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Well Court

Well Court

Der Hof zeigt, wie sich günstiger Arbeiterwohnraum in einen Streit über die Regeln des Zusammenlebens verwandelte.

10 Min.
Well Court: ein Hof aus rotem Backstein mit einem Türmchen
M J Richardson · CC BY-SA 2.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Uhrturm
  • Geschlossener Wohnhof
  • Gebäude des Gemeinschaftssaals
  • Steinfassaden

Die Geschichte des Ortes

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Hinter den Steinfassaden von Well Court verbirgt sich ein geschlossener Wohnhof, und ein separates Gebäude mit Uhrturm steht an seinem Rand. Hier riss man die baufällige frühere Bebauung ab und richtete Wohnungen für mehr als fünfzig Familien von Handwerkern und Arbeitern ein. Unten im Turmgebäude befanden sich die Wohnung und das Büro des Verwalters, einen Stock höher lag der Gemeinschaftssaal. Der Hof ist noch heute Wohnraum, und der obere Raum im Turm wird als Büro genutzt.

Am vierten Juli tausendachthundertfünfundachtzig traf John Ritchie Findlay im Saal unter dem Uhrturm mit den Bewohnern des neuen Hofes zusammen. Findlay besaß die Zeitung The Scotsman, finanzierte den Bau der Häuser und wollte eine Ordnung festlegen, nach der man hier leben sollte. Er schlug vor, im Gemeinschaftssaal einen kurzen sonntäglichen Gottesdienst abzuhalten.

Ein Bewohner namens Dickson antwortete, er spreche für die Mehrheit: Genau das wollten sie nicht. Ein anderer Bewohner, Buist, erklärte, was die Erwachsenen wollten. Unter den Nachbarn gab es bereits drei Geiger, Sänger und Tänzer; sie brauchten einen eigenen Klub und ein Komitee, dem auch Frauen angehören sollten.

Findlay stellte sich den Saal anders vor. Für die Hauptbesucher hielt er die Männer, den Frauen war er bereit, besondere Zeiten zuzuteilen: Den Raum ständig für eine gemischte Gesellschaft zu öffnen, erschien ihm unschicklich. Der Streit ging nicht um abstrakte Regeln des Anstands. Findlay war ihr Vermieter, und die Bewohner hielten an den günstigen Zwei- und Dreizimmerwohnungen fest. Die Jahresmiete betrug sieben bis zwölf Pfund. Wer sich nach der abendlichen Stunde verspätete, konnte vor einer verschlossenen Tür stehen gelassen werden; von den Bewohnern erwartete man außerdem den Besuch der sonntäglichen Gottesdienste.

Diese Ordnung war bereits in der Anlage von Well Court verankert. Im Erdgeschoss des Gebäudes mit dem Turm befanden sich die Wohnung und das Büro des Verwalters, der neben den Bewohnern lebte. Über ihm lag der Gemeinschaftssaal. Rund um den Hof brachte Findlay mehr als fünfzig Familien von Handwerkern und Arbeitern unter – Menschen, die in Dean Village ihren Lebensunterhalt verdienten, als die früheren örtlichen Gewerbe bereits zurückgingen.

Findlay hatte auch einen persönlichen Grund, sich gerade um dieses Grundstück zu kümmern. Sein Haus stand hoch an der Rothesay Terrace und seine Fenster blickten ins Tal. Als die baufälligen Häuser des früheren Brown's Court zum Verkauf standen, schlug ein Nachbar vor, sie gemeinsam zu kaufen, damit das Grundstück vor den Fenstern nicht einem Bauträger zufiele, der hier etwas für die Umgebung Unangenehmes errichten würde. Später erwarb Findlay den Anteil des Nachbarn, riss die alten Häuser ab und investierte Geld in neuen Wohnraum. Er räumte ein, dass er zugunsten des äußeren Erscheinungsbildes auf Sparsamkeit hatte verzichten müssen und die Wohnungsmieten die Kosten kaum decken würden.

Die Bewohner erhielten keine vollständige Freiheit: Im Saal bestand schließlich eine Sonntagsschule. Doch auch das Vorhaben eines Männerklubs unter der Aufsicht des Eigentümers setzte sich nicht durch. Hier wurden Hochzeiten und gemeinsame Feste abgehalten, eine Frauen-Kooperativgesellschaft kam zusammen. Die drei Geiger, Sänger und Tänzer erwiesen sich als gewichtiger als die den Frauen zugeteilten Zeiten.

Den Namen Well Court gab Findlay dem Hof nach dem Brunnen auf der vorderen Terrasse – wörtlich bedeutet er „Hof am Brunnen“. Der Hof selbst ist weiterhin mit Wohnungen belegt. Erhalten ist auch das separate Gebäude mit dem Uhrturm: Der obere Saal, über den Eigentümer und Bewohner stritten, wird heute als Büro genutzt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktWater of Leith Walkway
Eintrittvon außen

Der Zugang zum Hof ist tagsüber frei; die Eingänge zu den Wohnungen sind verschlossen, es ist ein Wohnhaus.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Im Hof wohnen Menschen: Bleiben Sie nicht unter den Fenstern stehen und versperren Sie keine Durchgänge. Rechnen Sie mit einer Besichtigung von außen; den Zugang zum Gemeinschaftssaal kann man nicht als frei zugänglich ansehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum anderen Ufer hinüber und betreten Sie den Weg, der unter der hohen Brücke entlangführt.

Stopp 3 von 7Weiter: Water of Leith Walkway

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das Tal des Water of Leith: Dean Village und Stockbridge“ — 7 Stopps, etwa 3 km, 2–3 Stunden.

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