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Honigbrücke und Fischdorf

Хонигбрюкке / Рыбная деревня

Der Übergang verbindet eine alte städtische Rivalität mit einer modernen Bebauung, die ein historisches Viertel darstellt.

18 Min.
Die Honigbrücke über den Pregel und die beleuchteten Fassaden des Fischdorfs.
Александр Сигачёв · CC0 1.0 Universal; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Metallspannen der Brücke
  • Pregelarm
  • Fassaden des Fischdorfs
  • Turm am gegenüberliegenden Ufer

Die Geschichte des Ortes

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Ein dauerhafter Übergang über einen Pregelarm verbindet die ehemaligen Inselstädte Kneiphof und Lomse, die heutige Oktoberinsel. Über dem Wasser stehen die Metallspannen der Honigbrücke, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts auf der Linie des alten Übergangs montiert wurden. Nebenan, an der Stelle ehemaliger Rudervereine, befinden sich heute Hotels, Restaurants, Büros und Wohnhäuser.

Im Winter des Jahres eintausendfünfhundertzweiundvierzig bemühte sich Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach um die Zustimmung der Städte und Grundbesitzer zu einer neuen dauerhaften Abgabe auf Handel und Verbrauch. Die Vertreter der Stände leisteten Widerstand, und der Herzog brauchte zumindest die Unterstützung des Kneiphof. Damals war dies eine selbstständige Stadt mit eigenem Rat.

Hans von Besenrode, ein Vertrauter des Herzogs und hoher Hofbeamter, erhielt den Auftrag, die Ratsherren zur Zustimmung zu bewegen. Einer städtischen Überlieferung zufolge bot Besenrode den Bewohnern des Kneiphof die Erlaubnis an, Handelsbuden neben dem Königsberger Dom aufzustellen, und schickte mehrere Fässer Honig. Der Rat widersprach der Abgabe nicht länger, und die Bewohner des Kneiphof erhielten das Recht, eine Brücke zur benachbarten Insel Lomse zu bauen – der heutigen Oktoberinsel. Die Bauleute beeilten sich, den Übergang fertigzustellen, bevor ihre Rivalen sie daran hindern konnten.

Der neue Weg erlaubte es, Menschen und Waren an der Hohen Brücke vorbei zu befördern, die der Altstadt gehörte – der benachbarten Stadt rund um das Schloss. Die Kaufleute der Altstadt lebten vom Verkehr durch ihre Straßen und über ihren Übergang. Nun gingen einige Käufer und Waren an ihnen vorbei, während die neue Abgabe dennoch zu zahlen war. Daraufhin nannten die Altstädter die Bewohner des Kneiphof „Honigschlecker“ und die von ihnen gebaute Brücke die Honigbrücke. Mit der Zeit hörte man die Beleidigung nicht mehr, doch der Name blieb.

Ob es das Geschäft mit den Fässern wirklich gab, lässt sich nicht bestätigen: Es ist eine Überlieferung, keine durch Dokumente belegte Bestechung. Es gab auch eine andere Version – der Name sei vom deutschen Wort „Spott“ abgeleitet. Doch bereits eine Chronik des sechzehnten Jahrhunderts kannte diesen Übergang gerade als Honigbrücke.

Die Bezeichnung am gegenüberliegenden Ufer entstand viel später. Die Autoren des architektonischen Konzepts, Oleg Wasjutin, Alexander Baschin und Alexander Popadin, entwarfen hier ein Touristenviertel an der Stelle ehemaliger Rudervereine. Nach Darstellung der Stadtverwaltung erinnerte das dem Bauherrn zugewiesene Grundstück in seinen Umrissen an einen Fisch – daher „Fischdorf“. Die ersten Gebäude wurden im Jahr zweitausendsechs errichtet. Den historisch-ethnografischen und handwerklichen Komplex nahmen schließlich Hotels, Restaurants, Büros und Wohnungen ein; zwischen diesen Fassaden gibt es keine alte Fischersiedlung.

Die heutige Metallkonstruktion der Honigbrücke wurde zwischen eintausendachthundertneunundsiebzig und eintausendachthundertzweiundachtzig errichtet. Sie überspannt weiterhin denselben Pregelarm zwischen den ehemaligen Städten Kneiphof und Lomse, um einen direkten Übergang zwischen denen die Stadtbewohner bereits im sechzehnten Jahrhundert stritten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktKönigsberger Dom und Kants Grab
Eintrittfrei zugänglich

Brücke und Uferpromenaden sind ständig zugänglich; die Einrichtungen des Fischdorfs haben eigene Öffnungszeiten.

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Wählen Sie einen Punkt, von dem aus Brücke und neues Viertel zugleich zu sehen sind, ohne den Fußgängerverkehr aufzuhalten. Für diesen Halt genügt eine Besichtigung von außen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Kehren Sie über den Übergang auf die Insel zurück und umrunden Sie den Königsberger Dom bis zur Kolonnade an seiner nordöstlichen Ecke.

Stopp 5 von 8Weiter: Königsberger Dom und Kants Grab

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Spuren von Königsberg in Kaliningrad: vom Königstor bis zur Friedrichsburg“ — 8 Stopps, etwa 6,7 km, 4 Std. 30 Min..

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