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Parliament House – ehemaliges Customs House

Parliament House

Diese Station verbindet die Erhebung von Hafenzöllen mit der Frage, wer für das Sträflingssystem zahlen sollte.

15 Min.
Die lange Sandsteinfassade des Parliament House in Hobart mit fünf zentralen Bögen.
Barrylb · Public Domain; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Steinfassade
  • Königliches Wappen über dem Eingang
  • Long Room
  • Keller des King's Warehouse

Die Geschichte des Ortes

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Das königliche Wappen über der Steinfassade kam erst nach dem Umzug des Zolls hierher, als man die frühere Beschriftung zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entfernte. Die Parlamentsräume wurden nicht von Grund auf gebaut: Für das gewählte Zweikammerparlament richtete man Mitte des neunzehnten Jahrhunderts einen zweiten Saal ein, während die Zollbehörden noch fast ein halbes Jahrhundert lang nebenan arbeiteten. Unten befindet sich heute das Parlamentsmuseum, und oben ist der Long Room erhalten.

Im Keller dieses Gebäudes sperrte man einst auf dem Seeweg gebrachte Waren und Rumfässer ein, bis ihre Besitzer die Zölle bezahlt hatten. Der Raum hieß King's Warehouse. Ein Stockwerk höher tagten Menschen, denen man einmal vorschlug, die Kosten des Sträflingssystems aus denselben kolonialen Einnahmen zu decken.

Ursprünglich sollte sich hier tatsächlich das Customs House befinden. Als die Küstenlinie viel näher verlief, konnte Schiffsfracht von den hiesigen Anlegestellen direkt zum Lagerhaus gebracht werden. Der Koloniearchitekt John Lee Archer entwarf das Gebäude im Jahr achtzehnhundertdreißig. Die Steinblöcke wurden überwiegend von Verurteilten behauen, und am ersten September achtzehnhundertvierzig nahmen die Zollbeamten ihre Arbeit auf.

Neun Monate später wies die Verwaltung den oberen Long Room dem Legislative Council zu. So hieß das damals einzige gesetzgebende Beratungsgremium von Van-Diemens-Land – diesen Namen trug Tasmanien bis zum Jahr achtzehnhundertsechsundfünfzig. Der Council wurde nicht gewählt: Der Gouverneur berief seine Beamten und einige Kolonisten in ihn.

Einer der Berufenen war der dreißigjährige Richard Dry. Seinen Lebensunterhalt bestritt er aus den Einkünften des geerbten Quamby Estate, und der Sitz im Council gab ihm die Möglichkeit, die Ausgaben der Kolonie zu prüfen. Mitte der vierziger Jahre erlebte die Insel einen wirtschaftlichen Abschwung, die Zahl der aus Britannien geschickten Verurteilten stieg, und die Unterhaltung von Polizei und Gefängnissen kostete die örtliche Staatskasse jährlich sechsunddreißigtausendsiebenhundertsiebenunddreißig Pfund. London verlangte, dass die Kolonisten selbst einen immer größeren Anteil dieser Summe zahlten.

Dry setzte sich für eine Untersuchung der Ausgaben des Sträflingsamts ein. Er wollte der britischen Regierung beweisen, dass das von ihr geschickte System die Insel ruinierte und freie Arbeitskräfte verdrängte. Der Vizegouverneur John Eardley-Wilmot wollte den Haushalt ohne eine solche Untersuchung verabschieden. Zweimal, als die Stimmen gleich verteilt waren, stimmte er als Vorsitzender noch einmal ab und lehnte Drys Antrag ab.

Am einunddreißigsten Oktober achtzehnhundertfünfundvierzig wurde der Haushalt zur dritten Lesung vorgelegt. Dry und fünf weitere zivile Mitglieder verließen den Long Room und traten zurück. Nach ihrem Weggang war kein Quorum mehr vorhanden – die festgelegte Zahl von Mitgliedern, ohne die der Council keine Gesetze verabschieden konnte. Die sechs verloren ihre Sitze und den unmittelbaren Zugang zur Entscheidungsfindung. Zeitungen nannten sie die „Patriotic Six“, und bei Drys Rückkehr nach Launceston empfing ihn ein städtischer Umzug.

Der Gouverneur ernannte andere Ratsmitglieder, doch der Streit musste in London entschieden werden. Im Jahr achtzehnhundertsechsundvierzig erklärte sich das British Treasury bereit, zwei Drittel der Ausgaben für Polizei und Gefängnisse zu bezahlen. Das Colonial Office erkannte die Argumente der sechs an, und im Juli achtzehnhundertsiebenundvierzig wurden sie in diesem Gebäude erneut vereidigt. Vier Jahre später kehrte Dry als gewählter Vertreter von Launceston hierher zurück; die Mitglieder des erneuerten Council wählten ihn einstimmig zu ihrem Vorsitzenden.

Im Jahr achtzehnhundertsechsundfünfzig richtete man für ein gewähltes Zweikammerparlament einen zweiten Saal ein, und die Kolonie wurde in Tasmanien umbenannt. Die Zollbeamten nutzten jedoch noch fast ein halbes Jahrhundert lang einen Teil des Gebäudes. Nach ihrem Umzug in den Jahren neunzehnhundertdrei und neunzehnhundertvier entfernte man von der Fassade die Worte „Customs House“ und brachte über dem Eingang das königliche Wappen an. Darunter befindet sich weiterhin der Keller des King's Warehouse, der heute vom Parlamentsmuseum genutzt wird, und ein Stockwerk höher der Long Room, aus dem die sechs Ratsmitglieder die Sitzung sprengten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSalamanca Place
Eintrittvon außen

Fassade und Garten sind vom öffentlichen Raum aus sichtbar; der Zugang zu den Innenräumen hängt vom Parlamentsbetrieb und einzelnen Programmen ab.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Hauptgeschichte lässt sich von außen erleben; prüfen Sie den Zugang zu den Parlamentsräumen und zum Museum gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie das Parliament House hinter sich und gehen Sie zu den Lagerhausfassaden der Salamanca Place.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

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