Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Läden rund um den Platz
- Überdachte Handelsgalerie
- Waren mit Henna und Kräutern
Die Geschichte des Ortes
Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beschädigte ein schwerer Brand das alte Gebäude, und die Patienten wurden in eine neue Einrichtung verlegt. Auf dem frei gewordenen Gelände richtete man später eine überdachte Handelsgalerie ein; heute nehmen Läden den Raum ein, in dem sich früher Krankensäle und Diensträume befanden. Ein kleiner Platz grenzt seitlich an die frühere Westgrenze dieses Ortes, und in der Nähe werden weiterhin Henna und Kräuter verkauft.
Die Verkaufsstände des Souk el-Henna umgeben einen kleinen Platz und setzen sich in einem überdachten Handelsgebäude fort. Henna gab dem Markt seinen Namen, doch die Nachbarschaft zu Händlern mit Kräutern und Pflegeprodukten entstand neben einer Einrichtung, in der diese Waren nicht nur für die Käufer der Medina gebraucht wurden. An der Stelle des heutigen Gebäudes stand ein Maristan – so nannte man im mittelalterlichen Fes ein Krankenhaus.
Um das Jahr eintausendzweihundertsechsundachtzig ordnete der Mariniden-Sultan Abu Yaqub Yusuf an, hier ein Krankenhaus für Menschen zu eröffnen, die ihre Behandlung nicht bezahlen konnten oder keine Unterstützung durch ihre Familie hatten. Ärzte behandelten innere Krankheiten, Knochenverletzungen, Augenleiden und psychische Störungen. Den Unterhalt sicherten Habous, wohltätige Stiftungsbesitze: Häuser, Läden und Land wurden der Einrichtung auf Dauer übertragen, und die Mieteinnahmen finanzierten Medikamente, Essen und die Gehälter von Ärzten, Pflegern, Köchen, Wächtern und Musikern.
Dieses System zerstörte Sultan Abu Said Uthman II., der Mittel zur Ausrüstung eines Heeres benötigte. Er begann, Besitz des Maristans zu verkaufen und zu verpfänden, obwohl die Einwohner von Fes protestierten. Das Krankenhaus verlor nicht eine einmalige Spende, sondern Einnahmen, die jeden Monat hätten zufließen sollen. Ärzte und Medikamente verschwanden nach und nach, und die Krankensäle dienten immer häufiger dazu, psychisch Kranke unterzubringen, für die es keinen anderen Platz gab.
Hassan al-Wazzan (Leo Africanus) erlebte die Folgen als junger Student, der hier als Sekretär arbeitete; später sollte man ihn in Europa Leo Africanus nennen. Er arbeitete zwei Jahre im Maristan und erhielt wie andere Studenten, die ihren Lebensunterhalt durch Dienst verdienten, drei Dukaten im Monat. Er war ein Mann aus der Krankenhausverwaltung und wusste, wer bezahlt wurde und wie die Patienten versorgt wurden. In seiner Beschreibung von Fes führte er das noch vorhandene Personal auf, berichtete aber auch von Menschen, die man in Zimmer einsperrte, fesselte und der Obhut von Wächtern überließ. Der Verkauf der Habous verschaffte dem Sultan Geld für das Heer; für die Patienten bedeutete er die Verwandlung des Krankenhauses in einen Ort der Isolation.
Eine bezahlte Tätigkeit bestand besonders lange fort. Jeden Freitag spielten Musiker für die Patienten andalusische Musik; solche Aufführungen dauerten bis ins zwanzigste Jahrhundert an. Sie wurden veranstaltet, um den Zustand der Kranken zu lindern, obwohl das frühere Krankenhaus mit seinen verschiedenen Fachbereichen damals schon nicht mehr existierte.
Der Name Sidi Frej klingt, als sei das Maristan einem örtlichen Heiligen geweiht gewesen. Weder ein Grab noch ein zuverlässig bekannter Heiliger dieses Namens befanden sich hier. Forscher bringen den Namen mit den benachbarten Bab al-Faraj – den „Toren der Erleichterung“ – in Verbindung, die zwischen dem Henna-Markt und dem Kräutermarkt standen. Der Name des Krankenhauses entstand aus der Bezeichnung eines Durchgangs, nicht aus der Biografie einer verehrten Person.
In den vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts beschädigte ein Brand das alte Maristan schwer. Die Patienten wurden in eine neue Einrichtung verlegt, und auf dem früheren Gelände richtete man eine überdachte Qissariya ein – eine Handelsgalerie. Mittelalterliche Krankensäle sind im heutigen Gebäude nicht erhalten: Der Platz des Souk el-Henna grenzt von Westen her an ihren früheren Standort, und die Läden nehmen das Krankenhausgelände ein, auf dem Hassan al-Wazzan einst für drei Dukaten im Monat die Unterlagen führte.
Praktisch vor Ort
Die Läden öffnen etwa um 10:00 und bleiben bis Sonnenuntergang geöffnet
Geprüft: 19. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Suchen Sie nicht nach Krankensälen oder einer erhaltenen Fassade: Das Maristan ist verschwunden. Hören Sie so zu, dass Sie Käufer und Händler nicht übertönen.
