Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzefigur mit Buch
- Polierte Schuhe
- Steinblock in Form eines Grabsteins
- Inschrift auf dem Sockel
Die Geschichte des Ortes
Der Name des Platzes kam aus Galiläa hierher: Nach jüdischer Überlieferung befindet sich in Tiberias die verehrte Grabstätte des Gelehrten aus Córdoba, obwohl keine Zeugnisse für die Überführung seiner sterblichen Überreste erhalten sind. Diese ferne Verbindung wurde hier buchstäblich zusammengesetzt: An der Mauer blieb der Name der Stadt erhalten, und die Bronzefigur mit Buch wurde auf einen Steinblock gesetzt, der einem Grabstein ähnelt. Die umgebenden Mauern verraten kein Haus, das sich verlässlich mit seinem Leben verbinden ließe: Der genaue Geburtsort in Córdoba ist unbekannt. Der Platz bewahrt die Erinnerung an die Stadt seiner Geburt, nicht an eine bestätigte Adresse.
An der Bronzefigur glänzen besonders die Schuhe. Besucher berühren sie ständig: Nach örtlichem Glauben kann man so einen Teil der Weisheit von Maimonides erlangen oder sich die Rückkehr nach Córdoba sichern. Die übrige Bronze ist inzwischen dunkel geworden, doch die Schuhe sind von Händen poliert.
Am siebten Juni neunzehnhundertvierundsechzig wurde hier das Werk von Amadeo Ruiz Olmos enthüllt, eines Bildhauers, der den Auftrag erhalten hatte, an den siebenhundertsechzigsten Todestag des Gelehrten aus Córdoba zu erinnern. Er ließ Maimonides mit einem Buch auf einem Steinblock Platz nehmen, der einen Grabstein darstellt. Die Inschrift auf dem Sockel bezeichnet ihn als Theologen, Philosophen und Arzt, geboren im Jahr eintausendeinhundertfünfunddreißig in Córdoba und gestorben im Jahr eintausendzweihundertvier in Kairo.
Das erste Datum gilt heute als überholt: Dokumente aus einem Kairoer Depot jüdischer Handschriften weisen auf das Jahr eintausendeinhundertachtunddreißig hin. Auch das genaue Haus von Maimonides in Córdoba ist unbekannt. Der Platz erinnert an die Stadt seiner Geburt, doch keine der umgebenden Mauern ist als Mauer seiner Wohnung bestätigt.
Mosche ben Maimon, der in Europa Maimonides genannt wurde, wuchs in einer Familie jüdischer Richter auf. Sein Vater unterrichtete ihn in der Auslegung des religiösen Gesetzes und bereitete ihn auf denselben Dienst vor. Im Jahr eintausendeinhundertachtundvierzig eroberten die Almohaden Córdoba, eine nordafrikanische Dynastie, die von Christen und Juden verlangte, den Islam anzunehmen, ihre Gebiete zu verlassen oder zu sterben. Die Familie entschied sich für die Abreise. Historiker streiten darüber, ob sie sofort fortging und ob ihre Mitglieder sich zeitweise als Muslime ausgeben mussten. Die Folge ist sicher: Maimonides kehrte nie nach Córdoba zurück.
In Fès begegnete er Menschen, die unter Todesdrohung getan hatten, wovor auch seine Angehörigen sich fürchteten: Sie sprachen das islamische Glaubensbekenntnis aus und hielten weiterhin heimlich die jüdischen Gebote ein. Einer der Rabbiner erklärte solche Menschen zu Abtrünnigen. Maimonides antwortete mit dem Brief über die Zwangsbekehrung. Er erlaubte, das Leben durch das formelle Bekenntnis zu einem fremden Glauben zu retten, die zugänglichen Gebote zu bewahren und bei der ersten Gelegenheit dorthin fortzugehen, wo man offen leben konnte. Zwang, schrieb er, entzog einem Menschen nicht seinen Platz in der jüdischen Gemeinschaft. Der Autor selbst handelte nach diesem Rat: Er verließ die Besitzungen der Almohaden und ließ sich schließlich in Ägypten nieder, wo er Arzt und Leiter der jüdischen Gemeinschaft wurde.
Maimonides starb in Fustat, dem alten Kairo. Nach jüdischer Überlieferung wurden seine sterblichen Überreste anschließend in die galiläische Stadt Tiberias gebracht; zeitgenössische Zeugnisse seiner Überführung sind nicht erhalten, doch die verehrte Grabstätte befindet sich genau dort. Deshalb erhielt der Platz in Córdoba den Namen Tiberias, und der Bildhauer setzte Maimonides auf ein Abbild des fernen Grabsteins.
An der Mauer des Platzes blieb der Name der Stadt seiner vermuteten Bestattung erhalten, unter der Bronzefigur befindet sich das Abbild eines Grabes, und auf den Schuhen sind helle Stellen von Händen.
Praktisch vor Ort
Der offene städtische Platz ist rund um die Uhr zugänglich.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie kurz stehen und lassen Sie den engen Raum um das Denkmal frei.
