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Grünes Tor

Brama Zielona

Der Königsweg führt auf ein Gebäude zu, das die Monarchen fast nie nutzten.

13 Min.
Das Grüne Tor in Danzig mit vier gewölbten Durchfahrten und hohen Giebeln.
Nieszka · CC BY-SA 3.0 Poland; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Die Durchfahrten des Tores
  • Renaissancegiebel
  • Das Obergeschoss über den Durchfahrten

Die Geschichte des Ortes

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Dort, wo der Lange Markt zur Mottlau führt, steht ein Tor mit zwei Durchfahrten und hohen Renaissancegiebeln. Auf der unteren Ebene standen einst die städtischen Waagen: Hierher brachte man Waren, die über das Wasser ankamen. Oben richtete man einen großen Saal für Zeremonien ein. Das heutige Tor ließ der Stadtrat anstelle einer mittelalterlichen Durchfahrt errichten, die den Namen eines Handelsschiffs trug.

Am elften Februar sechzehnhundertsechsundvierzig zog die französische Prinzessin Ludwika Maria Gonzaga in Danzig ein. Sie war auf dem Weg zu ihrem Ehemann, dem polnischen König Władysław IV., den sie noch kein einziges Mal gesehen hatte. Am fünften November sechzehnhundertfünfundvierzig waren sie in Paris durch einen Stellvertreter getraut worden: Den abwesenden Bräutigam ersetzte am Altar sein Vertreter. Der französische Erste Minister Kardinal Mazarin strebte mit dieser Ehe ein Bündnis gegen die Habsburger an. Für Ludwika Maria hing von dem Treffen ihre eigene Stellung ab: Der Vertrag hatte sie bereits zur Gemahlin des Königs gemacht, doch die Krönung und das Leben am neuen Hof lagen noch vor ihr.

Der Danziger Stadtrat musste sie ehrenvoll empfangen und fürchtete zugleich ihre zahlreiche bewaffnete Begleitung. Ein Historiker vom Beginn des neunzehnten Jahrhunderts schrieb, die Stadträte hätten vermutet, der Hochzeitszug könne ein Vorwand sein, die Stadt zu besetzen und ihre Privilegien aufzuheben. Die vom König entsandten Senatoren mussten die Stadträte davon überzeugen, dass es keinen Angriff geben werde.

Danach richteten die Stadträte einen Empfang aus, wie Danzig ihn noch nicht erlebt hatte. In der Langgasse und auf dem Langen Markt errichtete man zwei vorübergehende Triumphbögen. Der öffentliche Einzug dauerte acht Stunden. Am Ende des Weges brachte man die Prinzessin hier, im Grünen Tor, vom elften bis zum zwanzigsten Februar unter.

Für einen solchen Gast war das Gebäude seinem Entwurf nach geeignet. Im sechzehnten Jahrhundert ließen die Stadträte das mittelalterliche Koggentor, das nach einem Typ von Handelsschiff benannt war, abtragen und errichteten über den Durchfahrten einen großen Saal. Unten stellte man die städtischen Waagen für Waren auf, die über die Mottlau ankamen, während das Obergeschoss für Zeremonien bestimmt war. Zweimal verhandelte der Rat darüber, die Räume den polnischen Monarchen für die Dauer ihrer Besuche zu überlassen. So erhielten die Flusstore am Ende des Langen Markts eine weitere Aufgabe: Nach dem Zug durch die Stadt sollten sie den königlichen Hof aufnehmen.

Die Könige bevorzugten jedoch die miteinander verbundenen Kaufmannshäuser gegenüber dem Artushof. Kein polnischer König nahm jemals im Grünen Tor Wohnsitz. Die einzige Angehörige der Königsfamilie, die tatsächlich hier lebte, war Ludwika Maria – eine Frau, die auf dem Weg zu einem unbekannten Ehemann in Danzig Halt machte. Am zehnten März trafen sie sich in Warschau. Zwei Jahre später starb Władysław, und im Jahr sechzehnhundertneunundvierzig heiratete Ludwika Maria seinen Bruder und Nachfolger Jan Kazimierz und blieb Königin.

Die Herkunft des Namens des Tores ist nicht genau geklärt. Man bringt ihn mit der grünen Färbung steinerner Verzierungen, hölzerner Läden oder der ursprünglichen Fenster in Verbindung; den Forschern gelang es nicht, das alte Farbschema wiederherzustellen.

Auch die für Ludwika Maria vorbereiteten Räume sind nicht vollständig erhalten: Im Jahr neunzehnhundertfünfundvierzig brannte das Gebäude aus, die oberen Teile stürzten ein, und zu Beginn der fünfziger Jahre gaben Restauratoren ihm sein Dach und seine Renaissancegiebel zurück. Heute veranstaltet das Nationalmuseum in Danzig oben Wechselausstellungen – in genau den Räumen, in denen die Danziger Stadträte einst den einzigen königlichen Gast ihres Palastes unterbrachten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort13 Min.
Nächster PunktKrantor
Eintrittvon außen, Durchgang frei

Die Arkaden und die Außenbesichtigung sind rund um die Uhr zugänglich; das Innere gehört nicht zur obligatorischen Route.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Wappen von einem sicheren Standort außerhalb des Fußgängerstroms. Die Ausstellungsräume im Inneren werden als eigenständiger Museumsbereich betrieben.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Fluss und wenden Sie sich dem hölzernen Hebewerk zwischen den Türmen zu.

Stopp 4 von 9Weiter: Krantor

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Danzig: Kaufmannsstadt und Solidarność“ — 9 Stopps, 3,5 km, 3 Std. 30 Min. ohne längere Besichtigungen; 7–9 Std. mit Museen.

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