Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bretterwand
- Eisernes Bett
- Liege
- Balken im Hausflur
Die Geschichte des Ortes
Seit dem Jahr zweitausendfünf bewahrt das Jelabugaer Museumsreservat dieses alte Haus in Jelabuga: Die Anordnung der Räume und die häusliche Einrichtung wurden hier nach den Erinnerungen des Enkels der früheren Hausherren wiederhergestellt. Hinter der Bretterwand stehen ein eisernes Bett und eine Liege, und im Hausflur ist ein Balken erhalten geblieben; daneben ließ man Gegenstände der Familie, die früher hier lebte. Die literarische Biografie der Dichterin ist im benachbarten Museum zusammengestellt, diese Räume aber bewahren die Erinnerung an das Haus selbst.
Am einundzwanzigsten August neunzehnhunderteinundvierzig führte ein Vertreter des Stadtsowjets von Jelabuga, der Evakuierte unterbrachte, eine Gruppe Moskauer zu diesem Haus. Das Haus gehörte dem Schmied Michail Brodelschtschikow und seiner Frau Anastassija Brodelschtschikowa, die mit feinen Näharbeiten auf Bestellung Geld verdiente.
Unter den Ankommenden war Marina Zwetajewa — eine Dichterin, die für sich und ihren sechzehnjährigen Sohn Georgi eine Unterkunft und irgendeine Verdienstmöglichkeit brauchte. Ihr Mann und ihre erwachsene Tochter befanden sich in Haft; in die Evakuierung war Zwetajewa nur mit ihrem Sohn gefahren. Anastassija Brodelschtschikowa erinnerte sich später, die neue Mieterin sei als Erste ins Haus gegangen, habe sich auf das Sofa gesetzt und gesagt, sie werde hier bleiben. So gelangte diese Adresse in ihre Biografie: Die Wohnungen waren im Voraus verteilt worden, und das Haus der Brodelschtschikows war das erste, zu dem man die Gruppe führte. Die Straße hieß damals Woroschilow-Straße; heute trägt sie wieder ihren früheren Namen — Malaja-Pokrowskaja-Straße.
Die Hausherren trennten für Zwetajewa und Georgi einen Teil des vorderen Zimmers mit einer hölzernen Trennwand ab, die nicht bis zur Decke reichte. Der Sohn schlief in einem eisernen Bett, die Mutter auf einer Liege. Die aus Moskau mitgebrachten sechshundert Rubel waren schnell aufgebraucht, verkaufen konnte man nur wenige Dinge, und eine feste Arbeit gab es nicht. Zwetajewa war bereit, Geschirr zu spülen oder Französisch zu unterrichten.
Sie fuhr nach Tschistopol, wo ihr bekannte Schriftsteller waren, erwirkte die Erlaubnis, dorthin umzuziehen, und reichte bei der Schriftstellerkantine eine Bewerbung um eine Stelle als Geschirrspülerin ein. Manchmal wird diese Geschichte als demütigende Ablehnung erzählt. Eine Ablehnung gab es nicht: Die Kantine selbst sollte erst im Oktober eröffnet werden. Zwetajewa kehrte zu den Brodelschtschikows zurück, mit der Absicht, später nach Tschistopol umzuziehen.
Am einunddreißigsten August gingen Einwohner und Evakuierte fort, um einen Platz für einen künftigen Flugplatz freizuräumen. Georgi ging mit allen anderen, auch Anastassija Brodelschtschikowa ging fort, während Michail Brodelschtschikow seinen Enkel zum Angeln führte. Zwetajewa sagte, sie sei krank, und blieb allein. Sie hinterließ drei Zettel und erhängte sich im Hausflur. Anastassija kehrte als Erste zurück: Sie nahm den Schlüssel aus dem üblichen Versteck, öffnete die Tür und fand die Mieterin.
Georgi blieb ohne Eltern zurück. Er musste sich selbst an das Standesamt von Jelabuga wenden, um die Erlaubnis zu erhalten, seine Mutter zu beerdigen; bald darauf fuhr er in das Internat von Tschistopol.
Im Jahr zweitausendfünf eröffneten Mitarbeiter des Jelabugaer Museumsreservats hier das Gedenkhaus M. I. Zwetajewas. Der Enkel der Hausherren, Pawel Wolkow, half dabei, die Anordnung der Räume und die Einrichtung wiederherzustellen. Die Ausstellung ist Zwetajewas letzten Tagen gewidmet; ihre literarische Biografie ist im benachbarten Museum zusammengestellt. Im Haus sind Gegenstände der Brodelschtschikows erhalten geblieben, hinter der Bretterwand stehen das eiserne Bett und die Liege, und im Hausflur ist derselbe Balken geblieben.
Praktisch vor Ort
Dienstag–Sonntag 09:00–18:00; Montag — Ruhetag. An Feiertagen sind Änderungen möglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Ausstellung spricht offen über den Suizid und zeigt damit verbundene Dokumente. Falls ein solches Thema gerade schwerfällt, beschränken Sie sich auf die Außenansicht des Hauses.
