Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Reihen von Marmorsäulen
- Ziegelgewölbe
- Moderner Steg
Die Geschichte des Ortes
Unter dem modernen Steg verliert sich ein unterirdisches Wasserreservoir im Halbdunkel, in dem dreihundertsechsunddreißig Marmorsäulen Ziegelgewölbe tragen. Sein Name blieb von der öffentlichen Basilika, die oben stand: Unter ihren Portiken bereiteten Juristen Fälle für das Gericht vor. Im sechsten Jahrhundert richtete man unter dem Hof einen Süßwasservorrat für den Palast und die benachbarten Gebäude ein, um in der Regenzeit Überschüsse aus der Wasserleitung zu sammeln und sie für die sommerliche Dürre zu bewahren. Das obere Gebäude verschwand, und die unterirdischen Stützen trugen später bereits Wohnhäuser.
Mitte des sechzehnten Jahrhunderts kam der französische Naturforscher und Topograf Pierre Gilles im Auftrag von König Franz dem Ersten nach Istanbul. Der König unterhielt den Gelehrten, damit er für dessen Bibliothek antike Handschriften aufspürte und erhaltene Bauwerke beschrieb. Gilles verglich die Stadt mit antiken Texten, doch an der Stelle der ehemaligen Kaiserbasilika sah er Wohnhäuser.
Die Bewohner erzählten ihm eine seltsame Alltagseinzelheit: Wasser holten sie direkt aus Brunnen in ihren Kellern, und manchmal zogen sie zusammen mit dem Eimer Fische herauf. Ein Hausbesitzer zeigte Gilles einen Abstieg unter seinem Haus. Unten lag ein kleines Boot. Der Besitzer entzündete Fackeln, setzte seinen Gast ins Boot und fuhr ihn zwischen den Säulen hindurch, während er zugleich mit einer Harpune Fische jagte.
So gelangte Gilles in einen mit Wasser gefüllten Saal, dessen Ausmaße man oben bereits nicht mehr ahnte. Er zählte dreihundertsechsunddreißig Marmorsäulen: zwölf Reihen zu je achtundzwanzig. Im Winter sah er, wie Wasser aus einem großen Rohr fast bis zu den Kapitellen stieg. Für die Bewohner war es ein Brunnen unter ihren Häusern; Gilles erkannte darin die von antiken Autoren beschriebene Zisterne bei der Kaiserbasilika. Deshalb wird er oft als der Mensch bezeichnet, der das Bauwerk wiederentdeckte. Für die Stadtbewohner blieb es all diese Zeit eine Quelle für Wasser und Fische – vergessen war seine Herkunft, nicht die Zugänge aus den Kellern.
Das Wort „Basilika“ im Namen bezieht sich auf das Gebäude, das früher oben stand. Es war ein öffentlicher Komplex mit Portiken, in denen Juristen Fälle für das Gericht vorbereiteten. Im sechsten Jahrhundert ließ Kaiser Justinian I., der einen zuverlässigen Wasservorrat für den Palast und die benachbarten Gebäude benötigte, unter dem Hof der Basilika ein Reservoir anlegen. Im Sommer litt die Stadt unter einem Mangel an Süßwasser, während in den anderen Jahreszeiten ein Teil des Stroms aus der Wasserleitung ungenutzt verloren ging. Die Zisterne nahm diesen Überschuss auf und bewahrte ihn bis zur Dürre. Ziegelgewölbe trugen die Basilika, später die Häuser, und unter ihnen stand Wasser.
Gilles starb im Jahr eintausendfünfhundertfünfundfünfzig und erlebte den Druck seines Buches nicht mehr. Sechs Jahre später veröffentlichte sein Neffe Antoine die verbliebenen Handschriften. Dadurch blieb die Geschichte vom Hausbesitzer, dem Boot, den Fischen und der winterlichen Füllung der Zisterne erhalten. Den heutigen Eingang durch jenes Privathaus gibt es nicht, die obere Basilika ist verschwunden, und über den modernen Steg geht man zwischen denselben dreihundertsechsunddreißig Säulen hindurch, die Gilles vom Wasser aus zählte.
Praktisch vor Ort
Offiziell täglich 09:00–22:00 geöffnet. Der Eintritt ist kostenpflichtig; auf der Seite der Zisterne wird gesondert angegeben, dass Bankkarten und İstanbulkart akzeptiert werden.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Innenraum erfordert einen gesonderten Eintritt und kann wegen der Warteschlange mehr Zeit in Anspruch nehmen. Ohne Besuch hören Sie die Geschichte draußen an; der weitere Verlauf der Route bleibt verständlich.
