Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bemalte Sitze
- Geschnitzte Türen des Toraschrankes
- Lesepult
- Schmiedeeiserner Baldachin
Die Geschichte des Ortes
Im siebzehnten Jahrhundert errichtete man im Mellah ein eigenes Gebetshaus für die Gemeinde, obwohl die Synagogen in der Nachbarschaft häufiger umgestaltete Wohnräume waren. An der Ostseite des Viertels war es von Gemeindebauten umgeben, und im Inneren ist alles auf die Toralesung ausgerichtet: ein Schrank mit Schriftrollen, Bänke für die Betenden und ein vorgezogenes Lesepult. Bemalte Sitze, geschnitzte Türen des Schrankes und der schmiedeeiserne Baldachin über dem Lesepult bewahren bis heute die Anlage dieses kleinen Saales. Später gelangte das Haus in die Verwaltung einer Rabbinerfamilie, und ihr Name blieb über dem Eingang stehen.
Bis neunzehnhundertsechsundneunzig hatte sich das Dach über dem Gebetsraum gesenkt. Die vom Wasser durchtränkten Balken verfaulten, der Putz riss, und in einem Teil der Fenster fehlten bereits die Scheiben. Regelmäßige Gottesdienste endeten hier nach dem Zweiten Weltkrieg, als der größte Teil der jüdischen Gemeinde Fès verließ. Die Tür blieb verschlossen, doch das Schloss konnte das Gebäude nicht vor dem Verfall bewahren.
Der Name über dieser Tür kann irreführend sein. Schlomo Ibn Danan baute die Synagoge nicht. Im siebzehnten Jahrhundert errichtete der örtliche jüdische Kaufmann Mimon Boussidan hier ein eigens als Gebetshaus gebautes Gebäude – eine Seltenheit im Mellah, wo Räume in Wohnhäusern häufiger zu Synagogen wurden. Der Ort wurde an der Ostseite des Viertels gewählt, auf einem Grundstück mit Gemeindebauten. Seit achtzehnhundertzwölf wurde die Synagoge von der Rabbinerfamilie Ibn Danan verwaltet. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts leitete Rabbiner Schlomo Ibn Danan hier die Gottesdienste; nach ihm erhielt das Gebäude seinen heutigen Namen.
Schlomo stammte aus einer Dynastie, die Fès Dutzende Rabbiner gegeben hatte. Für seine Familie war dieser Raum zugleich Gebetshaus, Lernort und vererbter Besitz. Nach der Abreise der Gemeindemitglieder lebten die Nachkommen der Ibn Danans bereits außerhalb Marokkos, während das Heiligtum der Familie in einer Gasse des Mellah blieb – mit dem Lesepult, den Schränken für die Torarollen, den Bänken und dem Stuhl, der bei der Beschneidungszeremonie benutzt wurde.
Die jüdische Gemeinde von Fès begann im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig mit einer Notreparatur. Sieben Jahre später erreichte sie, dass die Synagoge in die Liste der vom Untergang bedrohten Denkmäler aufgenommen wurde. Danach entstand ein Verein zu ihrer Restaurierung, ein amerikanisches Unternehmen stellte dreißigtausend Dollar bereit, und die Nachkommen der Ibn Danans, das Kulturministerium Marokkos sowie die Stiftung für jüdisch-marokkanisches Kulturerbe schlossen sich den Arbeiten an.
Im Februar neunzehnhundertneunundneunzig wurde die Synagoge erneut geweiht und für Besucher geöffnet. Im Inneren sind bemalte Sitze, die geschnitzten Türen des Toraschrankes und das vorgezogene Lesepult unter einem schmiedeeisernen Baldachin erhalten. Über dem Eingang blieb der Name des Rabbiners stehen, der hier die Gebete leitete; die Nachkommen bewahrten die Einrichtung seiner Synagoge, als sie zum Familienhaus zurückkehrten, nun um es zu retten.
Praktisch vor Ort
Das Denkmal ist je nach Situation für Besuche geöffnet, doch ein verlässlicher offizieller Zeitplan wurde in öffentlichen Quellen am 2026-06-29 nicht bestätigt; der Zugang kann vom Aufseher und einer kleinen Gebühr abhängen.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nicht davon aus, dass das Innere frei zugänglich ist: Die Besuchsmöglichkeit sollten Sie besser gesondert abklären. Suchen Sie ohne Aufseher keinen anderen Eingang und versuchen Sie nicht, verschlossene Räume zu öffnen.
