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Nassif-Haus

بيت نصيف

Hier wird sichtbar, wie kaufmännische Gastfreundschaft dem Hausherrn half, seine Rolle nach dem Machtwechsel zu bewahren.

25 Min.
Hohes Nassif-Haus mit Reihen hölzerner Roschane
Sammy Six · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Haupteingang
  • Fenster des zweiten Stockwerks
  • Obere Stockwerke
  • Majlis

Die Geschichte des Ortes

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Das Nassif-Haus trägt den Familiennamen einer Familie, für die der Empfang von Gästen Teil des Geschäfts war. Die Nassifs erwarben ihr Vermögen durch den Handel mit Getreide, das Dschidda in der Pilgersaison benötigte, und investierten später in Transporte und Seehandel. Omar Efendi Nassif wurde Vorsteher der Kaufleute der Stadt und Handelsvertreter der Scharife von Mekka – so nannte man die Herrscher des Hedschas vor dem Machtantritt der Saud-Dynastie.

Dieses Amt war kostspielig. Wenn ein Scharif aus Mekka in den Hafen kam, musste Omar seine Gefolgschaft und Geschäftspartner auf eigene Kosten unterbringen. Hier wohnte auch der osmanische Statthalter: Ausländische Konsuln durften ihn nicht in Mekka aufsuchen, deshalb mussten die Verhandlungen in Dschidda geführt werden. Im Jahr eintausendachthundertzweiundsiebzig begann Omar mit dem Bau eines Hauses, das genau für ein solches Leben gedacht war. Das Erdgeschoss war für Empfänge bestimmt, der zweite Stock für die Übernachtung der Gäste, darüber wohnte die Familie. Es entstanden Küchen, Zimmer für das Personal und eigene Wasserzisternen. Bis zum Jahr eintausendachthunderteinundachtzig war der Bau abgeschlossen.

Haus und Aufgaben erbte Omars Enkel Muhammad Husain Nassif, ein wohlhabender städtischer Notabler, Büchersammler und Teilnehmer an der lokalen Politik. Im Jahr eintausendneunhundertvierundzwanzig trat er der Hedschas-Nationalpartei bei. Sie war von einflussreichen Bewohnern Dschiddas und Mekkas gegründet worden, die nach militärischen Niederlagen die Abdankung von König Hussein ibn Ali verlangten. Hussein übergab den Thron seinem Sohn Ali, doch der Krieg ging weiter, und Ali hielt die belagerte Stadt Dschidda fast ein Jahr lang. Die Partei spaltete sich; mehrere ihrer Vertreter wurden verhaftet, und die Kaufleute standen vor der Aufgabe, Eigentum und Stellung bei jedem Ausgang zu bewahren.

Im Dezember eintausendneunhundertfünfundzwanzig unterzeichnete Ali ein Abkommen über die Übergabe der Stadt und reiste ab. Als der siegreiche Abdulaziz ibn Saud in Dschidda einzog, bekundete Muhammad Nassif ihm seine Loyalität und empfing ihn hier. Die Einwohner kamen ins Haus, um den neuen Herrscher zu begrüßen und ihm Treue zu schwören. Für Abdulaziz war dies eine bereits fertig eingerichtete Stadtresidenz: Säle für Bittsteller, Räume für die Gefolgschaft und ein Ort, an dem er Diplomaten empfangen konnte. Rund zehn Jahre lang wohnte er bei seinen Besuchen in Dschidda bei Nassif, hörte hier die Anliegen der Einwohner an und schloss Vereinbarungen mit ausländischen Vertretern.

Für Muhammad endete die Wahl damit, dass er seine frühere Rolle beim neuen Herrscher behielt. Ihm wurden weiterhin ausländische und gelehrte Gäste anvertraut, auch wenn Abdulaziz nicht in der Stadt war. Das Haus diente faktisch als staatliches Gästehaus, während der Hausherr seinen Bekanntenkreis und seine Bibliothek erweiterte; die Bücher durfte jeder lesen, der zu ihm kam.

Heute zeigt man innen den Majlis, Abdulaziz’ Empfangsraum. Muhammad Husain Nassifs Bibliothek selbst befindet sich nicht mehr hier: Tausende von Büchern und Handschriften, die er gesammelt hatte, wurden der Zentralbibliothek der König-Abdulaziz-Universität übergeben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktKabil-Straße und Al-Shona
Eintrittvon außen; Innenraum vor Ort

Die Fassade ist von der Straße aus zugänglich; der öffentlich zugängliche Innenraum, Ausstellungen und Veranstaltungen hängen vom aktuellen Programm ab. Ein regelmäßiger offizieller Zeitplan ist zum Datum der Überprüfung nicht bestätigt.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Auch bei geschlossenen Räumen sollten Sie auf dem Platz verweilen: Der Maßstab des Gebäudes und das Holz erklären seine öffentliche Rolle. Den Zugang ins Innere klären Sie gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie westwärts zum Metallgewölbe der Kabil-Straße und zu den Mauern von Al-Schona.

Stopp 6 von 8Weiter: Kabil-Straße und Al-Shona

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Al-Balad: Der Weg der Pilger durch das alte Dschidda“ — 8 Stopps, 3,1 km, 3 Std. 30 Min. ohne vollständigen Museumsbesuch; bis 4 Std. 15 Min. mit Museum.

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