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Östliches Mausoleum

Көнчыгыш төрбә

Dieser Ort zeigt, wie ein kirchlicher Umbau eine mittelalterliche Grabstätte zugleich veränderte und zu ihrer Erhaltung beitrug.

17 Min.
Das Östliche Mausoleum in Bolgar mit Portal und Zeltdach.
Mike1979 Russia · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Graues Zeltdach
  • Halbmond
  • Zugemauerter Südeingang
  • Freigelegte Bestattungen und Bodenabschnitte

Die Geschichte des Ortes

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An der Ostfassade der Großen Moschee steht eine kleine steinerne Grabstätte einer vornehmen bulgarischen Familie, die in den eintausenddreihundertdreißiger Jahren errichtet wurde. Die Namen fast aller hier bestatteten Menschen sind nicht erhalten geblieben, doch die Wände erinnern an mehrere Umbauten: Der Südeingang ist zugemauert, die Fenster sind vergrößert, und über den Gräbern wurde einst ein Fußboden verlegt. Das hohe graue Zeltdach mit Halbmond wiederholt die angenommene mittelalterliche Form, und unten liegt eine offene Ausgrabung mit Bestattungen und Spuren unterschiedlicher Fußböden.

Im Jahr eintausendsiebenhundertzwölf setzte sich der Kasaner Metropolit Tichon dafür ein, zwischen den Ruinen von Bolgar ein Männerkloster einzurichten. Er schrieb dem Gouverneur Pjotr Apraxin, die alte muslimische Stadt stehe leer, und von ihr seien steinerne Gebäude erhalten geblieben. Apraxin stimmte zu, dem Kloster Land zuzuweisen. Die Brüder sollten von den erhaltenen Ackerflächen, Heuwiesen und Waldflächen leben; fertige Zellen und einen funktionierenden Wirtschaftsbetrieb gab es hier nicht.

Der Beamte der Gouvernementsverwaltung Andrej Michailow kam, um die Klosterbesitzungen zu vermessen und alles zu beschreiben, was innerhalb ihrer Grenzen lag. Er zählte mehr als siebzig mittelalterliche Bauten. An der Ostfassade der Großen Moschee stand eine Grabstätte, die in den eintausenddreihundertdreißiger Jahren für eine vornehme bulgarische Familie errichtet worden war. Von ihrer Lage stammt die Bezeichnung „Östliches Mausoleum“. Die Namen der meisten Bestatteten sind nicht erhalten geblieben.

Die Mönche wählten diese Grabstätte für eine kleine St.-Nikolaus-Kirche. Um das muslimische Grabbauwerk an den orthodoxen Gottesdienst anzupassen, veränderten sie seinen Grundriss. Den Südeingang mauerten sie zu und machten daraus ein Fenster, einen neuen Eingang richteten sie auf der Westseite ein. Die Fenster wurden vergrößert, an der Ostwand brachten sie den Altar und den Sockel der Ikonostase an. In der Nordwestecke mauerten sie einen Ofen, über den Gräbern verlegten sie einen Fußboden. Das alte Zeltdach ersetzten sie durch ein hölzernes Dach mit acht Dachflächen, kleiner Kuppel und Kreuz; die Ostwand stützten sie mit zwei Strebepfeilern ab.

Der Umbau beschädigte das ursprüngliche Erscheinungsbild, gab dem Gebäude jedoch eine alltägliche Nutzung. Das Dach wurde repariert, der Raum beheizt, die Wände wurden verstärkt. Während andere alte Bauten als Steinbruch abgetragen wurden, blieb die ehemalige Grabstätte eine Kirche. Bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts waren von den mehr als siebzig Gebäuden, die Michailow gesehen hatte, vierundvierzig erhalten. Das Östliche Mausoleum erreichte die Neuzeit vollständiger als viele Nachbarbauten, vor allem weil die Mönche es weiter nutzten.

Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war das Kirchendach dennoch verschwunden, das Südportal lag in Trümmern, und die Verkleidung bröckelte ab. Der Architekt und Restaurator Sajjar Aidarow wollte klären, welche Teile zum bulgarischen Mausoleum gehörten und welche bei den Mönchen entstanden waren. Im Jahr eintausendneunhundertvierundsechzig musste er dem Kulturministerium ein Projekt vorlegen und die Ausgrabungen begründen: Die befestigte Siedlung besaß damals noch keinen Schutzgebietsstatus, und ein Fehler konnte das spätere, kirchliche Erscheinungsbild endgültig festschreiben.

Archäologen fanden das Fundament des Südportals und den zugemauerten ursprünglichen Durchgang. In den Jahren eintausendneunhundertsiebenundsechzig und eintausendneunhundertachtundsechzig konservierte man nach Aidarows Projekt diese Reste, stellte einen Teil der Steinverkleidung wieder her und errichtete nach der Rekonstruktion der mittelalterlichen Form einen hohen hölzernen Zeltabschluss. Das graue Zeltdach über dem Gebäude ist heute das Werk von Restauratoren und kein erhaltenes Dach aus dem vierzehnten Jahrhundert.

Im Jahr eintausendneunhundertvierundneunzig brachte man auf dem Zeltdach einen Halbmond an. Im Inneren ließ man eine archäologische Ausgrabung offen: Unter dem Übergang sind Bestattungen und Abschnitte von Fußböden zweier verschiedener Räume sichtbar – des Mausoleums und der St.-Nikolaus-Kirche. Ikonostase, Ofen und Kreuz gibt es nicht mehr; der klösterliche Umbau ist hier im zugemauerten Südeingang und in den Fußbodenschichten über den Gräbern erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort17 Min.
Nächster PunktGroße Moschee, Großes Minarett und Mariä-Entschlafens-Kirche
EintrittMuseumsobjekt; mit Eintrittskarte und gemäß Öffnungszeiten

Innenraum – nach den Öffnungszeiten der Museumsstraße, täglich 08:00–17:00; Außenbesichtigung – während der Öffnungszeiten des Geländes. Überprüft 2026-06-24.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie zunächst die Fassaden rundum: Die Unterschiede zwischen den Gebäudeseiten sind von außen besser zu verstehen als von einem einzigen Punkt aus.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie um das Mausoleum herum und weiter zum Minarett, zu den Moscheemauern und zur Kirche.

Stopp 4 von 8Weiter: Große Moschee, Großes Minarett und Mariä-Entschlafens-Kirche

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Bolgar: Islam an der Wolga“ — 8 Stopps, etwa 4 km, 4 Std. 30 Min.–5 Std. vor Ort.

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