Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Porträt des Schiffes „Sir John Rae Reid“
- Familienräume
- Koloniale Alltagsgegenstände
- Gegenstände der Seefahrt
Die Geschichte des Ortes
In der Eingangshalle hängt ein Porträt eines Schiffes, und dahinter liegen die Räume des ehemaligen Familienhauses sowie eine Sammlung von Gegenständen aus dem kolonialen Hobart. Das Haus nimmt den oberen Teil eines langgestreckten Grundstücks ein, das sich einst von hier bis zum New Wharf hinabzog: Unten lagen die Handelslager, oben lebte die Familie des Eigentümers. Ein solches Grundstück verband das Entladen von Schiffen, die Bürogeschäfte und den Weg nach Hause auf einem einzigen Gelände. Später trug man hier Gegenstände des Alltags und der Seefahrt zusammen und eröffnete ein Museum, das zum ersten Museum für Volkskunde in Australien wurde; warum sich für das Haus der Name Narryna einbürgerte, haben die Forschenden bis heute nicht herausgefunden.
Kapitän Andrew Haig baute dieses Haus, um hier als erfolgreicher Hobarter Kaufmann zu wohnen. Als Haig, seine Frau Elizabeth und ihre sieben Kinder schließlich einzogen, musste das Haus bereits beliehen werden: Der Familie fehlte Geld für die täglichen Ausgaben und die Löhne der Bediensteten.
Haig begann als Kapitän zur See. Mit einer Lizenz der British East India Company handelte er zwischen Kalkutta und Kanton – dem heutigen Guangzhou: Er brachte Opium nach China und erhielt Tee, Seide, Porzellan und Lackwaren. Im Jahr eintausendachthundertvierundzwanzig musste sein Schiff auf dem Weg nach Südamerika repariert werden. Haig verbrachte zwei Wochen in Hobart, sah den geschäftigen Hafen und kaufte einen schmalen Landstreifen von etwa zwei Acres – von der Hampden Road bis zur damaligen Uferlinie.
Zehn Jahre später verband dieses Grundstück zwei Teile seines Unternehmens. Am New Wharf errichtete Haig Lagerhäuser, die Sie bereits am Salamanca Place hinter sich gelassen haben. Hier, am oberen Ende desselben Grundstücks, begann er mit dem Bau des Familienhauses. Der Kaufmann konnte die Ladung am Wasser übernehmen, seine Geschäfte in den Lagerhäusern führen und nach Hause zurückkehren, ohne sein eigenes Grundstück fast verlassen zu müssen.
Doch der Bau zog sich bis Oktober eintausendachthundertvierzig hin, und die Geschäfte begannen schon früher zusammenzubrechen. Der europäische Abschwung erreichte die britischen Kolonien. Im Jahr eintausendachthundertneununddreißig nahm Haigs Onkel ihm das Schiff „Sir John Rae Reid“ weg, das dem Kapitän etwa fünfhundert Pfund im Jahr einbrachte. Zugleich fiel Haig als Geschäftsführer der Derwent Shipbuilding Company ein schwerer Anteil an deren Schulden zu.
Die Familie lebte etwas mehr als ein Jahr in dem lang erwarteten Haus. Ende eintausendachthunderteinundvierzig konnte Haig die Hypothek bereits nicht mehr bezahlen und brachte seine Frau und die Kinder in ein kleines Haus in der Kelly Street. Im Januar schrieb er, dass er nicht einmal Geld für Brot habe und acht Menschen von ihm abhingen. Im April eintausendachthundertzweiundvierzig stellten die Gläubiger Narryna, die Lagerhäuser und das übrige Eigentum zur Zwangsversteigerung.
Haig vermied den formellen Bankrott, gewann seine frühere Stellung jedoch nicht zurück. Er übernahm Aufträge, Kohle und Ballast zu Schiffen zu bringen, und untersuchte Schiffe; manchmal überstiegen die Arbeitskosten den Verdienst. Später gelang es ihm, eine Stelle als Schiffsinspektor und anschließend als Beamter für Einwanderungsangelegenheiten zu erhalten. Er blieb in Hobart, kehrte aber nie wieder in dieses Haus zurück.
Die heutigen Räume sind nicht als unberührtes Wohnhaus der Haigs erhalten geblieben. Hobarts Einwohner trugen hier Gegenstände zusammen, die mit dem kolonialen Alltag, dem Handel und der Seefahrt verbunden waren, und eröffneten im Jahr eintausendneunhundertsiebenundfünfzig das erste Museum für Volkskunde in Australien. Haig selbst nannte das Gebäude in seinem Tagebuch einfach das Neue Haus; die Herkunft des später eingebürgerten Namens „Narryna“ konnten die Forschenden bis heute nicht feststellen.
In der Eingangshalle des Museums hängt ein Porträt der „Sir John Rae Reid“, das Haig als Zeugnis seines Erfolgs auf See und im Handel in Auftrag gab. Das Schiff, dessen Verlust seinen Ruin beschleunigte, blieb auf dem Bild im Inneren des Hauses, das wegen Schulden verkauft worden war.
Praktisch vor Ort
Dienstag–Samstag 10:00–16:00; sonntags und montags geschlossen. Planmäßige Winterschließung: 8. August–1. September 2026.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Eintritt richtet sich nach den Öffnungszeiten des Museums; besondere Besuche sollten Sie im Voraus prüfen, und bei verschlossenen Türen hören Sie die Erzählung am Zaun.
