Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Lange Marktüberdachungen
- Körbe aus Süßgras
- Spiralförmige Grasreihen
- Palmetto-Streifen
Die Geschichte des Ortes
Unter den langen Überdachungen des Charleston City Market werden Essen, Schmuck, Souvenirs und Körbe aus Süßgras verkauft. Diese Reihen wurden für den Handel mit Fleisch, Fisch und Gemüse angelegt. Versklavte Menschen wurden hier nicht verkauft: Jener Markt lag an der Chalmers Street. Die heutigen Körbe tauchten jedoch nicht zufällig zwischen den Lebensmittelständen auf. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts brachten Gullah-Frauen – Nachfahrinnen versklavter Menschen aus Westafrika – ihre Körbe zusammen mit Gemüse hierher.
Die Technik hatten ihre Vorfahren aus Afrika mitgebracht. Auf Reisplantagen nähten Männer aus Schilfbündeln große flache Worfelkörbe, mit denen sie die Körner von den Spelzen trennten; Frauen fertigten Körbe für den Haushalt. Die Materialreihen wurden nicht verflochten, sondern zu Ringen gewunden und mit Palmetto-Streifen festgezogen. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verwendeten die Kunsthandwerkerinnen häufiger weiches Süßgras und erfanden kleine Körbe für städtische Käufer. Der Markt ermöglichte es, die Arbeit direkt an diejenigen zu verkaufen, die sie nutzen würden.
An einem Samstag im Jahr neunzehnhundertachtzig legte Mary Jackson, eine Gullah-Kunsthandwerkerin aus Mount Pleasant, hier ihre Körbe aus. Beide ihrer Großmütter hatten auf diesem Markt einst Gemüse und Körbe verkauft. Mary lernte das Handwerk bereits mit vier Jahren von ihrer Mutter und Großmutter, verdiente ihren Lebensunterhalt als Erwachsene jedoch mit einer Tätigkeit als Sekretärin an einer medizinischen Universität. Die Krankheit ihres eineinhalbjährigen Sohnes zwang sie zur Rückkehr zu den Körben: Wegen chronischen Asthmas konnte er nicht in einer Kindertagesstätte bleiben. Mary kündigte, arbeitete die ganze Woche zu Hause, und an den Wochenenden blieb ihr Mann beim Kind, während sie die fertigen Stücke zum Markt brachte.
An diesem ersten Tag blieben Käufer an ihrem Tisch stehen. Zwischen den vertrauten Formen lag eine flache runde Schale mit einem hohen, dünnen, gebogenen Bügel statt eines gewöhnlichen Henkels. Jackson behielt die Spiraltechnik und dieselben Gräser bei, beschloss jedoch, Formen zu machen, die sie weder bei ihrer Mutter noch bei ihrer Großmutter gesehen hatte. Hier erhielt sie ihre ersten Aufträge von Sammlern: Sie baten darum, genau diese ungewöhnlichen Körbe zu wiederholen.
Vier Jahre später bewarb sich Jackson für die Kunsthandwerksmesse der Smithsonian Institution. Sie wurde nach Washington, D.C. eingeladen; danach folgten Ausstellungen in Museen in Philadelphia, Chicago und New York. Ihr Mann nahm Urlaub und begleitete sie auf ihren Reisen. Im Jahr zweitausendacht erhielt Mary Jackson ein Stipendium der MacArthur Foundation, und ihre Arbeiten wurden in die Sammlung des Smithsonian American Art Museum aufgenommen.
Jackson selbst verkauft hier nicht mehr, und ihr Stand ist nicht erhalten. Unter denselben Überdachungen sitzen andere Gullah-Kunsthandwerker noch immer neben fertigen Körben und ziehen mit Palmetto-Streifen die nächste Reihe Süßgras fest.
Praktisch vor Ort
Die offizielle Hauptseite zeigt einen Tagesmarkt täglich 9:30—17:30 und einen Nachtmarkt freitags und samstags 18:30—22:30; auf einer anderen Seite ist der Tagesbetrieb bis 17:00 angegeben, daher sollten die Öffnungszeiten vor dem Besuch überprüft werden.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Nennen Sie diesen Markt nicht einen Sklavenmarkt und fotografieren Sie die Kunsthandwerker nicht ohne Erlaubnis; betrachten Sie einen Kauf als Begegnung mit einem lebendigen Familienhandwerk.
