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Ägyptischer Basar

Mısır Çarşısı

Hier wird sich das Warenangebot als Spur einer alten Aufteilung zwischen Apothekern und Verkäufern von Arzneirohstoffen erweisen.

20 Min.
Fassade des Ägyptischen Basars in Istanbul
Julia Sumangil · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Gewölbte Hauptgalerie
  • Steinbögen der Tore
  • Auslagen mit Wurzeln und Rinde
  • Säcke mit Samen und Gewürzen

Die Geschichte des Ortes

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Diesen Basar nannten die Händler Ägyptischer Basar. Die ersten Chronisten kannten ihn als Neuer Basar oder Basar der Valide Sultan. Doch bis zur Mitte des achtzehnten Jahrhunderts trafen Waren aus Kairo hier in solchen Mengen ein, dass die früheren Namen dem neuen wichen. Ägypten war ein Umschlagplatz: Kaffee kam über das Rote Meer aus Jemen, Gewürze und Arzneirohstoffe aus Arabien und Indien; anschließend brachten Kaufleute sie über das Mittelmeer nach Istanbul. Was weit außerhalb Ägyptens gewachsen war, kam als Ware aus Kairo auf den Ladentisch.

Etwa die Hälfte der hundert hiesigen Läden nahmen die Attare ein – Händler mit Stoffen, aus denen Medikamente hergestellt wurden. Drei Eingänge des Basars waren ihnen zugeteilt, weitere drei den Verkäufern von Baumwolle und Steppdecken. Die Attare belieferten kleine Läden in der ganzen Stadt, arbeiteten aber auch selbst mit Kunden: Sie mischten Salben und Sirupe, stellten Pillen her und bereiteten Mischungen nach ärztlichen Rezepten zu. In ihren Vorräten lagen Wurzeln, Blätter, Mineralien, Farbstoffe, Gifte und tierische Rohstoffe nebeneinander. Das Einkommen hing von der Fähigkeit ab, Hunderte von Stoffen zu unterscheiden und zu lagern; ein Fehler beim Beutel oder bei der Beschriftung konnte in ein Medikament gelangen.

Im neunzehnten Jahrhundert gab es in Istanbul immer mehr diplomierte Apotheker und Fertigpräparate. Die Apotheker bemühten sich um das ausschließliche Recht, Medikamente herzustellen und zu verkaufen, weil die gewohnten Kunden weiterhin zu den Attaren gingen. Die ersten Beschränkungen, die zu Beginn der sechziger Jahre eingeführt wurden, befolgten die Händler nur schlecht.

Daraufhin stellte der Kaiserliche Medizinrat, der für die Sicherheit des Arzneimittelhandels zuständig war, eine besondere Anweisung mit zehn Artikeln zusammen. Ihr Titel nannte ausdrücklich sowohl die Händler von Arzneirohstoffen als auch den Ägyptischen Basar: Gerade hier befand sich der wichtigste Großhandelsknotenpunkt. Im Jahr eintausendachthundertvierundachtzig wurde den Attaren verboten, Apotheken zu eröffnen; einen neuen Laden durften sie nur mit einer städtischen Lizenz und nach Registrierung bei den Medizinbeamten einrichten.

Für den Handel mit Arzneistoffen führte man zwei fadengebundene Bücher ein. In das eine trug man die Abgabe von Waren an Apotheker ein, in das andere die Abgabe an Handwerker, die Chemikalien für ihr Gewerbe benötigten. Beim Verkauf eines giftigen Stoffes musste man dessen Namen und Menge, Beruf und Adresse des Käufers sowie das Datum angeben und anschließend seine Unterschrift einholen. Unmittelbar an einen Kranken durfte ein Attar eine solche Ware nicht mehr verkaufen. Ein Jahr später wurden auch Fertigpräparate, Mischungen mit nicht offengelegter Zusammensetzung und nach ärztlichem Rezept hergestellte Medikamente verboten.

Die Apotheker erhielten die Medikamente, den Attaren blieben Rohstoffe, Gewürze und Farbstoffe. Als sich Apotheken und Parfümerien ausbreiteten, begann das frühere Gewerbe zu verschwinden. Nach dem Brand des Jahres eintausendneunhundertvierzig wiesen die städtischen Verwalter den Attaren sechs wiederhergestellte Läden zu, doch Interessenten fanden sich nur für drei. Für einige Jahre rettete die kriegsbedingte Knappheit an Kleidung den Handel: Die Istanbuler färbten alte Stoffe um und kauften Anilinfarbstoffe und Seife bei den Attaren. Bis zum Jahr eintausendneunhundertfünfundvierzig gab es hier wieder elf ihrer Läden. In den fünfziger Jahren fand ein Forscher des alten Istanbul unter drei Gewürzläden nur einen echten Attar.

Von der früheren Aufteilung sind die sechs Eingänge und die Bezeichnungen der Tore erhalten geblieben. Im Inneren lassen sich die neunundvierzig Läden der Arzneirohstoffhändler nicht mehr von den Reihen der Baumwollhändler trennen. Wurzeln, Rinde, Samen, Kräuter und Gewürze sind geblieben; Pillen, Salben und Rezeptmischungen sind verschwunden. Die Lieferungen aus Kairo gaben dem Basar seinen Namen, und die Apotheker bestimmten, was genau unter diesem Namen verkauft werden durfte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktRüstem-Pascha-Moschee
Eintrittfrei zugänglich

Die Handelswebsite des Basars gab zum Zeitpunkt der Überprüfung täglich 08:00–19:30 an; Feiertage, Renovierungen und die Öffnungszeiten einzelner Läden müssen vor der Veröffentlichung erneut überprüft werden.

Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Halten Sie sich am Rand des Stroms und fragen Sie vor dem Fotografieren von Waren oder Verkäufern um Erlaubnis.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Basar auf der Seite von Tahtakale und suchen Sie die Treppe, die über den Handelsreihen hinaufführt.

Stopp 3 von 8Weiter: Rüstem-Pascha-Moschee

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Handelsstadt Istanbul: Hafen, Märkte und sultanische Stiftungen“ — 8 Stopps, ca. 3 km, 2,5–3,5 Stunden.

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