Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kuppelgewölbe des Alten Bedesten
- Lagernischen in den Wänden
- Schwere Tore
- Juwelierläden
Die Geschichte des Ortes
Im Zentrum des Großen Basars befindet sich der Alte Bedesten – ein steinerner Saal unter fünfzehn Kuppeln. In seinen Wänden sind verschlossene Lagerräume eingerichtet, und vier Ausgänge werden durch schwere Tore geschlossen. Hier verkaufte man Schmuck und kostbare Stoffe, hielt Versteigerungen ab und nahm gegen Gebühr fremdes Geld und Wertsachen entgegen. Kaufleute bewahrten im Bedesten ihr Betriebskapital, Testamente und Schuldscheine auf. Deshalb umgaben die Händler ihn mit Läden, Werkstätten und Herbergen: Der heutige Basar entstand rund um einen geschützten Aufbewahrungsort.
Am Morgen des zweiten März tausendfünfhunderteinundneunzig entdeckten die Eigentümer auf mehreren Truhen aufgebrochene Siegel. Etwa dreißigtausend Goldmünzen waren verschwunden – eine Last, die sich selbst bei geöffneten Türen nur schwer unbemerkt hätte hinaustragen lassen. Zunächst entschied man, dass am Vortag ein Fremder gewartet habe, bis die Händler zum Freitagsgebet gegangen waren, sich in einem der Keller verborgen und nach der Schließung an die Truhen gemacht habe.
Der Kadi von Istanbul, der oberste Stadtrichter, wollte das Geld zurückbringen und den Schuldigen finden. Gemeinsam mit ihm übernahmen der Kommandant der Janitscharen und der Subaschi – der Leiter der Stadtwache – die Untersuchung. Sie folgerten, dass sich das Gestohlene noch immer im Inneren befand. Der Alte Bedesten wurde für fünfzehn Tage geschlossen. Die Händler verloren den Zugang zu Läden und Waren; Beamte zählten ihr Eigentum, überprüften Aufzeichnungen und durchsuchten Truhen und Keller. Mehrere Verdächtige wurden gefoltert, doch das Gold fand man nicht.
Dann kehrte die Wache plötzlich in bereits durchsuchte Räume zurück. Nahe dem Tor der Juweliere befand sich der Laden eines persischen Händlers für Moschus und Ambra – kostbare Rohstoffe für Parfüm. Einen Teil seines Kellers hatte ein junger Mann gemietet, dessen Namen und Beruf der Chronist nicht festhielt. Der Subaschi bemerkte seine Nervosität und befahl, den Keller erneut zu durchsuchen.
Zuerst fand man leere Geldsäcke. Dann hob man die auf dem Boden liegenden Matten an. Unter ihnen hatte der junge Mann die Münzen in einer Schicht ausgelegt: Er rechnete damit, dass der flache Belag das verborgene Volumen nicht verraten würde. Gold und Silber hatten den Bedesten nicht verlassen.
Der junge Mann gestand und bat darum, die Verfolgung der anderen einzustellen. Er sagte ausdrücklich, dass der persische Händler, bei dem er den Keller gemietet hatte, von nichts wusste. Für das Eindringen zum Zweck des Diebstahls sah das osmanische Recht das Erhängen vor, und Sultan Murad III. wertete einen so großen Diebstahl zudem als Verrat an erwiesenem Vertrauen. Zunächst verurteilte man den jungen Mann zu einer qualvollen Hinrichtung. Der Sultan wollte den Menschen sehen, dem es gelungen war, den wichtigsten städtischen Aufbewahrungsort leer zu räumen. Bei der Audienz bat der Verurteilte um einen leichten Tod. Murad milderte die Art der Hinrichtung, nicht jedoch das Urteil selbst: Der junge Mann wurde gehängt. Das Geld gab man den Eigentümern zurück, die Türen wurden geöffnet, und die Händler kehrten zu ihren Läden zurück.
Der Tatort ist im Inneren des Großen Basars erhalten geblieben: derselbe Alte Bedesten unter fünfzehn Kuppeln und die Lagerräume in der Stärke seiner Mauern. Geld wird dort nicht mehr zur Aufbewahrung abgegeben, doch ringsum handelt man weiterhin mit Gold und Währungen, und einzelne Kurse aus Istanbul werden noch heute unter dem Namen Großer Basar veröffentlicht.
Praktisch vor Ort
Verbreitete aktuelle Regelung für Besucher: Montag–Samstag 08:30–19:00, Sonntag geschlossen; Schließungen an Feiertagen und Entscheidungen der Verwaltung müssen unmittelbar vor der Veröffentlichung überprüft werden.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Merken Sie sich den Namen des Tores, durch das Sie eingetreten sind. Jedes Gespräch über eine Ware kann in eine Preisverhandlung übergehen, doch Sie müssen nichts kaufen.
