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Worauf achten
- Gebetsraum
- Mihrab
Die Geschichte des Ortes
Der erhaltene Gebetsraum mit Mihrab erinnert an einen ganzen Lehrhof im Viertel der Große Moschee von Granada, des Zacatín und der Alcaicería. Hier wohnten, beteten und lernten die Schüler, während die Lehrkräfte aus Granada und Nordafrika kamen. Die Schule bildete Rechtsgelehrte für die Gerichte und Beamte des Staates aus, doch zum Lehrplan gehörten auch Sprache, Mathematik, Astronomie und Medizin. Später wurde das Gebäude fast vollständig umgebaut, sodass weder die Studentenzimmer noch der Marmoreingang erhalten blieben.
Im Jahr eintausenddreihundertneunundvierzig erwirkte der erste Minister Ridwan ibn Abdallah die Eröffnung einer staatlichen höheren Lehranstalt an diesem Ort. Granada brauchte Richter, Notare, Beamte und Theologen, die in der am Hof geltenden Rechtstradition ausgebildet waren. Sultan Yusuf I., der sich auf solche Rechtsgelehrten stützen wollte, bestätigte die Gründung der Schule und gab ihr seinen Namen – Yusufiyya. Auf der marmornen Gründungsplatte wurde der Sultan gepriesen, obwohl die Quellen den Entwurf und die Einrichtung der Madrasa vor allem mit Ridwan verbinden.
Ridwan wurde in einer christlichen Familie in Calzada de Calatrava geboren. Noch als Kind geriet er während eines nasridischen Überfalls in Gefangenschaft, wurde als Sklave nach Granada gebracht, nahm den Islam an und erhielt am Hof seine Freiheit und Bildung. Er diente drei Sultanen, führte Verhandlungen mit benachbarten Königreichen und häufte über Jahrzehnte des Hofdienstes ein großes Vermögen an. Ob er die Gründung der Schule mit seinem eigenen Schicksal verband, ist unbekannt. Bekannt ist jedoch, wofür er das Geld ausgab.
Ridwan investierte beträchtliche Mittel in einen Waqf – eine Stiftung ertragreicher Immobilien, die weder zurückgenommen noch unter Erben aufgeteilt werden durfte. Ihre Einkünfte dienten dem Unterhalt des Gebäudes, der Lehrkräfte und der Schüler. Ridwan bezahlte die Ausschmückung der Räume, richtete Zimmer für die Studenten ein und ließ Wasser aus dem städtischen Netz hierher leiten. Dadurch war die Madrasa nicht von einer einmaligen Gabe des Sultans abhängig: Die Schüler erhielten Unterkunft und Zahlungen, die Lehrkräfte einen dauerhaften Unterhalt.
Das Grundstück wählte man gegenüber der Große Moschee von Granada, nahe dem Zacatín und der Alcaicería. Islamisches Recht wurde zuvor vor allem an Moscheen gelehrt; nun entstand daneben ein eigener Ort, an dem die Schüler zugleich wohnten, beteten und lernten. Grundlage des Unterrichts waren Koran, Theologie und Recht; hinzu kamen arabische Sprache, Mathematik, Astronomie und Medizin. Die Lehrkräfte kamen aus Granada und Nordafrika, und die hier ausgebildeten Rechtsgelehrten wurden Richter und Beamte des nasridischen Staates.
Nach der Einstellung des Unterrichts übergab man die ehemalige Madrasa dem Stadtrat, und spätere Eigentümer bauten sie fast vollständig um. Von Ridwans Schule ist am besten der Gebetsraum mit dem Mihrab erhalten – einer Nische, die die Gebetsrichtung anzeigte. Die Studentenzimmer und der Marmoreingang verschwanden; Fragmente der Platte mit Yusufs Namen befinden sich heute im Museum der Alhambra.
Heute finden hier Universitätsvorlesungen, Ausstellungen und Konzerte statt. Am Ort blieb das Wort „Madrasa“, im Museum der Name des Sultans Yusuf, und im Inneren ein Raum der Schule, die der ehemalige Gefangene Ridwan aus seinem Vermögen einrichtete.
Praktisch vor Ort
Montag–Freitag 09:00–21:00, Samstag 11:00–14:00 und 17:30–20:30 (während Ausstellungen); Sonntag und an Feiertagen geschlossen.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die wichtigsten Details befinden sich im Inneren, daher ersetzt eine Außenbesichtigung den Besuch nicht. Falls der Zugang eingeschränkt ist, hören Sie sich die Erzählung am Gebäude an und planen Sie den Innenraum gesondert ein.
