Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Quadratische Öffnung
- Geneigter steinerner Baukörper
- Acht lange Steine des oberen Abschlusses
Die Geschichte des Ortes
Am zwölften September zweitausendsechzehn verschob ein Erdbeben der Stärke fünf Komma acht die Steine von Cheomseongdae. Der Turm neigte sich zusätzlich um etwa zwei Zentimeter nach Norden, und die Blöcke des quadratischen Abschlusses oben gingen auseinander. Danach begannen Nachbeben.
Am nächsten Morgen trafen Fachleute der Koreanischen Kulturerbeverwaltung ein. Sie mussten entscheiden, ob das Mauerwerk weitere Erschütterungen aushalten würde und ob man es ohne Abtragung belassen konnte. Ein Fehler in die eine Richtung drohte mit Einsturz, in die andere mit dem Verlust der alten Anordnung der Steine durch eine unnötige Reparatur. Am zwanzigsten und einundzwanzigsten September untersuchten Ingenieure den Turm, und am zweiundzwanzigsten stellte eine Kommission fest, dass keine unmittelbare Einsturzgefahr bestand. Cheomseongdae wurde weder abgetragen noch geradegerichtet. Die Fachleute erhielten den Auftrag, seine Bewegungen zu überwachen, den Boden zu untersuchen und die oberen Blöcke für den Fall neuer Erschütterungen zu sichern. Diese Überwachung dauert an: Sensoren zeichnen die Bewegungen des Mauerwerks auf.
Bewahrt wurde ein Bauwerk, dessen Entstehung nur in groben Zügen bekannt ist. Im siebten Jahrhundert errichtete ihn der Hof der Königin Seondeok – der ersten Frau, die Silla aus eigenem Recht regierte. Cheomseongdae bedeutet „Plattform zur Beobachtung der Sterne“. Der älteste erhaltene Eintrag entstand etwa sechs Jahrhunderte nach dem Bau: Er besagt nur, dass man unter Seondeok einen Turm aus behauenem Stein errichtete. Der Verfasser nannte weder die Baumeister noch die Beobachter oder ihre Instrumente.
Für den Königshof waren die Bewegungen der Gestirne Grundlage des Kalenders und ein Mittel, das Schicksal des Staates zu deuten. Vom Kalender hingen die Zeitpunkte landwirtschaftlicher Arbeiten und von Riten ab, von Himmelszeichen die Entscheidungen am Hof. Deshalb errichtete man den Turm in der Ebene neben dem Palast Wolseong und nicht auf einem fernen Gipfel.
Die anerkannte Rekonstruktion der Nutzung von Cheomseongdae sieht so aus: Ein Beobachter des Hofes stieg über eine Außentreppe zu der quadratischen Öffnung zwischen der dreizehnten und fünfzehnten Steinlage hinauf und gelangte dann über eine Innentreppe zur oberen Plattform. Der untere Teil des Turms ist mit Erde und Schotter gefüllt, darüber ist er hohl; lange Quadersteine könnten einen Boden getragen haben. Weder Treppen noch Instrumente noch Aufzeichnungen über Beobachtungen wurden hier gefunden. Deshalb streiten Forschende darüber, ob Cheomseongdae eine Sternwarte, ein Altar oder ein mit der Königin verbundenes Gedenkbauwerk war.
Im oberen quadratischen Abschluss liegen weiterhin acht lange Blöcke, und der Turm behält seine leichte Neigung nach Norden. Sensoren messen seine Verschiebungen; oben gibt es weder alte Treppen noch Instrumente.
Praktisch vor Ort
Üblicherweise ganzjährig geöffnet; im Sommer 09:00–22:00, im Winter 09:00–21:00; Besichtigung kostenlos.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Turm von mehreren Seiten und bleiben Sie dabei hinter den Absperrungen; verstehen Sie kalenderbezogene Deutungen seiner Zahlen als Versionen, nicht als genaue Entschlüsselung.
