Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hoher Straßenbogen
- Eiserne Tore
- Überdachter Auktionssaal
- Später hinzugefügtes zweites Geschoss
Die Geschichte des Ortes
Der hohe Bogen mit eisernen Toren führt in den überdachten Saal, das letzte erhaltene Fragment des Handelskomplexes, der fast einen ganzen Häuserblock zwischen Chalmers Street und Queen Street einnahm. Er wurde unter Sparren eingerichtet, die an der Wand des benachbarten German Fire House befestigt waren, und darin stellte man einen langen Tisch auf, auf den versklavte Menschen geführt wurden, während Käufer um ihn herumgingen und einen Preis nannten. Hinter der Rückwand standen der Pferch, das Gefängnis, die Küche und der Krankenraum: Dort wurden Menschen festgehalten und vor dem Verkauf für die Besichtigung vorbereitet. Diese Bauten wurden abgerissen, und später kam über dem Saal ein zweites Geschoss hinzu; der erhaltene Raum wurde in ein Museum verwandelt.
Am ersten Juli eintausendachthundertsechsundfünfzig eröffnete Thomas Ryan auf diesem Grundstück einen privaten Auktionshof. Ryan war ehemaliger Sheriff, Mitglied des Stadtrats – solche Ratsmitglieder nannte man damals Aldermen – und Vermittler beim Verkauf versklavter Menschen. Er schaltete Anzeigen, organisierte den Transport und die Unterbringung der Menschen bis zur Auktion, zog Geld von den Käufern ein und erhielt einen Anteil an jedem Geschäft. An diesem Tag trat eine Verordnung in Kraft, die ihm seine gewohnte Einkommensquelle hätte nehmen können.
Zuvor fanden Auktionen gewöhnlich nahe dem Zoll- und Börsengebäude statt. Der Stadtrat verbot dort den Verkauf von Menschen, Pferden, Kutschen und anderem Eigentum. Das Verbot galt für die Straßen und Grundstücke rund um das Zollhaus, ließ den Menschenhandel selbst jedoch bestehen. Während die Verordnung vorbereitet wurde, richtete Ryan dafür ein Privatgrundstück zwischen Chalmers Street und Queen Street her. Die Auktionen verlagerten sich von der belebten Kreuzung hinter Mauern, und am Tag, an dem das Verbot in Kraft trat, empfing Ryan hier bereits Verkäufer und Käufer.
Unter dem Wort „Mart“ verstand man im alten Namen einen Handelshof. Ryans Komplex nahm fast den ganzen Häuserblock ein. Hinter dem Eingang von der Chalmers Street lag ein von Ziegelmauern umgebener Pferch. Daneben standen eine Küche, ein Krankenraum, ein kleiner Bau, der später Leichenhalle genannt wurde, und ein vierstöckiges Gefängnis. Dort hielt man versklavte Männer, Frauen und Kinder vor dem Verkauf fest, bereitete sie für die Besichtigung vor und führte sie den Käufern vor. Nach vorsichtiger Schätzung der Mitarbeitenden des heutigen Museums gingen in sieben Jahren mehr als zehntausend Menschen durch Ryans Auktionen.
Im Februar eintausendachthundertneunundfünfzig kaufte der hier tätige Händler Ziba Oakes den Komplex. Er überdachte den Durchgang von der Chalmers Street und machte daraus einen ständigen Auktionssaal. Die Sparren wurden an der Wand des benachbarten German Fire House befestigt, zur Straße hin errichtete man einen hohen Bogen mit eisernen Toren. Im Inneren stellte man einen etwa einen Meter hohen und drei Meter langen Tisch auf. Versklavte Menschen standen darauf, während Käufer daran entlanggingen, sie besichtigten und einen Preis nannten. Dieser Saal heißt heute Old Slave Mart Museum.
Im Herbst eintausendachthundertdreiundsechzig zwangen die täglichen Artilleriebeschießungen von Charleston die Händler, den Handelshof zu schließen und den unteren Teil der Stadt zu verlassen. Private Verkäufe gingen in anderen Stadtvierteln noch fast anderthalb Jahre weiter. Am zwanzigsten Februar eintausendachthundertfünfundsechzig, nachdem die Bundestruppen bereits eingezogen waren, fand der Journalist und Abolitionist James Redpath in Oakes’ verlassenem Büro Hunderte Geschäftsbriefe.
Darin baten Vermittler darum, Menschen eines bestimmten Alters und Berufs zu kaufen, besprachen Preise, schickten Kaufurkunden, forderten die Suche nach Geflohenen und entschieden, ob Mitglieder einer Familie getrennt verkauft werden konnten. Redpath wollte diese Papiere als Beleg für die Organisation des Handels bewahren. Im April übergab er sie dem abolitionistischen Verleger William Lloyd Garrison, und die Familie Garrison gab die Sammlung später an die Boston Public Library. So verschwand Oakes’ Büro, doch seine Korrespondenz mit Anweisungen, Summen und Namen blieb erhalten.
Von den vier Bauten des Komplexes ist nur Oakes’ überdachter Auktionssaal bis heute erhalten. Das Gefängnis, die Küche, der Pferch und die Leichenhalle wurden abgerissen; das zweite Geschoss über dem Saal kam hinzu, als das Gebäude in ein Mietshaus umgewandelt wurde. Im Jahr eintausendneunhundertachtunddreißig eröffnete Miriam Wilson hier ein Museum, und im Jahr zweitausendsieben eröffnete die Stadt es nach einer Restaurierung erneut. Hinter dem hohen Bogen liegt der ehemalige Handelssaal; der Raum, in dem Menschen festgehalten wurden, bevor sie zu diesem Tisch geführt wurden, begann hinter seiner Rückwand und existiert heute nicht mehr.
Praktisch vor Ort
Montag—Samstag 9:00—17:00; Sonntag geschlossen. Eintrittskarten werden vor Ort verkauft.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie für die Ausstellung im Inneren einen eigenen Besuch ein; ist der Eintritt nicht möglich, hören Sie draußen zu und halten Sie den Durchgang frei.
