Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Fassade der Synagoge
- Gebetssaal
- Innenhof
- Gedenktafel rechts vom Eingang
Die Geschichte des Ortes
Der hiesige Name entstand vor der Synagoge: Die Straße wurde zum Andenken an einen Arzt aus Pest benannt, der Bedürftige unentgeltlich behandelte. Die jüdische Gemeinde von Pest eröffnete dieses Haus im Jahr achtzehnhundertdreiundsiebzig. Hinter der Fassade befindet sich ein Saal für mehr als eintausendzweihundert Betende, dahinter liegt ein Innenhof. Heute finden hier wieder Gebete, Ausstellungen und Konzerte statt, und rechts am Eingang ist eine Gedenktafel angebracht, die Saal und Hof mit einem schweren Kapitel der Vergangenheit verbindet.
Klári Bart war sechzehn Jahre alt. Sie wurde in Budapest geboren, wohnte in der benachbarten Dob-Straße und wuchs in der ungarischen Kultur auf. Im Jahr neunzehnhunderteinundvierzig teilten Beamte dem Mädchen mit, sie sei „keine Ungarin“. Nach dem Zeugnis eines Freundes aus ihrer Jugend wurden Klári, ihre Eltern und ihr Onkel mütterlicherseits hierher, in die Synagoge in der Rumbach-Straße, gebracht. Das Haus, das zuvor Menschen zum Gebet versammelt hatte, verwandelten die Beamten in ein Lager für Juden mit „ungeklärter Staatsangehörigkeit“.
Hinter dieser Formulierung verbargen sich unterschiedliche Lebensläufe. Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns konnte ein Mensch nirgendwohin ziehen und dennoch Staatsbürger eines der Staaten werden, die an die Stelle des Reiches getreten waren. Ein polnischer Erlass aus dem Jahr neunzehnhundertsechsunddreißig entzog vielen im Ausland lebenden Juden die Staatsbürgerschaft. Hinzu kamen Flüchtlinge aus Polen und der Slowakei sowie Bewohner Ungarns, die den Ursprung ihrer Dokumente nicht rasch nachweisen konnten. Nachdem Ungarn in den Krieg gegen die Sowjetunion eingetreten war, beschloss die Behörde zur Überwachung von Ausländern, sie auszuweisen. Kláris Geburtsort änderte in ihrem Fall nichts.
Die Synagoge eignete sich als großer Sammelpunkt. Die jüdische Gemeinde von Pest eröffnete sie im Jahr achtzehnhundertdreiundsiebzig; der Gebetssaal fasste mehr als eintausendzweihundert Menschen, dahinter lag ein Innenhof. Solche Lager richteten die Beamten bei jüdischen Einrichtungen ein, und hier mussten zwei jüdische Wohltätigkeitsorganisationen die Gefangenen versorgen.
Der Name kam von der Straße. Sie wurde nach Sebestyén Rumbach benannt, einem Arzt aus Pest, der Arme unentgeltlich behandelte. Mit der Synagoge hatte er nichts zu tun: Die Gemeinde erhielt mit der Adresse einen bereits bestehenden Stadtnamen.
Den Deportierten erlaubte man, Essen für drei Tage und bis zu fünfzig Kilogramm Gepäck mitzunehmen, doch einige wurden so plötzlich abgeholt, dass sie nicht einmal dies zusammenpacken konnten. Von Budapest aus fuhren die Transporte in das grenznahe Kőrösmező. Dort übergaben ungarische Beamte die Menschen den Deutschen; weiter brachte man sie in Richtung Kolomea und trieb sie zu Fuß nach Kamenez-Podolsk, das auf besetztem Gebiet der Sowjetukraine lag.
Vom sechsundzwanzigsten bis zum achtundzwanzigsten August erschossen Einheiten der SS und der Polizei unter dem Kommando von General Friedrich Jeckeln dort dreiundzwanzigtausendsechshundert Menschen. Zu dieser Zahl gehörten aus Ungarn Deportierte und örtliche Juden. Klári Bart, ihre Eltern und ihr Onkel waren unter den Ermordeten.
Die Synagoge und der Hof wurden auch später zur Inhaftierung von Menschen genutzt. Jenő Barkány, ein aus der Slowakei geflohener Architekt und Künstler, hinterließ Zeichnungen des Lagers mit den Titeln „Mittagessen“, „Abend“ und „Selbstmord“. Dank ihnen ist bekannt, dass Gefangene auch im Hof zwischen der Rumbach-Sebestyén-Straße und der Madách-Imre-Straße festgehalten wurden.
Nach der Restaurierung finden hier wieder Gebete, Ausstellungen und Konzerte statt. Rechts vom Eingang ist eine im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig angebrachte Gedenktafel erhalten geblieben. Sie bezeichnet dieses Gebäude als eines der Lager für Deportierte; Barkánys Zeichnungen präzisieren die Grenze – hinter dem heutigen Gebetssaal diente auch der Innenhof als Lager.
Praktisch vor Ort
Von außen jederzeit zugänglich; der Zugang zum Inneren ist saisonal und hängt von Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Sabbaten und Feiertagen ab.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Vom Gehweg aus ist der Hauptbau kaum zu erkennen, daher erfordert der Innenraum einen eigenen Besuch. Das Gebäude vereint religiöse und kulturelle Funktionen; prüfen Sie vor dem Eintritt, ob der Saal für gewöhnliche Besucher geöffnet ist.
