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Worauf achten
- Bogen des Moskauer Tors
- Angara
- Aufgeschüttete Fläche
Die Geschichte des Ortes
Der Bogen des Moskauer Tors steht auf einer aufgeschütteten Fläche an der Angara, dort, wo das Stadtufer einst in den Posten überging. Durch ihn kamen die aus dem Westen Anreisenden: zuerst die Überfahrt über den Fluss, dann die Prüfung der Papiere und die Eintragung in die Stadtbücher. Hinter dem Fluss begann der Moskauer Trakt, die Landstraße in den europäischen Teil des Landes; von hier aus eröffnete sich dem Reisenden Irkutsk. Der Name des Tors hängt mit dieser Richtung zusammen, obwohl der Bogen selbst zu Ehren des zehnjährigen Regierungsjubiläums von Aleksandr I. errichtet wurde.
Am siebenundzwanzigsten August eintausendachthundertsechsundzwanzig versammelten sich Einwohner von Irkutsk am Moskauer Tor. Sie erwarteten die erste Gruppe von Dekabristen, die nach dem gescheiterten Aufstand gegen die Selbstherrschaft und die Leibeigenschaft zur Zwangsarbeit verurteilt worden waren. Jewgeni Obolenski, Wassili Dawydow, Artamon Murawjow und Aleksandr Jakubowitsch waren noch kurz zuvor Offiziere gewesen und hatten von ihrem Sold gelebt; nun hatte man ihnen Rang und Adelstitel aberkannt und brachte sie in Ketten durch das ganze Land.
Der Beamte der Gouvernementverwaltung Pawel Zdor befand sich unter den Menschen an der Angara. Er ging zu dem von einem Gendarmen bewachten Wagen und legte zwei Gefangenen fünfzig Rubel in die Hände. Zdor kannte ihre Namen damals nicht – erst später erfuhr er, dass das Geld Murawjow und Dawydow erhalten hatten. Er wagte es nicht, in Gegenwart des Kurieroffiziers mit den Gefangenen zu sprechen. Diese kurze Episode ist aus den Aussagen bekannt, die der Beamte später bei der Untersuchung machte.
Das Treffen wurde gerade hier organisiert, weil das Moskauer Tor ein Stadtposten war. Hinter der Angara begann der Moskauer Trakt – die Landstraße in den europäischen Teil des Landes. Reisende setzten über den Fluss, an den Toren prüften Beamte ihre Dokumente und registrierten die Ankommenden. Deshalb hieß der Bogen Moskauer Tor, obwohl er zu Ehren des zehnjährigen Regierungsjubiläums von Aleksandr I. errichtet worden war. Für einen aus dem Westen ankommenden Menschen begann Irkutsk an diesem Ufer.
Über das Schicksal der Dekabristen musste Nikolai Gorlow entscheiden, der Vorsitzende der Gouvernementverwaltung und kommissarische Gouverneur. Eine genaue neue Anordnung über den Ort der Zwangsarbeit hatte er nicht, doch ein früheres Gesetz schrieb vor, wegen Aufruhrs Verurteilte in die Nertschinsker Bergwerke zu schicken. Gorlow wählte einen anderen Weg. Nach dem Gutachten eines Arztes ließ er den Gefangenen die Ketten abnehmen, gab ihnen Zeit zur Erholung und verteilte sie auf drei staatliche Betriebe in der Nähe von Irkutsk: eine Saline und zwei Brennereien. Die Bedingungen dort waren milder als in Nertschinsk, und die Gefangenen konnten mit Einheimischen verkehren.
Die Erleichterung dauerte einige Wochen. Als aus der Hauptstadt eine Anfrage eintraf, stellte sich heraus, dass die Dekabristen ganz und gar nicht dort waren, wo man sie erwartet hatte. Man brachte sie nach Irkutsk zurück und schickte sie am achten Oktober zur Nertschinsker Zwangsarbeit, in das Blagodatski-Bergwerk. Gorlow musste sowohl die Wahl der Betriebe als auch die Aufhebung der Bewachung erklären, nach der die Stadtbewohner Zugang zu den Gefangenen erhielten. Im Jahr eintausendachthundertachtundzwanzig bestätigte der Kaiser die Entscheidung des Senats: Gorlow wurde seines Amtes enthoben und anschließend überhaupt aus dem Staatsdienst entlassen.
Der Bogen, unter dem die Einwohner von Irkutsk die Zwangsarbeiter empfingen, ist nicht bis heute erhalten. Man riss ihn im Jahr eintausendneunhundertachtundzwanzig ab, als sich die Mauern zur Angara neigten und Risse bekamen. Das heutige Tor wurde im Jahr zweitausendelf nach alten Zeichnungen und Fotografien errichtet, bereits auf einem durch Aufschüttung erweiterten Ufer. Damals fand man in der Nähe auch das Fundament des früheren Postens. Gerade daneben standen die Wagen, der Gendarm und der Beamte mit fünfzig Rubel in der Hand.
Praktisch vor Ort
Die Uferpromenade ist rund um die Uhr zugänglich; das Moskauer Tor wird gewöhnlich von außen besichtigt, einen regelmäßigen Museumszugang ins Innere gibt es nicht.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Tor als moderne Rückkehr eines verlorenen Bildes, nicht als erhaltenes Denkmal des XIX. Jahrhunderts. Rechnen Sie nicht mit einem Zugang ins Innere.
