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Corrala de Santiago: ein Haus rund um den Himmel

Corrala de Santiago

Der gemeinsame Hof verbindet die Anlage eines Mietshauses mit dem Preis, den seine letzten Bewohner für den Erhalt des Gebäudes zahlten.

15 Min.
Innenhof und Galerien der Corrala de Santiago in Granada.
José Luis Filpo Cabana · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Rechteckiger offener Hof
  • Dreigeschossige Holzgalerien
  • Drei steinerne Waschbehälter
  • Gemeinsamer Wasserhahn

Die Geschichte des Ortes

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Der Name bewahrt die alte Straßenadresse, nicht die Erinnerung an einen Eigentümer. Hinter dem Eingang führt ein Korridor in einen Innenhof, um den sich auf drei Ebenen Holzgalerien mit Türen zu einzelnen Zimmern ziehen. So nennt man in Spanien Mietshäuser, die um einen gemeinsamen Hof angeordnet sind: Die Wohnungen waren getrennt, Wasser, Wäsche und Alltagsarbeiten jedoch gemeinschaftlich. Drei steinerne Behälter für Wäsche und ein Wasserhahn im Hof verraten noch heute diese frühere Lebensordnung.

Im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig wurden die letzten Mieter von hier umgesiedelt. Unter ihnen war Antonia, eine Frau aus dem Realejo, die mit neun Jahren zu arbeiten begann: Sie diente in fremden Häusern, wusch Böden und zog ihre jüngeren Brüder und Schwestern groß. Sie heiratete nicht. In der Corrala de Santiago mietete Antonia eine Unterkunft – genau für solche Mieter gab es dieses Haus.

Hinter der bescheidenen Tür erstreckt sich ein langer Durchgang, dahinter öffnet sich ein rechteckiger Hof. Um ihn verlaufen auf drei Ebenen Galerien, von denen man in einzelne Zimmer gelangte. Der offene Hof gab Licht und Luft; Wasser, Wäsche und ein wesentlicher Teil des Alltags blieben gemeinschaftlich. Deshalb bezeichnet das spanische Wort „corrala“ hier ein Mietshaus mit Wohnungen um einen gemeinsamen Hof, und das Rechteck des Himmels über dem Kopf ist Teil seiner Anlage.

Gegen Ende der achtziger Jahre war das Haus stark verfallen. Die Galerien wurden nach Belieben umgebaut, einige Öffnungen mauerten die Bewohner zu, doch mehrere Familien lebten noch hier. Jaime Montaner, der regionale Leiter für öffentliche Bauarbeiten, wollte das Gebäude erhalten: Er kaufte es den Eigentümern ab und plante, darin ein staatliches Architekturinstitut unterzubringen. Die Bewohner wurden derweil in neue Viertel umgesiedelt.

Antonia wurde im dritten Stock eines Hauses ohne Aufzug untergebracht. Im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig war sie etwa sechzig Jahre alt; in einem fast dreißig Jahre später aufgezeichneten Interview erzählte sie, dass sie die Wohnung seit fünf Jahren fast nur noch für Arztbesuche verlassen habe. Die Brüder und Schwestern, um die sie sich gekümmert hatte, waren gestorben. Täglich brachte ihr eine Frau Essen, die Antonia einst großgezogen hatte, als Antonia als Dienstmädchen im Haus ihrer Familie arbeitete. So endete die Geschichte einer der letzten Mieterinnen hier.

Das Architekturinstitut entstand hier letztlich nicht. Der Architekt Carlos Sánchez restaurierte den Hof und die Holzgalerien, und Juan López Martos, der Montaner ablöste, übergab das Gebäude der Universität Granada. Oben richtete man Zimmer für anreisende Lehrkräfte und Studierende ein, das Erdgeschoss und den Hof bestimmte man für Ausstellungen, Aufführungen und Konzerte. Der gemeinsame Raum blieb erhalten, doch nun wird er von vorübergehenden Universitätsgästen und Besuchern kultureller Veranstaltungen geteilt.

Zur selben Zeit erhielt der frühere „corral“ oder „Hof an der Calle Santiago“ den offiziellen Namen Corrala de Santiago. Santiago ist hier eine Adresse, nicht der Name eines Eigentümers. Beim Umbau ließ man im Hof drei steinerne Waschbehälter und einen gemeinsamen Wasserhahn stehen. Antonia und die übrigen Mieter wurden von hier umgesiedelt; was zu ihrem gemeinsamen Alltag gehört hatte, blieb unter demselben Rechteck des offenen Himmels zurück.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSanto Domingo: Kirche des verschwundenen Klosters
Eintrittvon außen

Offizielle Residenz der Universität Granada; besichtigen Sie sie von außen und betreten Sie den Hof nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis oder eine Veranstaltung.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Corrala wird von der Universität genutzt und ist kein frei zugänglicher Durchgangshof. Betreten Sie sie nur bei ausdrücklich erlaubtem Zugang und bewahren Sie Ruhe.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie die Corrala zur Plaza del Realejo und gehen Sie über die Calle Carnicería zur Fassade der Kirche.

Stopp 5 von 8Weiter: Santo Domingo: Kirche des verschwundenen Klosters

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Realejo: jüdisches Viertel, Plätze und Gärten“ — 8 Stopps, etwa 2,5 km, 2–3 Stunden.

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