Stopp 2 von 7

Museum der Schönen Künste (MSK)

Museum voor Schone Kunsten

Hier wird die Restaurierung zur Entscheidung zwischen zwei historischen Schichten eines Meisterwerks.

15 Min.
Fassade des Museums der Schönen Künste
FrDr · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Glaswand der Restaurierungswerkstatt
  • Flügel des Genter Altars
  • Stereomikroskop
  • Chirurgisches Skalpell

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Das Museum der Schönen Künste (MSK) empfängt seit achtzehnhundertzwei Besucher und zählt zu den ältesten öffentlichen Kunstmuseen Belgiens; die Sammlung zog im Jahr neunzehnhundertvier in das heutige Gebäude am Citadelpark um. Einen der Säle stellten Stadt und Museum als offene Restaurierungswerkstatt für die Arbeit am Genter Altar zur Verfügung. Durch die schalldichte Glaswand sind Flügel, Mikroskop und feine Werkzeuge zu sehen, und die Menschen im Saal gehen ganz nah an denen vorbei, die sie hinter dem Glas nicht hören.

Hinter dem Glas im Museum entfernt die Restauratorin Kathleen Froyen mit einem chirurgischen Skalpell fremde Farbe von einem Gemälde. Unter dem Stereomikroskop lassen sich pro Tag etwa sechzehn Quadratzentimeter reinigen, manchmal weniger. Ein Fehler bleibt für immer auf einem Werk von Jan van Eyck. Für Froyen ist dies kein Schauversuch: Seit zweitausendachtzehn arbeitet sie fortlaufend am Genter Altar und koordiniert die hiesige Werkstatt.

Den Altar selbst schufen die Brüder Hubert und Jan van Eyck im fünfzehnten Jahrhundert für die St.-Bavo-Kathedrale. Ins Museum kommen nur die Flügel, an denen die Restauratoren arbeiten; die übrigen werden weiterhin in der Kathedrale gezeigt. Meister mehrerer Generationen reinigten und überarbeiteten die Malerei, deckten Schäden mit neuer Farbe ab und trugen darüber Lack auf. Zu Beginn der jetzigen Arbeiten sahen die Besucher an vielen Stellen bereits nicht mehr die Pinselstriche der van Eycks, sondern eine Überarbeitung aus dem sechzehnten Jahrhundert.

Im Jahr zweitausendzehn beauftragte der Kirchenrat der Kathedrale eine eingehende Untersuchung des Altars. Fachleute entdeckten sich ablösende Farbe, nachgedunkelten Lack und Risse in den Holztafeln. Zwei Jahre später beauftragte der Kirchenrat das Königliche Institut für das Kunsterbe (KIK-IRPA) mit der Restaurierung, und die Stadt sowie das Museum der Schönen Künste (MSK) stellten einen Teil des Gebäudes als Werkstatt zur Verfügung. Die Glaswand ermöglichte es, die Arbeit nicht vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Zunächst wollten die Restauratoren die Farbschicht festigen und den späteren Lack entfernen. Nach der Reinigung zeigte sich, dass die Überarbeitungen etwa siebzig Prozent der Außenflügel bedeckten. Das Team stand vor einer Entscheidung: diese fünfhundert Jahre alte Überarbeitung als Teil des Schicksals des Altars zu bewahren oder sie zugunsten einer noch älteren Malerei abzunehmen. Die Restauratoren durften nicht nach Geschmack entscheiden, welche Fassung schöner sei. Sie legten Probeflächen frei, untersuchten mikroskopische Proben und prüften, ob sich die obere Schicht entfernen ließ, ohne die Farbe der van Eycks zu berühren.

Im März zweitausendvierzehn erlaubte eine internationale Kommission, die Überarbeitungen dort abzunehmen, wo Untersuchungen die Sicherheit bestätigten. Die endgültigen Anweisungen genehmigte der Kirchenrat, der Eigentümer des Altars. Die Restauratoren verpflichteten sich, nur tatsächliche Verluste zu ergänzen und Materialien zu verwenden, die sich bei Bedarf entfernen lassen.

Die auffälligste Folge zeigte sich im Jahr zweitausendachtzehn in der zentralen Szene der Anbetung des Lamm Gottes. Unter dem späteren Kopf des Tieres kam der ursprüngliche zum Vorschein: Die Augen blickten fast direkt auf den Betrachter, die Schnauze wirkte kurz und menschlich angespannt. Als das Bild veröffentlicht wurde, meinten einige, die Restauratoren hätten das berühmte Lamm verdorben; andere machten sein Gesicht zu einem Internetwitz. Das Team antwortete nicht mit einer kunsthistorischen Erklärung, sondern mit Rissen: Das altersbedingte Krakelee des ursprünglichen Kopfes verlief unter der späteren Farbe. Das ungewohnte Gesicht gehörte also zur unteren, älteren Schicht.

Jetzt werden hier weiter die oberen Flügel gereinigt: die Figuren von Adam und Eva, Maria, Johannes dem Täufer, musizierenden Engeln und der zentralen Gottheit. Dies ist eine der Arbeiten des Museums der Schönen Künste (MSK), des ältesten öffentlichen Kunstmuseums Belgiens: Es wurde im Jahr achtzehnhundertzwei eröffnet, und die Sammlung zog im Jahr neunzehnhundertvier in dieses Gebäude am Citadelpark um. Hinter schalldichtem Glas sehen die Restauratoren die Besucher kaum und hören sie überhaupt nicht. Die bereits gereinigten Teile des Altars befinden sich in der St.-Bavo-Kathedrale; zwischen ihnen und der heutigen Werkstatt liegt das Stadtzentrum.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktStädtisches Museum für Aktuelle Kunst (S.M.A.K.)
Eintrittinnen mit Eintrittskarte; außen ist die Fassade zu sehen

Mo geschlossen; Di–Fr 09:30–17:30; Sa–So 10:00–18:00; in den Schulferien 10:00–18:00; am ersten Donnerstag des Monats bis 22:00; geschlossen am 25.–26. Dezember und 1.–2. Januar.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Für die Besichtigung der Sammlung ist ein gesonderter Museumsbesuch nötig. Rechnen Sie nicht damit, alle genannten Werke gleichzeitig zu sehen: Erkundigen Sie sich nach der aktuellen Ausstellung.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie den Jan Hoetplein zum ehemaligen Kasino.

Stopp 2 von 7Weiter: Städtisches Museum für Aktuelle Kunst (S.M.A.K.)

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Museumsviertel Gent: vom Citadelpark bis Bijloke“ — 7 Stopps, etwa 2,3 km, 2–3 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt