Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die lange Tempelfassade
- Das zentrale Altarjoch
- Die äußersten Joche der Halle
- Der erweiterte Seitenflügel
Die Geschichte des Ortes
Hinter der langen Fassade des Thế Tổ Miếu erstreckt sich eine Halle, die in Joche mit Altären für die Ahnentafeln der Herrscher der Nguyễn-Dynastie und ihrer Ehefrauen gegliedert ist. Das Heiligtum wurde im Jahr achtzehnhunderteinundzwanzig auf Befehl Minh Mạngs errichtet und dem Gründer des Herrscherhauses gewidmet; den zentralen Platz bestimmte man für ihn und zwei Kaiserinnen. Wenn die folgenden Herrscher starben, fügte man ihre Tafeln in den benachbarten Teilen der Halle hinzu, und die Hofmänner kamen hierher zu Gedenkriten. Die äußersten Joche und der erweiterte Seitenflügel zeigen, dass die innere Ordnung dieses Tempels nicht unverändert blieb.
Am fünfundzwanzigsten Januar neunzehnhundertneunundfünfzig veranstaltete der Rat der Nguyễn-Phúc-Familie hier eine ungewöhnliche Zeremonie. Vertreter der Nachkommen der kaiserlichen Familie setzten sich für einen Platz für drei verstorbene Monarchen ein – Hàm Nghi, Thành Thái und Duy Tân. Ihre Ahnentafeln wurden in die Halle gebracht und auf neuen Altären aufgestellt. Zuvor hatte die Dynastie diese drei nicht zu ihrem eigenen Ahnenkult zugelassen.
Der vollständige Name des Tempels lautet Thế Tổ Miếu. Thế Tổ ist der Tempelname von Gia Long, dem Gründer der Nguyễn-Dynastie. Nach seinem Tod ließ sein Sohn und Nachfolger Minh Mạng dieses Heiligtum im Jahr achtzehnhunderteinundzwanzig errichten. Auf dem zentralen Altar stellte man die Tafeln von Gia Long und seinen beiden Kaiserinnen auf. Mit dem Tod der folgenden Monarchen nahmen ihre Tafeln die benachbarten Joche ein. Hier vollzogen die Hofmänner Gedenkzeremonien; die Frauen des Kaiserhauses wurden zur Ahnenverehrung in ein anderes Heiligtum geschickt.
Ein Platz an einem solchen Altar stand einem nicht automatisch zu. Bis zum Ende der Monarchie hatten dreizehn Nguyễn-Kaiser über Vietnam geherrscht, doch im Thế Tổ Miếu standen nur sieben kaiserliche Altäre. Dục Đức und Hiệp Hòa wurden im Jahr achtzehnhundertdreiundachtzig gestürzt, zu abgesetzten Herrschern erklärt und aus dem dynastischen Kult ausgeschlossen.
Hàm Nghi, Thành Thái und Duy Tân verloren ihren Platz hier aus einem anderen Grund. Jeder von ihnen widersetzte sich der französischen Kolonialherrschaft und verlor den Thron. Der dreizehnjährige Hàm Nghi verließ die eroberte Zitadelle und rief seine Untertanen auf, den Kampf fortzusetzen. Drei Jahre später wurde er gefasst und nach Französisch-Algerien geschickt. Dort lebte der ehemalige Kaiser von einer Rente, die ihm die französische Verwaltung zugewiesen hatte; man erlaubte ihm nicht zurückzukehren, und er starb im Exil. Thành Thái wurde vom Thron abgesetzt, und sein Sohn Duy Tân wurde nach der Aufdeckung eines Aufstands verbannt. Vater und Sohn gelangten auf die Insel Réunion. Am Hof zählte man sie zu den Kaisern, die das Land verlassen hatten, und stellte in dieser Halle keine Ahnentafeln für sie auf.
Die Monarchie endete im Jahr neunzehnhundertfünfundvierzig. Vierzehn Jahre später entschied der Familienrat, dass der Widerstand, wegen dessen die drei verbannt worden waren, ihnen ihren Platz unter den Ahnen nicht länger nehmen sollte. Die alten sieben Altäre rückte der Rat nicht um. Für Hàm Nghi und Duy Tân nutzte man die beiden äußersten Joche, und für den Altar Thành Tháis baute man eine hölzerne Trennwand im Seitenflügel ab und erweiterte die Halle.
Deshalb entspricht die heutige Ordnung weder der Reihenfolge der Regierungszeiten noch dem Rangalter in der Familie. Der Altar Khải Địnhs blieb näher am Zentrum als die Altäre seines Onkels Hàm Nghi und seines älteren Verwandten Thành Thái. Die Ahnentafel Duy Tâns steht im früheren äußersten Joch, und die Ahnentafel seines Vaters Thành Thái steht hinter dem Platz, der ihr im Jahr neunzehnhundertneunundfünfzig freigemacht wurde.
Praktisch vor Ort
Der Hof ist mit Eintrittskarte während der Öffnungszeiten des Komplexes zugänglich; der reguläre Zugang zum Innenraum des Tempels ist seit dem 9. September 2025 eingestellt.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Sprechen Sie leise, berühren Sie die Altäre nicht und befolgen Sie die Regeln für Aufnahmen und Zugang im Tempelraum.
