Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Niedrige Klostermauern
- Wieder aufgebaute Kreuzgangbögen
- Bronzetafel mit Porträt
- Leere Bereiche zwischen den Mauern
Die Geschichte des Ortes
Das Klosterleben war um einen Innenhof organisiert: Über den überdachten Umgang gelangten die Mönche zum Refektorium und in den Kapitelsaal für gemeinsame Versammlungen. Die niedrigen Mauern und einige wieder aufgebaute Bögen markieren noch immer die Grenzen dieses Hofes. Die verlorenen Räume wurden nicht erneut errichtet, nur das erhaltene Mauerwerk wurde gesichert; weiter von den Mauern entfernt liegt freigelegter Boden.
Als man in den zwanziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts begann, das Spanjaardenkasteel abzutragen, kam unter seinen Bauten Mauerwerk zum Vorschein, das nicht zur Festung gehörte. Es waren das Refektorium, der Kreuzgang – eine überdachte Galerie rund um den Klosterhof – und Räume, in denen die Mönche ihren Alltag lebten. Im Plan für das neue Viertel war für sie kein Platz mehr vorgesehen: Durch das freigewordene Gelände sollten Straßen geführt werden.
Auguste Van Lokeren, ein Genter Jurist und Kenner von Altertümern, setzte sich für die Erhaltung der freigelegten Mauern ein. Mit dieser Arbeit verdiente er kein Geld: Nach seinem Ausscheiden aus der Staatsanwaltschaft lebte er von den Einkünften aus dem Familienvermögen und konnte seine Zeit Archiven, Vermessungen und Ausgrabungen widmen. Doch der Abbruch der Festung ging weiter, und er musste den Wert des Mauerwerks beweisen, bevor man es für eine weitere Schicht militärischer Bauten hielt.
Im Jahr eintausendachthundertvierunddreißig übergab der Staat einen Teil der Überreste der städtischen Denkmalkommission, die alte Gebäude beaufsichtigte. Die ersten Arbeiten leitete Van Lokeren. Seine Leute räumten die Trümmer nicht bis zu einer ebenen Baufläche weg, sondern bis zu dem Niveau, auf dem die Bewohner der St.-Bavo-Abtei gegangen waren. Geschnitzte Details wurden aus dem Schutt geborgen, die Mauern gegen Feuchtigkeit gesichert. Im Jahr eintausendachthundertneununddreißig baute Van Lokeren aus altem Stein drei Joche der östlichen Kreuzganggalerie und ein Joch der nördlichen wieder auf.
Unter dem Boden des Kapitelsaals – des Raums für die gemeinsamen Versammlungen der Mönche – entdeckten seine Leute einundzwanzig Bestattungen. Van Lokeren schlug vor, den Saal vollständig wiederherzustellen und mit einem Dach zu versehen, um die Funde zu schützen. Das Geld wurde ihm nicht bewilligt: Einen solchen Wiederaufbau hielt man für Luxus. Die Kommission sicherte das gefundene Mauerwerk, errichtete die verlorenen Räume jedoch nicht neu. Daher stammen die niedrigen Mauern, die einzelnen wieder aufgebauten Bögen und die leeren Bereiche dazwischen.
Später veröffentlichte Van Lokeren eine umfangreiche Geschichte der Abtei. Dreiunddreißig Jahre nach seinem Tod, im Jahr neunzehnhundertfünf, brachte man in der südlichen Galerie eine Bronzetafel mit seinem Porträt an. Die Inschrift zählt mit drei Verben auf, was er hier getan hat: „Er rettete, bewahrte und beschrieb diese Ruinen.“ Mehrere Joche daneben wurden unter seiner Leitung wieder aufgebaut, und der Boden zwischen den Mauern wurde bis auf das Klosterniveau freigelegt, das er auf dem Stadtplan von Gent zu bewahren versuchte.
Praktisch vor Ort
Normalerweise von April bis Ende Oktober freitags, samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 geöffnet; Eintritt frei, außerhalb dieser Zeiten Besichtigung durch das Gitter.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Zugang hängt von den Öffnungszeiten ab. Bewegen Sie sich auf dem Gelände wegen des unebenen Belags vorsichtig; wenn das Tor geschlossen ist, betrachten Sie die zugänglichen Teile durch den Zaun.
