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Princes Street

Princes Street

Die Südgrenze des Rasters zeigt, wie der Blick aus privaten Fenstern zu einem Garten und Verkehrskorridor wurde.

15 Min.
Princes Street mit hohen Steingebäuden, einem Hotelturm und der Spitze eines Denkmals am Horizont.
Peter Church · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Nördliche Fassadenreihe
  • Princes Street Gardens
  • Eisenbahneinschnitt
  • Gleise nach Waverley

Die Geschichte des Ortes

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Die nördliche Fassadenreihe gehört zu Häusern, die für Bewohner gebaut wurden, deren Stockwerke heute jedoch von Handel und Hotels genutzt werden. Im Süden erhebt sich keine zweite Häuserfront: Den Hang nimmt ein Garten ein, und der Zug nach Waverley fährt tiefer unten, in einem Einschnitt. Das Grün entstand an der Stelle des entwässerten Nor Loch; deshalb öffnet sich der Rand der New Town nicht zu einem Häuserblock, sondern zu einem Hang und einer Eisenbahn.

Hinter dem heutigen Namen Princes Street steht ein einziger Prinz. Im ursprünglichen Plan der New Town aus dem Jahr tausendsiebenhundertsiebenundsechzig nannte James Craig sie St Giles Street, nach dem Schutzheiligen von Edinburgh. Der königliche Arzt Sir John Pringle zeigte den Plan Georg III. Der König erinnerte sich an St Giles in London, ein verrufenes Viertel, und lehnte den Namen ab. Pringle schlug die Straße des Prinzen vor – des ältesten königlichen Sohnes Georg, des späteren Georg IV. Der Name wurde mit Apostroph geschrieben und bezeichnete die Zugehörigkeit zu einer Person. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts verschwand der Apostroph aus den Verzeichnissen, und das Wort sah nun wie ein Plural aus.

Eine Häuserreihe allein auf der Nordseite besiegelte einen Rechtsstreit. Die Käufer der Grundstücke waren der Ansicht, dass nach Craigs Plan vor ihren Fenstern der offene Hang zum Nor Loch bleiben sollte. Der Stadtrat las die Dokumente anders: Südlich der Straße durfte gebaut werden, wenn man von den nördlichen Häusern mindestens sechsundneunzig Fuß Abstand hielt.

Im Jahr tausendsiebenhunderteinundsiebzig überließ der Rat das Land bei den heutigen Waverley Steps einem Kutschenbauer und Möbelherstellern. Sie benötigten Häuser, Lager und Werkstätten – von diesen Räumen hing ihr Einkommen ab. Die Eigentümer der gegenüberliegenden Grundstücke hatten für repräsentative Wohnhäuser mit freiem Blick bezahlt und wollten vor ihren Fenstern keine Werkstätten, keinen Ruß und keine entwerteten Immobilien bekommen.

Der Philosoph und Historiker David Hume gehörte zu den vierzehn Eigentümern, die verlangten, den Bau zu stoppen. Der Rat wies ihre Petition zurück, und sie wandten sich an den Court of Session, das höchste Zivilgericht Schottlands. Die Richter entschieden, dass Craigs Zeichnung kein Vertrag war. Die Eigentümer legten beim House of Lords Berufung ein und erreichten die Aufhebung des Urteils, doch bei der erneuten Verhandlung stellten sich die schottischen Richter wieder hinter den Rat.

Während die Parteien vor Gericht zogen, hatten die Bauleute die umstrittenen Gebäude fast fertiggestellt. Im Jahr tausendsiebenhundertsechsundsiebzig schlug der Schlichter David Rae eine Lösung vor: Die Bauten bei den heutigen Waverley Steps durften vollendet werden, und das Land weiter westlich, beinahe bis zur Hanover Street, sollte auf Dauer als Promenade frei bleiben. Im Jahr tausendachthundertsechzehn weitete das Parlament das Verbot auf die verbleibende Südseite der Princes Street aus.

Die Eigentümer legten auf eigene Kosten Wege an, pflanzten Bäume und schufen an der Stelle des entwässerten Nor Loch einen Garten. Der Park gehörte damals nicht allen Einwohnern. Die Tore öffnete ein privater Schlüssel, für den man drei Guineen im Jahr zahlte. Hume und seine Nachbarn bewahrten die versprochene Weite, verwandelten sie jedoch in eine Annehmlichkeit für diejenigen, die den Zugang bezahlen konnten.

Einige Jahrzehnte später mussten dieselben Eigentümer den Garten gegen die Direktoren der Eisenbahn zwischen Edinburgh und Glasgow verteidigen. Zunächst erreichten sie, dass die Züge ihre Fahrt weiter westlich, bei Haymarket, beendeten. Die Direktoren brauchten eine Verbindung zur Strecke nach Berwick-upon-Tweed und wandten sich erneut an das Parlament. Bis zur Mitte der vierziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts hatte sich die Haltung zu den Eisenbahnen verändert; die Eigentümer nahmen eine Entschädigung an, und die Ingenieure verlegten die Gleise in einem Einschnitt unterhalb des Straßenniveaus. Im Jahr tausendachthundertsechsundvierzig fuhren die Züge durch die Gärten nach Waverley.

Geschäfte und Hotels belegten bereits einen Teil der ehemaligen Häuser. Nach der Ankunft der Züge verließen wohlhabende Bewohner die Princes Street, die Eigentümer erweiterten die Geschäftsräume, und bis zum Jahr tausendachthundertsiebenundsiebzig nahmen Geschäftsfassaden fast die gesamte nördliche Reihe ein.

Beide Lösungen blieben bestehen. Im Norden stehen ehemalige Wohnhäuser, die von Geschäften und Hotels verschlungen wurden. Im Süden gibt es keine zweite Gebäudereihe: Dort liegen die Gärten, und unterhalb der Rasenflächen führen die Gleise nach Waverley. Die Eigentümer bewahrten den freien Raum vor ihren Fenstern, doch Züge ließ man schließlich trotzdem hinein.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktCharlotte Square
Eintrittfrei zugänglich

Die Gehwege sind rund um die Uhr zugänglich; Gärten, Geschäfte und Verkehrsmittel folgen eigenen Fahrplänen.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Den besten Überblick haben Sie vom gewöhnlichen Gehweg aus; überqueren Sie die Fahrbahn für ein Foto nicht außerhalb der erlaubten Stellen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Wenden Sie sich von den Gärten nach Norden und gehen Sie hinauf zum Platz mit dem Reiterdenkmal.

Stopp 5 von 8Weiter: Charlotte Square

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Edinburghs New Town: Ordnung und privates Kalkül“ — 8 Stopps, ~2,1 km, 2–2,5 Stunden.

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