Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schwarze zweiflügelige Tore
- Fassade der Kirche St. Georg
- Umfriedung des patriarchalen Komplexes
- Seiteneingang
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Umfriedung von Fener ist eine ehemalige Klosterkirche erhalten, die zur Kathedralkirche des Ökumenischen Patriarchen wurde. Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts verlegte Patriarch Matthaios II. hierher seine Verwaltung aus der früheren Residenz: Nach der Eroberung der Stadt hatte der Patriarchensitz bereits mehrere Kirchen gewechselt und fand hier schon sein fünftes Zuhause. Die kleine Fassade von St. Georg führt zu einer Kirche, in der morgens und abends Gottesdienste gefeiert werden, sonntags die Liturgie, während sich nebenan die Verwaltung des Patriarchats befindet. Heute betritt man sie durch einen Seiteneingang in derselben Umfriedung.
In der Mauer des patriarchalen Komplexes stehen noch schwarze zweiflügelige Tore. Seit Ostern tausendachthunderteinundzwanzig geht man nicht mehr durch sie hindurch. Der Grund für diese verschlossene Tür erklärt, warum die vergleichsweise kleine Kirche dahinter patriarchal genannt wird.
Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels konnte der Patriarch nicht mehr in der Hagia Sophia dienen. Sein Sitz wurde mehrmals von einer Kirche in eine andere verlegt. Im Jahr tausendsechshunderteins bezog Patriarch Matthaios II. ein ehemaliges Frauenkloster in Fener, dem Viertel der orthodoxen Griechen, richtete hier seine Verwaltung ein und machte die Klosterkirche zur neuen Kathedralkirche. Es war bereits die fünfte Residenz des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel nach dem Fall der Stadt.
Die Kirche übernahm ihre Weihe vom Kloster. Nach kirchlicher Überlieferung war Georg ein römischer Soldat, der wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet und als Großmärtyrer verehrt wurde. Sein Name blieb erhalten, als die Klosterkirche zur Kathedralkirche des Ökumenischen Patriarchen wurde – des Ehrenvorrangigen unter den orthodoxen Patriarchen. Hier werden täglich Morgen- und Abendgottesdienste gefeiert, sonntags die Liturgie, und in den benachbarten Gebäuden befindet sich die Verwaltung des Patriarchats.
Im Frühjahr tausendachthunderteinundzwanzig begannen griechische Aufständische den Kampf für die Befreiung vom Osmanischen Reich. Der Aufstand erfasste die Morea – so nannte man damals den Peloponnes. Die osmanische Regierung erwartete, dass der Patriarch von Konstantinopel die orthodoxen Untertanen von der Teilnahme am Aufstand abhalten würde.
Gregor V., der den Patriarchensitz bereits zum dritten Mal innehatte, musste dem Sultan die Loyalität seiner Herde beweisen und die Kirche vor Repressalien bewahren. Seine Stellung war nicht auf Lebenszeit: Zuvor war er zweimal abgesetzt worden und kehrte danach zum Mönchsleben auf dem Athos zurück. Nun sandte Gregor auf Verlangen der Regierung Schreiben aus, die die Teilnehmer des Aufstands exkommunizierten, und rief die Orthodoxen dazu auf, sie nicht zu unterstützen. Osmanische Beamte warnten ihn unmittelbar: Wenn er den Aufstand nicht aufhalte, könne die gesamte Gemeinschaft bestraft werden.
Die Schreiben blieben wirkungslos. Als Nachrichten in der Hauptstadt eintrafen, dass sich in der Morea örtliche Bischöfe den Aufständischen angeschlossen hatten, beschlossen die Beamten, der Patriarch habe entweder von den Vorbereitungen des Aufstands gewusst oder sei nicht imstande gewesen, die ihm auferlegte Pflicht zu erfüllen. Als eigenständigen Grund für den Verdacht nannte das Sitzungsprotokoll Gregors Herkunft: Er selbst war in der Morea geboren. Beweise für seine Beteiligung an einer Verschwörung wurden darin nicht angeführt.
Sultan Mahmud II., der den Aufstand niederschlagen und seine Ausbreitung auf die Hauptstadt verhindern wollte, befahl zunächst, einen neuen Patriarchen zu wählen. Eugenios II. wurde aus der Haft entlassen und auf den Patriarchensitz erhoben. Erst danach enthob man Gregor seines Amtes. Am Ostersonntag, dem zweiundzwanzigsten April tausendachthunderteinundzwanzig nach dem heutigen Kalender, führte man ihn nach dem Festgottesdienst aus der Kathedrale und hängte ihn am Haupttor des Patriarchats auf. An seinem Leichnam ließ man eine Tafel mit den Anschuldigungen des Verrats und der Unfähigkeit zurück, die Orthodoxen vom Aufstand abzuhalten.
Der neue Patriarch erhielt den Befehl, den Aufständischen weitere Schreiben mit der Forderung zu senden, den Kampf einzustellen, doch sie weigerten sich zu gehorchen. Gregor wurde später heiliggesprochen, und seine sterblichen Überreste wurden in die Kathedrale von Athen überführt.
Die Haupttore in Fener schloss man nach der Hinrichtung für immer. An jedem zehnten April zündet der Patriarch davor eine Kerze an. In der Kirche St. Georg werden weiterhin Gottesdienste gefeiert, doch man betritt sie durch eine andere Öffnung in derselben Umfriedung.
Praktisch vor Ort
Etwa 8:00–16:30; freier Eintritt, der Zugang kann durch Gottesdienste eingeschränkt sein.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bewahren Sie im Hof und in der Kirche Ruhe, versperren Sie keine Durchgänge und fotografieren Sie Menschen nicht ohne Erlaubnis. Beschränken Sie sich während des Gottesdienstes auf den Bereich, zu dem Besucher eindeutig zugelassen sind.
