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Neptunbrunnen und Artushof

Fontanna Neptuna i Dwór Artusa

Dieses Paar zeigt, wie ein Kaufmannssaal mit der Anlage eines Stadtbrunnens verbunden wurde.

22 Min.
Bronzener Neptun vor der hellen Fassade des Artushofs in Danzig.
John Samuel · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Metallfigur des Neptun
  • Fassade des Artushofs
  • Häuser gegenüber dem Artushof

Die Geschichte des Ortes

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Am zweiten Dezember tausendvierhunderteinundachtzig wurde im wiederaufgebauten Artushof das erste Bier ausgeschenkt. Nach mehreren Jahren mit Brand, Todesopfern und Bauarbeiten erhielten die Stadtbewohner den Saal zurück, doch seine früheren Besitzer kehrten bereits als Gäste dorthin zurück.

Den ersten Hof errichtete die St.-Georgs-Bruderschaft, eine Vereinigung von Rittern aus wohlhabenden Familien. Sie verlangte sowohl von ihren Mitgliedern als auch von den Eingeladenen adelige Herkunft. Mit Artus war hier der legendäre König Artus gemeint: Seine Ritter der Tafelrunde dienten ähnlichen Bruderschaften in den Städten an der Ostsee als Vorbild.

Im Jahr tausendvierhundertsiebenundsiebzig brannte das Gebäude ab. Der Stadtrat beschloss, es auf Kosten der Stadt wiederaufzubauen, und änderte zugleich den Kreis der Besitzer. Die St.-Georgs-Bruderschaft verlor das Eigentumsrecht und behielt nur den Ehrenplatz an erster Stelle bei Feierlichkeiten. Daneben nahmen Kaufleute und Reeder Platz, die in sogenannten Bänken zusammengeschlossen waren – der Name bezog sich buchstäblich auf die Plätze, die sie im Saal einnahmen.

Diese Vereinigungen zeigen, wovon ihre Mitglieder lebten. Die Lübecker Bank versammelte Danziger, die mit Lübeck handelten, die Holländische Bank Kaufleute, deren Geschäfte die Stadt mit den Niederlanden verbanden. Hier tauschte man Informationen aus, von denen Verträge und Ladungen abhingen, verkündete Beschlüsse des Stadtrats und veranstaltete Festessen. Später fanden im Saal öffentliche Gerichtsverhandlungen statt, danach zog eine Getreidebörse ein. Der Ritterclub wurde durch die Entscheidung jener, die seinen Wiederaufbau bezahlt hatten, zu einem Kaufmannshaus.

Der Brunnen vor der Fassade entstand im selben Umfeld. Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts setzte sich der Bürgermeister Bartholomäus Schachmann, der aus einer städtischen Patrizierfamilie stammte, für einen Brunnen auf dem Hauptmarkt nach antiken Vorbildern ein, die er in Italien gesehen hatte. Für Danzig wählte man Neptun, den römischen Gott des Meeres: Die Handelsverbindungen der Menschen, die sich im Artushof versammelten, führten über Seehäfen. Der Bildhauer und Architekt Abraham van den Blocke entwarf das Projekt, und die Meister der städtischen Gießerei gossen die Figur.

Der Standort wurde genau berechnet. Von der Marktseite aus stand Neptun in der Mitte der Fassade des Artushofs, und sein Gesicht wurde den Häusern zugewandt, in denen die polnischen Könige unterkamen. Doch die fertige Statue bedeutete noch nicht, dass der Brunnen funktionierte. Das Wasser, das durch unterirdische Rohre zugeleitet werden sollte, reichte nicht aus: Der Druck war zu schwach.

Der Ingenieur Adam Wybe, der hinzugezogen wurde, um das System in Gang zu bringen, schlug vor, die Reservoirs auf den Dachboden des Artushofs zu heben. Sie wurden im Voraus gefüllt, deshalb schaltete man das Wasser nur zu festgelegten Stunden mehrmals in der Woche ein. So wurde der Kaufmannssaal zugleich zum oberen Teil der städtischen Wasserkunst.

Schachmann starb im Jahr tausendsechshundertvierzehn. Den Brunnen feierlich in Betrieb zu nehmen gelang erst im März tausendsechshundertvierunddreißig – fast zwanzig Jahre nach seinem Tod. Heute wird der Artushof von einem Museum und städtischen Empfängen genutzt, die Reservoirs auf dem Dachboden braucht der Brunnen nicht mehr, und vor der Fassade steht jene Metallfigur des Neptun, deren Funktionieren Schachmann nicht mehr erleben konnte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort22 Min.
Nächster PunktGrünes Tor
EintrittBrunnen von außen; Artushof mit Eintrittskarte

Der Brunnen ist rund um die Uhr sichtbar. Der Artushof ist vom 23.–26. Juni 2026 geschlossen; reguläre Öffnungszeiten: Montag 12:00–18:00, Dienstag–Sonntag 10:00–18:00.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Platz kann eng werden: Gehen Sie zum Rand, damit Sie Figur und Fassade zugleich sehen können. Der berühmte Ofen befindet sich im Artushof.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie Neptun hinter sich und halten Sie sich an die Durchfahrten des Grünen Tores.

Stopp 3 von 9Weiter: Grünes Tor

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Danzig: Kaufmannsstadt und Solidarność“ — 9 Stopps, 3,5 km, 3 Std. 30 Min. ohne längere Besichtigungen; 7–9 Std. mit Museen.

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