Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerner Bogen
- Breiter Durchgang
- Torturm
- Stufen der Zitadelle
Die Geschichte des Ortes
Am Jaffator gibt es zwei Eingänge. Der steinerne Bogen mit einer scharfen Biegung ist das Tor, das im Jahr eintausendfünfhundertachtunddreißig auf Befehl von Sultan Süleyman dem Prächtigen gebaut wurde. Die Biegung hinderte Angreifer daran, mit Schwung in die Stadt einzudringen. Der breite Durchgang daneben, durch den heute Menschen und Autos fahren, entstand dreieinhalb Jahrhunderte später.
Der Name weist die Richtung. Von hier begann die Straße zum Mittelmeerhafen Jaffa, in dem viele Reisende aus Europa ankamen. Auf Arabisch heißt dieses Tor ebenfalls Bab al-Khalil – „Tor des Freundes“: So wird Abraham genannt, der in Hebron begraben ist und zu dem ebenfalls eine Straße von hier führte.
Im Herbst eintausendachthundertachtundneunzig bereitete die osmanische Verwaltung den Empfang des deutschen Kaisers Wilhelm II. vor. Er reiste als Verbündeter von Sultan Abdülhamid II. nach Jerusalem und sollte an der Weihe einer lutherischen Kirche teilnehmen. Der kaiserliche Zug mit Pferden und Kutschen konnte die enge Biegung des alten Tores nicht passieren.
Für die Durchfahrt schüttete man einen Teil des trockenen Grabens an der Zitadelle zu, und den oberen Teil der Mauer zwischen Zitadelle und Torturm brach man ab. Eine populäre Überlieferung behauptet, Wilhelm selbst habe verlangt, die Mauer zu durchbrechen, um zu Pferde einzureiten, ohne den Kopf zu senken. Erhaltene Dokumente sagen etwas anderes: Als der Kaiser von dem Vorhaben erfuhr, nannte er es Barbarei und ordnete an, die Arbeiten zu verhindern. Die osmanischen Beamten führten sie dennoch zu Ende. Den Eingang für Kutschen zu erweitern, hatten sie schon früher vorgehabt; der Besuch gab diesem Projekt Anlass und Frist.
Am neunundzwanzigsten Oktober zog die kaiserliche Prozession durch den neuen Durchgang. Wilhelm erhielt einen feierlichen Einzug, gegen den er noch hatte Einspruch erheben können, und blieb im Gedächtnis der Stadt als der Mann, für den man die Mauer zerstörte. Den Durchbruch mauerte man nach der Zeremonie nicht wieder zu.
Neunzehn Jahre später ritt der britische General Edmund Allenby zu diesem Durchbruch – der Befehlshaber einer Armee, die Jerusalem nach dem Rückzug der osmanischen Truppen besetzt hatte. Seine Handlungen am Tor waren in Telegrammen aus London im Voraus festgelegt worden. Der Chef des Britischen Generalstabs befahl Allenby, abzusteigen und zu Fuß einzutreten, wobei er ausdrücklich auf den Einzug des Kaisers zu Pferde verwies. Das Britische Kriegskabinett schickte sogar den Text einer Bekanntmachung, die den Einwohnern vorgelesen werden sollte.
Am elften Dezember eintausendneunhundertsiebzehn stieg Allenby vor dem Jaffator vom Pferd und ging gemeinsam mit Offizieren der alliierten Armeen zu Fuß in die Altstadt von Jerusalem. Danach verkündete man an den Stufen der Zitadelle in sieben Sprachen das Kriegsrecht und versprach, die Heiligtümer verschiedener Religionen zu schützen. So begann die Zeit der britischen Verwaltung Jerusalems.
Der breite Durchgang, der für eine einzige kaiserliche Prozession vorbereitet worden war, blieb der Haupteingang. Daneben ist der alte Bogen mit der Verteidigungsbiegung erhalten geblieben – das Tor, vor dem ein anderer Befehlshaber auf Befehl vom Pferd stieg.
Praktisch vor Ort
Der Außenbereich und der Durchgang durch das Tor sind öffentlicher Stadtraum und normalerweise täglich zugänglich.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Schauen Sie sich abseits des Fußgänger- und Autoverkehrs um; bleiben Sie nicht an der engsten Stelle des Tores stehen.
