziegelmauern die Fugen verschiedener Mauerwerksabschnitte zu sehen; auch die Majolika und die marmornen Säulenbasen erinnern an einzelne Etappen dieser Arbeit.
Alla Kuli Khan, der Herrscher von Chiwa, setzte den Bauleuten für die neue Residenz eine Frist von zwei Jahren. Er wählte den östlichen Teil der Itchan-Kala, wo sich nahe Palwan-Darwaza ein neuer Handelsknotenpunkt herausbildete. In einem ummauerten Komplex sollten die Familie des Khans, der Empfang von Gesandten und das Gericht Platz finden. Der Name Tasch Hauli bedeutet „Steinhof“; seine fensterlosen Außenmauern sind aus gebrannten Ziegeln errichtet und ähneln den Mauern eines befestigten Gutshofs.
Als Erster nahm Meister Nurmuhammad die Arbeit auf – „Usta“ bedeutet hier Meister, und Nurmuhammad galt als der beste Baumeister Choresmiens. Er sollte ein unebenes Grundstück inmitten enger Straßen in einen Palast mit getrennten Höfen und Übergängen verwandeln. Nach einer mit Tasch Hauli verbundenen Geschichte weigerte sich der Meister, Unmögliches zu versprechen: In zwei Jahren lasse sich ein solcher Komplex nicht errichten. Alla Kuli Khan befahl, ihn zu pfählen.
Diese Hinrichtung sollte als Überlieferung gelten, nicht als unbestreitbar belegtes Ereignis. Spätere Forscher schrieben die Erzählung dem chiwanischen Historiker Munis zu, doch Munis starb im Jahr achtzehnhundertneunundzwanzig, und der Bau begann erst achtzehnhundertdreißig. Der Streit selbst über die Frist gibt jedoch die Lage des Meisters bei einem Auftrag des Khans genau wieder: Sein Handwerk ernährte ihn, doch seine fachliche Einschätzung konnte ihn das Leben kosten.
Nach Nurmuhammad übernahm Meister Kalandar Chiwaki den Bau. Gemeinsam mit choresmischen Meistern arbeiteten hier Tausende Unfreie. Auch nach der Hinrichtung seines Vorgängers brauchte Kalandar etwa acht Jahre. Zuerst war bis zum Jahr achtzehnhundertzweiunddreißig der Harem fertig: Fünf getrennte offene Säle waren für den Khan und vier Ehefrauen bestimmt, die Räume am Rand für Verwandte, Konkubinen und Dienerschaft. Danach entstand der Empfangsbereich. Auf die runde Erhöhung in der Mitte seines Hofes stellte man ein Zelt, wenn der Khan Gäste aus den Nomadenlagern empfing. Zuletzt, im Jahr achtzehnhundertachtunddreißig, vollendete man den Gerichtshof mit verschlungenen Durchgängen für Wachen und Verurteilte.
Die Abfolge der Arbeiten hat sich im Palast selbst erhalten. Die verschiedenen Bauphasen zeigen sich an den Fugen des Ziegelmauerwerks. Auf dem marmornen Sockel einer Säule im Raum des Khans steht die Jahreszahl achtzehnhundertzweiunddreißig. In der Majolika des Gerichtshofs stehen achtzehnhundertachtunddreißig und der Name des Fliesenmeisters Abdulla Dschin. Zwischen diesen Inschriften liegen sechs Jahre – über die Frist hinaus, gegen die Nurmuhammad der Überlieferung nach Einwände erhob.
Praktisch vor Ort
Museums-Palastkomplex; die Auswahl der geöffneten Höfe verändert sich wegen Konservierungsarbeiten und Veranstaltungen. Prüfen Sie den Zugang am Tag Ihres Besuchs.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn die Höfe geöffnet sind, gehen Sie sie in der festgelegten Reihenfolge durch und überschreiten Sie für Details der Ausstattung nicht die Absperrungen.
