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Worauf achten
- Fünf Meter hohe Hainbuchensäulen
- Lebende Hecken
- Betonbühne
Die Geschichte des Ortes
Fünf Meter hohe Säulen aus geschnittenen Hainbuchen stehen dort, wo einst die steinernen Stützen der romanischen Kirche der St.-Bavo-Abtei aufragten. Die Hecken wiederholen ihren Grundriss, und die Betonplattform nimmt den Platz des Altars ein. Die steinerne Kirche wurde auf Befehl von Kaiser Karl dem Fünften abgetragen.
Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenunddreißig forderte Karl von Gent zusätzliches Geld für seine Kriege. Für die Stadt war dies ein schwieriger Zeitpunkt: Der Tuchhandel brachte bereits nicht mehr die früheren Einnahmen, und von ihm hingen Weber, Handwerker und Kaufleute ab. Die Genter Zünfte und der Stadtrat weigerten sich zu zahlen und versuchten, die alten Steuerprivilegien zu bewahren. Die Rechtsstreitigkeiten brachten nichts. Im Jahr eintausendfünfhundertneununddreißig bewaffneten sich die Handwerker, ein Teil der städtischen Beamten floh oder wurde verhaftet.
Karl wurde in Gent geboren, doch er kam als Kaiser, um mit seiner Heimatstadt abzurechnen. Im Februar eintausendfünfhundertvierzig zog er mit einem viele Tausend Mann starken Heer hier ein. Am dritten Mai trieb man städtische Bedienstete, Zunftälteste, Weber und andere Teilnehmer des Aufstands barfuß dazu, um Vergebung zu bitten. Fünfzig Bürger gingen in weißen Hemden mit Schlingen um den Hals: Daher rührt der Genter Beiname „Schlingenträger“. Danach nahm Karl den Zünften ihre Privilegien, entzog den Bürgern das Recht, die Ratsherren selbst zu wählen, und beschlagnahmte städtisches Eigentum.
Für eine ständige Garnison wählte der Kaiser das Gelände der Abtei an der Schelde. Von hier aus konnten die Soldaten Gent beobachten, und der große Klosterkomplex bot Platz für Bastionen, Kasernen und Gräben. Lucas Munich, der letzte Abt, versuchte, die Gemeinschaft und die Kirche zu bewahren, doch sein Protest änderte nichts. Die Kanoniker wurden in die St.-Johannes-Kirche umgesiedelt, die heutige St.-Bavo-Kathedrale. Die Abteikirche und ein beträchtlicher Teil der benachbarten Siedlung St. Bavo wurden abgerissen. An ihrer Stelle errichtete man eine Festung, die die Genter Spanisches Schloss nannten.
Die Garnison blieb fast drei Jahrhunderte lang hier. In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde die Festung abgetragen; von ihr ist im Coyendanspark nichts geblieben. Die Hainbuchen markieren den Umriss jener Kirche, die für den Bau der Festung zerstört wurde. Die Betonfläche an der Stelle des Altars dient nun als Bühne.
Der Name des Parks ist mit den Bewohnern der verschwundenen Siedlung verbunden. „Coyendans“ bedeutet „Kuh-Tanz“. Die Siedler hatten das Recht, ihr Vieh auf der gemeinsamen, tiefliegenden Wiese des Heernis weiden zu lassen. Vier Verwalter stellten einen Hirten ein, der die gemeinsame Herde jeden Morgen dorthin trieb. Nach dem Jahresabschluss wurde das übrige Geld für ein Fest mit Musik und Bewirtung ausgegeben. Der alte Kuh-Tanz fand nicht hier statt, sondern auf dem Heernisberg.
Nach dem Abriss der Siedlung verschwand diese Tradition. Im Jahr neunzehnhundertzweiundneunzig fanden Bewohner des Viertels ihren Namen im Stadtarchiv und veranstalteten ein neues Nachbarschaftsfest. Im Jahr zweitausendvierzehn wurde der Park Coyendans genannt. Heute finden zwischen den Hainbuchensäulen Feste und Aufführungen statt, und Künstler treten auf den Betonaltar der verschwundenen Kirche.
Praktisch vor Ort
Offener Park; einzelne Rasenflächen und unbefestigte Bereiche sind wetterabhängig.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie den grünen Umriss auf den Wegen entlang, um die Kirchenschiffe und die Grenzen des Gebäudes zu erkennen. Betreten Sie nicht die Pflanzungen und suchen Sie nicht nach einer vollständigen Steinkirche.
