Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Backsteinbau des ehemaligen Kraftwerks
- Windmühlturm ohne Flügel
- Alter Birnbaum
- Kupferne Brennblasen
Die Geschichte des Ortes
Dieser Backsteinbau versorgte die Guinness-Brauerei mit Strom und Dampf. Heute stehen in der Turbinenhalle kupferne Brennblasen, und im Gebäude befinden sich eine Brennerei und ein Besucherzentrum. Ringsum haben sich seltene Reste eines großen Industrieviertels erhalten: ein Windmühlturm ohne Flügel und ein alter Birnbaum. Der Name Roe & Co erschien erst später an der Fassade, als seine Mauern bereits gebaut waren.
Der Thomas im Namen der Thomas Street ist Thomas Becket, der Erzbischof von Canterbury, der das Recht kirchlicher Gerichte verteidigte, Fälle von Geistlichen zu verhandeln. König Heinrich II. wollte solche Fälle an das königliche Gericht übertragen. Nach ihrem Streit töteten vier Ritter Becket direkt in der Kathedrale von Canterbury. In den siebzehnhundertsechziger Jahren ordnete Heinrich die Gründung der Abtei St. Thomas des Märtyrers an der westlichen Ausfallstraße von Dublin an – so nannte man den heiliggesprochenen Becket. Die Abtei stand näher an der heutigen St.-Katharinen-Kirche, kontrollierte diese Straße und das abgeleitete Wasser des Flusses Poddle, das die umliegenden Mühlen antrieb. Die Gebäude der Abtei verschwanden, doch die Straße behielt den Namen.
Der Backsteinbau von Roe & Co ist mit einer viel späteren Geschichte verbunden. Heute befinden sich darin eine Brennerei und ein Besucherzentrum, doch die Familie Roe destillierte in diesem Gebäude niemals Whiskey.
Die Firma selbst führte ihre Herkunft auf das Jahr siebzehnhundertsiebenundfünfzig zurück, als ein gewisser Peter Roe angeblich eine kleine Brennerei in der Thomas Street kaufte. Die Geschäftsunterlagen des Unternehmens sind nicht erhalten, die Identitäten mehrerer Roes wurden in späteren Erzählungen vermischt, daher muss dieses Datum noch bestätigt werden. Die verlässliche Kette beginnt zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts. Der Kaufmann Peter Roe investierte gemeinsam mit dem Dubliner Brenner Sylvester Costigan in die Whiskeyproduktion. Die Partner vereinbarten: Wer den anderen überlebte, sollte ihre gemeinsamen Räumlichkeiten erhalten, dem Testamentsvollstrecker des Verstorbenen jedoch siebeneinhalbtausend Pfund zahlen. Costigan starb im Jahr achtzehnhundertsiebzehn. Peter zahlte das Geld, und Costigans Brennerei in der Thomas Street wurde zum Kern des künftigen Unternehmens von Roe.
Neun Jahre später starb auch Peter. Sein Sohn George Roe übernahm das Geschäft – ein Brenner, der die Familienbetriebe und Lagerhäuser zu einem Komplex zusammenführte. Die Firma wurde George Roe & Co. genannt, weil gerade George ihr wichtigster Geschäftsführer war; sein Bruder Henry blieb Miteigentümer. Gegen Ende des Jahrhunderts erstreckte sich der Besitz über siebzehn Acres von der Thomas Street fast bis zur Liffey. Zwischen den Gebäuden, die zwei Straßen überspannten, verliefen überdachte Übergänge, und der Jahresausstoß näherte sich zwei Millionen Gallonen.
Zu Beginn der achtzehnhundertfünfziger Jahre beschloss der kranke George, sich aus der Produktion zurückzuziehen. Nach einer Vereinbarung gingen die Leitung und der größte Teil der Räumlichkeiten an seinen Bruder Henry und die Neffen Henry Roe Jr. und George Roe Jr. über: Sie sollten das Geschäft fortführen. Im Gegenzug sicherte George sich eine lebenslange Rente von zweieinhalbtausend Pfund im Jahr.
Zehn Jahre später zeigte Georges Testament, dass die Familie sich anders getrennt hatte. Er beschuldigte die Menschen, die die Brennerei in der Thomas Street leiteten, eines Fehlverhaltens, machte seine Frau Mary zur Alleinerbin und erwähnte seinen Bruder und seine Neffen überhaupt nicht. Was genau zwischen ihnen geschah, erklären die Dokumente nicht. Im Jahr achtzehnhundertzweiundsechzig gaben die Verwandten George, dem erhaltenen Dokument zufolge, die Räumlichkeiten der Brennerei zurück. Nach seinem Tod erhielten jedoch die Neffen die Kontrolle. Dokumente, die diese Übergabe abschließend erklären, wurden bislang nicht gefunden. George hatte keine Kinder, daher ist die verbreitete Erzählung, seine Söhne hätten die Firma ruhig geerbt, falsch.
Letztlich leitete der Neffe Henry Roe Jr. das Unternehmen. Mit dem hier verdienten Geld gab er zwischen achtzehnhunderteinundsiebzig und achtzehnhundertachtundsiebzig etwa zweihundertzwanzigtausend Pfund für den Umbau der Christ Church Cathedral. Die Spende fiel mit einem Rückgang des Handels zusammen und überlastete sowohl seine persönlichen Mittel als auch die Ressourcen der Firma. Im Jahr achtzehnhundertneunundachtzig wurde die Gesellschaft abgewickelt und verkauft. Henry starb fünf Jahre später in England; in seinem Nachlass blieben etwa fünfhundertneunzig Pfund.
Die neuen Eigentümer vereinigten das Unternehmen von Roe mit anderen Dubliner Brennereien, doch in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Produktion in der Thomas Street eingestellt. Nach der endgültigen Abwicklung der Gesellschaft erwarb die Guinness-Brauerei das Gelände und riss den größten Teil des alten Komplexes ab.
Der heutige Bau wurde im Jahr neunzehnhundertachtundvierzig als Kraftwerk von Guinness errichtet: Hier erzeugte man Strom und Dampf für die Brauerei. Diageo, der heutige Eigentümer von Guinness, brachte im Jahr zweitausendsiebzehn den Namen Roe wieder auf ein Etikett und eröffnete zwei Jahre später in der ehemaligen Maschinenhalle eine in Betrieb befindliche Brennerei. Vom früheren Unternehmen Roe sind in der Nähe ein Windmühlturm ohne Flügel und ein alter Birnbaum erhalten geblieben. Die kupfernen Brennblasen des heutigen Roe & Co stehen in der ehemaligen Turbinenhalle der Nachbarn, die einst das Grundstück der stillgelegten Firma gekauft hatten.
Praktisch vor Ort
Die Thomas Street ist jederzeit zugänglich. Roe & Co: Powerhouse Bar und Flavours Experience / Beyond The Blend haben unterschiedliche Öffnungszeiten; Besuche sollten besser gebucht werden, das Mindestalter für Besichtigungen beträgt 18+.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie die heutige Brennerei nicht für das vollständig erhaltene Werk von Roe: Der historische Komplex nahm ein weitaus größeres Gebiet ein. Die Produktionsräume werden separat besucht, und draußen bleibt man besser auf der öffentlich zugänglichen Straße.
