Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassadenmalereien
- Paneel an der Ostwand
- Ziegelmauerwerk
Die Geschichte des Ortes
Die Backsteinkirche steht dort, wo eine Holzmauer einst den Südrand des Ostrogs abschloss. Oben fanden Gottesdienste statt, während das untere Stockwerk als städtischer Vorratsspeicher diente: Neben der warmen Seitenkapelle lagerte man Getreide, Pelze und die Wojewodenkasse. Von der Festungsmauer, dem Amtsgebäude und den Lagern ist nichts erhalten; die Linie der alten Befestigung lässt sich nur an diesem Gebäude ablesen. Auf seinen Backsteinfassaden sind farbige Malereien erhalten.
Im September neunzehnhundertvierundsiebzig kam der Restaurator Leonid Gratschow für zehn Tage zur Spasskaja-Kirche. Er sollte herausfinden, ob unter der Tünche und einer Zementschicht noch Malerei vom Beginn des neunzehnten Jahrhunderts erhalten war. Ein Irrtum konnte hier die farbigste Schicht kosten: Man konnte sie zusammen mit der späteren Überdeckung abnehmen oder sie für verloren erklären und darüber neu malen.
Die Fassade wurde nach der Schließung der Kirche im Jahr neunzehnhunderteinunddreißig überstrichen. In dem Gebäude folgten aufeinander ein Wohnheim, Werkstätten, Kommunalwohnungen und Lager. Die Innenmalereien gingen zugrunde, die äußeren wurden übertüncht und stellenweise mit Zement überzogen. Niemand wusste mehr, was genau zwischen dem Ziegelmauerwerk und dieser Hülle erhalten geblieben war.
Vom siebzehnten bis zum siebenundzwanzigsten September nahm Gratschow Sondierungsfreilegungen vor. Unter den späteren Schichten kam alte Farbe zum Vorschein. Das genügte, um auf eine rein weiße Fassade zu verzichten und die Freilegung fortzusetzen. Die Arbeit übernahm der Künstlerrestaurator Jewgeni Maslow, der vor Irkutsk die Malereien der Kathedralen des Moskauer Kreml restauriert hatte. Im Sommer neunzehnhundertachtundsiebzig schlossen die Restauratoren die Freilegung ab und begannen, die verlorenen Farben zu ergänzen. Bis neunzehnhundertneunundsiebzig war die Malerei auf die Fassaden zurückgebracht, und drei Jahre später eröffnete im ehemaligen Kirchengebäude ein Ausstellungssaal des Heimatmuseums.
Das Ergebnis vor Augen darf man jedoch nicht vollständig für unberührte Malerei halten. Ursprünglich wurde sie in Tempera ausgeführt, später mit Ölfarben überarbeitet und im zwanzigsten Jahrhundert aus erhaltenen Fragmenten und restauratorischen Ergänzungen zusammengesetzt. Der rechte Teil des großen Paneels an der Ostwand wurde neu gemalt. Die zentrale Szene, die Taufe Christi, stellte man an ihrem früheren Platz wieder her.
Der Name der Kirche geht jedoch auf ein anderes Bild zurück. Als Spas bezeichnet man hier Christus, als Nicht-von-Menschenhand geschaffenes Bild sein Antlitz, das sich nach kirchlicher Überlieferung ohne Zutun eines Künstlers auf einem Tuch abgedrückt haben soll. Diesem Bild widmete man den Hauptaltar. Im Jahr eintausendsiebenhundertzehn brachten die Stadtbewohner aus der früheren Holzkirche eine Kirchenfahne mit dem Antlitz des Spas in die Steinkirche. Die örtliche Überlieferung verbindet diese Kirchenfahne mit den Kosaken, die kamen, um den Irkutsker Ostrog zu gründen; für diesen Teil der Geschichte gibt es keinen urkundlichen Beleg.
Die Steinkirche wurde im Jahr eintausendsiebenhundertsechs auf Anordnung des Irkutsker Wojewoden Larion Sinjawin und mit von den Stadtbewohnern gesammelten Mitteln angelegt. Der Moskauer Meister des Steinbaus Moissei Dolgich richtete Ziegelöfen ein, suchte in der Nähe nach Lehm und Kalk und errichtete die Kirche direkt in der südlichen Mauer der Holzfestung. Oben hielt man Gottesdienste ab, und im unteren Stockwerk lagerte man neben der warmen Nikolaus-Seitenkapelle Getreide, Pelze und die Wojewodenkasse.
Von der Mauer des Ostrogs, dem Amtsgebäude und den Lagern ringsum ist nichts erhalten. Die Spasskaja-Kirche ist das einzige Gebäude, anhand dessen sich die frühere Grenze der Festung nachzeichnen lässt. Seit Beginn des Jahres zweitausendsieben finden in ihr wieder Gottesdienste statt. Im Inneren gibt es keine alte Malerei mehr, außen aber bleibt das erhalten, was Gratschow in zehn Septembertagen unter dem Zement fand.
Praktisch vor Ort
Aktive Kirche; den aktuellen Gottesdienstplan prüfen Sie am besten am Tag des Besuchs auf der Website der Gemeinde.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die größte Besonderheit dieser Station ist von der Straße aus zu sehen, daher ist der Eintritt nicht erforderlich. Versperren Sie nicht den Durchgang und gehen Sie nicht unmittelbar an die Malereien heran.
