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Westlicher Kneiphof und Skulpturenpark

Кнайпхоф

Die Rasenflächen bewahren die Spur eines Streits darüber, womit der Platz der verschwundenen Viertel gefüllt werden sollte.

20 Min.
Baumkronen und Rasenflächen der Kant-Insel mit dem Königsberger Dom am Horizont.
Александр Сигачёв · CC0 1.0 Universal; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Parkrasenflächen
  • Skulpturen auf Sockeln
  • Tafeln mit den Namen der Autoren
  • „Singende Kinder“

Die Geschichte des Ortes

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Im westlichen Teil des Kneiphofs drängten sich früher die Häuser der Inselstadt. Als die zerstörte Bebauung entfernt worden war, legte man hier einen dendrologischen Park an, und weitere zehn Jahre später eröffnete zwischen den Bäumen der Skulpturenpark als Zweigstelle eines Museums. Moskauer Kunstorganisationen übergaben ihm vierundfünfzig Werke; auf zwölf Hektar wollte man rund hundert aufstellen. Heute stehen die Figuren einzeln auf den Rasenflächen, mit Tafeln zu ihren Autoren, und die „Singenden Kinder“ von Michail Perejaslawez nehmen den Platz der früheren Häuser ein.

Im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig brachte der angehende Kaliningrader Architekt Juri Sabuga sein Diplomprojekt in die Städtische Kunstgalerie Kaliningrad. Für ihn war es die Arbeit, mit der er in den Beruf eintrat. Für die Insel war es ein Versuch, einen bereits bezahlten Entwurf erfahrener Kollegen aus Leningrad rückgängig zu machen.

Der Streit begann, weil der westliche Kneiphof sich einfach nicht zu einem abgeschlossenen städtischen Raum fügen wollte. Nach dem Krieg wurden die zerstörten Viertel abgetragen, und von der dicht bebauten Inselstadt blieb der Königsberger Dom inmitten leeren Landes zurück. Im Jahr neunzehnhundertvierundsiebzig legte der Architekt Juri Waganow hier einen dendrologischen Park an. Kneiphof hieß damals offiziell Zentralinsel. Zehn Jahre später eröffnete zwischen den jungen Bäumen eine Zweigstelle des Historisch-Künstlerischen Museums – der Skulpturenpark.

Der Plan war groß angelegt. Moskauer Kunstorganisationen schenkten Kaliningrad vierundfünfzig Werke; auf insgesamt zwölf Hektar wollte man rund hundert aufstellen. Die Skulpturen sollten nach Themen verteilt werden: Arbeit, Frieden, Kosmos, Geschichte, Wissenschaft sowie Kunst. Es kam anders. Die Werke kamen aus unterschiedlichen Sammlungen, bildeten kein einheitliches Ensemble, und Sockel sowie Erläuterungen verspäteten sich. Die Leiterin des Parks, Inna Mirontschuk, verteidigte die neue Museumsform in den Zeitungen, räumte aber ein: Die Besonderheiten der Insel und ihrer Landschaft seien nur unzureichend berücksichtigt worden. Die Einwohner Kaliningrads fragten, warum auf den leeren Rasenflächen Peter I., Gagarin, ein Panther, ein weiblicher Torso und die „Singenden Kinder“ nebeneinanderstanden.

Die Stadtverwaltung beauftragte Fachleute der Leningrader Zweigstelle des Kunstfonds mit einer Umgestaltung. Die Architekten Leonid Kopylowski und Lew Botschkarew schlugen gemeinsam mit dem Bildhauer Lew Lanz den „Neuen Skulpturenpark“ vor. Die Figuren sollten auf Säulen in der Höhe eines dreistöckigen Hauses aufragen. Ein Teil der Insel verwandelte sich in das „Hoffmann-Theater“ mit den Figuren aus Werken des Königsberger Schriftstellers, ein anderer in die Komposition „Kant und seine Zeit“. Den Abschluss bildete die „Säule der Zeit“ mit einer Mutter und einem Kind an der Spitze.

In diesem Projekt fand sich fast kein Platz weder für die der Stadt bereits geschenkten Skulpturen noch für die Insel selbst. Die Ruinen des Königsberger Doms wären neben einer neuen Kulisse zu liegen gekommen, und die früheren Viertel des Kneiphofs verschwanden erneut unter einem erdachten Ensemble.

Sabuga schlug das Gegenteil vor. Er wollte die Fundamente der verlorenen Häuser freilegen, das mittelalterliche Straßennetz wiederherstellen und die früheren Gebäude teilweise markieren. Statt neuer dreistöckiger Säulen hätten die Besucher die Möglichkeit erhalten, den Grundriss der Stadt zu durchschreiten, die früher die Insel einnahm. Auf der Ausstellung „Wie soll die Insel werden?“ unterstützte das Publikum den Diplomanden. Das genügte, damit das Leningrader Projekt nicht gebaut wurde.

Der Sieg brachte Sabuga keinen Bau: Auch sein Projekt setzte die Stadtverwaltung nicht um. Die beschädigten Skulpturen wurden restauriert und auf die Rasenflächen zurückgebracht. Heute sind nur noch etwas mehr als zwei Dutzend von ihnen übrig; daneben stehen Tafeln mit den Namen und den Namen der Autoren. Hier gibt es weder die „Säule der Zeit“ noch freigelegte Fundamente. Die „Singenden Kinder“ von Michail Perejaslawez stehen zwischen Bäumen an der Stelle verschwundener Häuser – in genau jenem Park, den ein Architekt auf hohen Säulen über den Kneiphof heben wollte und den ein anderer mit alten Straßen zu durchschneiden plante.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktHonigbrücke und Fischdorf
Eintrittfrei zugänglich

Das offene Parkgelände ist ständig zugänglich; einzelne Bereiche können für Veranstaltungen oder Pflegearbeiten gesperrt werden.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Suchen Sie nicht nach buchstäblichen Resten jeder einzelnen Straße: Wichtiger ist es, die Abstände zwischen dem Königsberger Dom, dem Fluss und den Bäumen einzuschätzen. Bleiben Sie nach Regen auf den Wegen und rechnen Sie mit einem offenen, windigen Abschnitt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Durchqueren Sie die Insel entlang der langen Parkachse und gehen Sie zur Brücke gegenüber den Türmen des Fischdorfs.

Stopp 4 von 8Weiter: Honigbrücke und Fischdorf

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Spuren von Königsberg in Kaliningrad: vom Königstor bis zur Friedrichsburg“ — 8 Stopps, etwa 6,7 km, 4 Std. 30 Min..

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