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Große Synagoge und Ungarisches Jüdisches Museum und Archiv

Dohány utcai zsinagóga / Magyar Zsidó Múzeum

Hier erhält die Route ihr ursprüngliches Maß: Ein Ort des Gebets befand sich neben erzwungenen Bestattungen und einem Archiv der Namen.

15 Min.
Fassade der Großen Synagoge mit Zwiebeltürmen und östlichem Dekor.
Helge Høifødt · Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Fassade der Großen Synagoge
  • Gebäude des Ungarischen Jüdischen Museums und Archivs
  • Grabsteine im Hof
  • Arkade an der Wesselényi-Straße

Die Geschichte des Ortes

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Hinter der Fassade der Synagoge befindet sich der Hauptsaal, der für beinahe dreitausend Betende ausgelegt ist. Er wurde im Jahr tausendachthundertneunundfünfzig eröffnet, und auch heute finden hier weiterhin Gottesdienste statt. Nebenan, innerhalb derselben Umfriedung, befindet sich das Ungarische Jüdische Museum und Archiv mit dem Archiv der Gemeinde.

Am vierten Januar neunzehnhundertfünfundvierzig leitete Markusz Trebitsch die Bestattungen im abgeriegelten Budapester Ghetto. Er war Generalsekretär der Chewra Kadischa, der Bestattungsbruderschaft der jüdischen Gemeinde. Seine Leute bereiteten gewöhnlich die Leichen für die Bestattung vor, führten Bücher und richteten Beerdigungen aus. Nun musste Trebitsch wenigstens den Namen des Verstorbenen bewahren und Erde für ihn finden.

Fünf Wochen zuvor hatte das Pfeilkreuzler-Regime etwa siebzigtausend Juden in einen umzäunten Teil des alten Viertels getrieben. Eines der Tore befand sich hier, bei der Arkade an der Wesselényi-Straße. Die Große Synagoge lag innerhalb des Ghettos und bot Hunderten Menschen Schutz. Als die Belagerung den Weg zu den städtischen Friedhöfen abschnitt, wurden die Toten nicht mehr hinausgebracht.

Die Bestattungsabteilung von Trebitsch schickte den Hausvorstehern eine Anweisung. Jeder Todesfall sollte in eine Liste eingetragen werden. War der Name unbekannt, notierte man die Merkmale und befestigte am Bein eine Pappmarke. Die Todesfälle wurden täglich gemeldet. Schaufeln sollten aus den Vorräten für die Aufräumarbeiten nach Bombenangriffen genommen werden. Einen Sarg gab es erst, nachdem das Grab bereit war. Trebitsch leitete die Bestattungen weiter, während das Ghetto von bewaffneten Abteilungen bewacht wurde und in seinen Straßen gekämpft wurde.

Als sowjetische Truppen das Ghetto am achtzehnten Januar befreiten, lagen in Häusern, Höfen und auf den Straßen Tausende unbestattete Leichen. Der gewöhnliche Friedhof war weiterhin nicht zu erreichen. Trebitschs Leute begannen, die Toten im Garten zwischen der Großen Synagoge und dem kleinen Heldentempel zu begraben.

Die Arbeit dauerte fast einen Monat. Täglich arbeiteten hier etwa einhundert Menschen, darunter zwanzig Mitarbeiter von Bestattungsorganisationen. Zwei Ermittler stellten die Identitäten fest, zwei weitere führten die Register. Jeden Eintrag fertigte man in dreifacher Ausfertigung an; eine kehrte mit der Unterschrift eines Arztes zurück und diente als Bestattungsgenehmigung. Es fehlte an Fahrzeugen, der Boden war gefroren, viele Menschen waren schon Wochen zuvor gestorben, deshalb konnten bei Weitem nicht alle identifiziert werden.

Bis zum siebzehnten Februar hatte man in vierundzwanzig Massengräbern zweitausendzweihunderteinundachtzig Menschen begraben. Die vorübergehenden Bestattungen auf dem Klauzál-Platz wurden später geöffnet, und die Überreste brachte man auf einen Friedhof. Die Gräber neben der Großen Synagoge ließ man an Ort und Stelle.

Nach jüdischer Tradition ist die Nachbarschaft von Gräbern und einem Gebetshaus ungewöhnlich: Friedhöfe werden von Orten des Gebets und des Lernens getrennt. Hier verschwand die Entfernung aus einem einzigen praktischen Grund – die Lebenden konnten die Toten nicht über die Umfriedung des Ghettos hinausbringen. Unter den Grabsteinen im Hof liegen tatsächlich die von Trebitsch bestatteten Menschen.

Der Hauptsaal, der bereits im Jahr tausendachthundertneunundfünfzig für beinahe dreitausend Betende eröffnet wurde, dient heute wieder als aktive Synagoge. Das benachbarte Gebäude beherbergt das Ungarische Jüdische Museum und Archiv. Im Archiv werden die damals zusammengestellten Listen der Bestatteten und die täglichen Friedhofsverzeichnisse aufbewahrt. Innerhalb einer Umfriedung blieben der Gebetssaal, Dokumente mit Namen und vierundzwanzig Gräber, die Trebitsch im Hof einrichten musste.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktRaoul-Wallenberg-Gedenkpark und Emanuel-Gedenkbaum
Eintrittvon außen

Von außen jederzeit zugänglich; der Museums- und Synagogenkomplex arbeitet nach einem saisonalen Zeitplan und ist samstags sowie an einzelnen Feiertagen geschlossen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Innenräume und der Hof sind nur nach den Regeln des Komplexes zugänglich. Planen Sie Zeit für die Kontrolle am Eingang ein, wahren Sie Ruhe bei den Bestattungen und rechnen Sie nicht damit, diesen Ort im schnellen Vorübergehen besichtigen zu können.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Hauptfassade hinter sich und gehen Sie zum Gedenkgarten innerhalb derselben Umfriedung.

Stopp 1 von 8Weiter: Raoul-Wallenberg-Gedenkpark und Emanuel-Gedenkbaum

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jüdisches Viertel von Budapest: Höfe und Erinnerung“ — 8 Stopps, etwa 1,8 km, 2–3 Stunden.

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