Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei runde Türme
- Römisches Steinmauerwerk
- Südtor
- Tiefer liegendes Niveau des antiken Pflasters
Die Geschichte des Ortes
Zwei runde Türme mit römischem Steinmauerwerk stehen beiderseits der Stelle, an der sich einst der Wassereingang zur Festung befand. Zu Beginn des zweiten Jahrhunderts ließ Kaiser Trajan hier einen steinernen Hafen an einem Kanal anlegen, der den Nil mit dem Roten Meer verband. Etwa zwei Jahrhunderte später ließ Kaiser Diokletian den Hafen mit Mauern umgeben; der Kanal verlief durch die Befestigung, und die Türme bewachten den Eingang vom Wasser aus. Der Kanal ist verschwunden, doch einer der Türme ging in die St.-Georgs-Kirche ein, die Hängende Kirche steht über dem Südtor, und das römische Pflaster liegt mehrere Meter unter der heutigen Straße.
Im Herbst des Jahres sechshundertvierzig existierte Kairo noch nicht. ʿAmr ibn al-ʿĀs, der Befehlshaber der arabischen Armee, kam hierher, um Ägypten zu erobern. Die Befestigung sperrte den Übergang über den Nil bei Gizeh, die Straße nach Süden und die Zugänge zum Delta. Solange die oströmische Garnison hinter den Mauern blieb, konnte ʿAmr nicht sicher nach Alexandria weiterziehen.
Diese Position war lange vor ihm gewählt worden. Zu Beginn des zweiten Jahrhunderts ließ der römische Kaiser Trajan hier am Eingang eines Kanals, der den Nil mit dem Roten Meer verband, einen steinernen Hafen anlegen. Etwa zwei Jahrhunderte später befahl Kaiser Diokletian, den Hafen mit Festungsmauern zu umgeben. Der Kanal verlief durch die Mitte der Befestigung, und seine Mündung wurde von zwei riesigen runden Türmen bewacht.
Der Name „Babylon“ ist älter als diese Mauern. Diodor, ein Historiker der Antike, überlieferte eine Erzählung über gefangene Babylonier, die angeblich einen befestigten Ort am Nil eroberten und die Siedlung nach ihrer Heimat benannten. Das ist eine Überlieferung, keine bestätigte Gründungsgeschichte. Eine andere Version leitet den Namen von einem altägyptischen Ausdruck ab, der mit dem Nilgott Hapi und der Stadt On verbunden ist. Eine genaue Antwort haben die Historiker nicht.
Die Belagerung dauerte etwa sieben Monate. ʿAmrs Armee versorgte sich durch die Beschlagnahme von Vieh, Futter und Lebensmitteln in ägyptischen Dörfern: Jeder zusätzliche Monat vor den Mauern erforderte neue Vorräte. Auch die Garnison wartete den Ausgang der Verhandlungen ab. Kyros, der vom Kaiser eingesetzte zivile Statthalter Ägyptens und Oberhaupt der offiziellen Kirche, versuchte, den Krieg zu Kapitulationsbedingungen zu beenden. Beide Ämter verdankte er Kaiser Herakleios, weshalb eine eigenständige Vereinbarung seine Stellung gefährdete.
Kyros kam nach Babylon und schloss mit ʿAmr einen vorläufigen Vertrag, den Herakleios bestätigen sollte. Der Kaiser lehnte ab, berief Kyros nach Konstantinopel und beschuldigte ihn der Feigheit. Die Verhandlungen retteten Kyros nicht, und die Garnison musste ihren Widerstand fortsetzen.
Im Februar des Jahres sechshunderteinundvierzig starb Herakleios. Als die Nachricht Babylon erreichte, verloren die Verteidiger die Hoffnung auf Hilfe. ʿAmr verstärkte den Druck, und im Frühjahr kapitulierte die Garnison. Der Befehlshaber versprach, die Soldaten nicht zu töten. Sie gaben ihre Waffen und militärischen Vorräte ab, erhielten das Recht fortzugehen und nahmen nur eine kleine Menge Gold mit.
Später wurde Kyros wieder in sein Amt eingesetzt und mit der Erlaubnis nach Ägypten geschickt, einen endgültigen Frieden zu schließen. Der Vertrag wurde hier in Babylon unterzeichnet. Den oströmischen Truppen wurden elf Monate zur Evakuierung aus dem Land gegeben. Kyros starb vor deren Abschluss, und ʿAmr richtete bei seinem Belagerungslager eine dauerhafte militärische Siedlung ein. Sie erhielt den Namen Fustat und wurde die neue Hauptstadt Ägyptens.
Den Kanal zwischen den runden Türmen gibt es heute nicht mehr. Einen Turm bezog man in die St.-Georgs-Kirche ein, über dem Südtor steht die Hängende Kirche, und das römische Pflaster liegt mehrere Meter unter dem heutigen Bodenniveau verborgen. Zwischen den erhaltenen Türmen befand sich jener Wassereingang, den die Garnison bewachte und wegen dessen ʿAmrs Armee sieben Monate lang vor den Mauern blieb.
Praktisch vor Ort
Die Außenbereiche sind von der Route aus sichtbar; der Zugang zu einzelnen Abschnitten hängt von Bewachung und Restaurierungsarbeiten ab.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Mauern nur von den zugänglichen Wegen aus: Die unteren Abschnitte und archäologischen Freilegungen können abgesperrt sein. Das frühere Ausmaß lässt sich leichter vorstellen, wenn Sie daran denken, dass das antike Niveau deutlich tiefer liegt.
