Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Relief mit der Darstellung der Pest
- Statue des heiligen Rochus
- Statue des heiligen Sebastian
- Figuren der Heiligen Dreifaltigkeit
Die Geschichte des Ortes
Im Dezember eintausendsechshunderteinundneunzig versprach der Stadtrat von Buda – damals noch eine eigenständige Stadt – öffentlich, hier eine Dreifaltigkeitssäule zu errichten. In der Stadt wütete die Pest. Der Stadtrat verhängte Quarantäne, überprüfte Ankommende, schloss die Bäder und beschränkte den Weinhandel. Die Jesuiten pflegten die Kranken, begruben die Verstorbenen und überzeugten die Einwohner, die Hygienemaßnahmen um ein gemeinsames Bußgelübde zu ergänzen.
Als Standort für die Säule wählte man den Platz zwischen der Pfarrkirche und dem Rathaus. Noch einige Jahre zuvor hatte hier ein Häuserquartier gestanden, das während der Belagerung von eintausendsechshundertsechsundachtzig zerstört worden war. Nun schafften die Bewohner die Steintrümmer fort und legten den Raum vor der Kirche frei. Das Versprechen des Stadtrats sollte direkt vor dessen Türen stehen, sichtbar für die Einwohner und die Priester, die seine Erfüllung verlangten.
Das Geld wurde durch Spenden gesammelt. Handwerker und Kaufleute, die erst kürzlich in das zerstörte Buda gezogen waren, zahlten hohe Militärsteuern, deshalb kam die Sammlung nur langsam voran. Der angestellte Bildhauer Johann Philipp Preis sollte die Figuren für einhundertfünfzig Forint sowie Kost und Logis schnitzen. Er erhielt die erste Zahlung, lebte etwa drei Monate in Buda, reiste heimlich ab und hinterließ statt der Statuen Rechnungen aus Gasthäusern. Der Stadtrat von Buda musste sie bezahlen. Der Steinmetz Bernát Ferretti setzte die Arbeit fort, doch ohne Geld kam der Bau erneut zum Stillstand.
Die Jesuiten ließen die Stadträte das während der Epidemie gegebene Wort nicht vergessen. Sie setzten sich für neue Sammlungen ein, die Bewohner baten außerhalb der Stadt um Hilfe, und die kaiserliche Familie schickte Spenden. Erst im Jahr eintausendsiebenhundert legte man das Fundament. Eintausendsiebenhundertsechs wurde die Säule schließlich geweiht – fünfzehn Jahre nach dem ersten Versprechen, wobei ein Teil der geplanten Figuren weiterhin nicht ausgeführt war. Seit dieser Zeit fanden um sie städtische und kirchliche Zeremonien statt.
Drei Jahre später kehrte die Pest zurück. Für die Menschen, die Geld für das Schutzgelübde gesammelt hatten, bedeutete dies, dass die erste Säule sie nicht von dem Unglück befreit hatte. Im Juni eintausendsiebenhundertneun legten die Stadträte ein neues Gelübde ab: An derselben Stelle sollte ein größeres und reichhaltigeres Denkmal errichtet werden. Die alte Säule gab man dem Vorort Újlak, Fülöp Ungleich und Antal Hörger wurden mit der heutigen Säule beauftragt. Sie wurde am elften Juni eintausendsiebenhundertdreizehn geweiht.
Am Sockel ist der eigentliche Grund für den Auftrag erhalten geblieben: Eines der Reliefs zeigt die Pest im Burgviertel von Buda. Unter den Statuen zeigt der heilige Rochus eine Pestwunde, der heilige Sebastian steht mit Pfeilen im Körper. Oben befinden sich Gott Vater mit dem Zepter, Gott Sohn mit dem Kreuz und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube – die christliche Heilige Dreifaltigkeit, an die sich die Bewohner wandten. Schon eine der frühen Bezeichnungen dieses Ortes bedeutete „bei der Säule“. Der heutige Name des Platzes setzte sich mit der zweiten Säule durch, während die erste noch heute auf dem Zsigmond tér in einem anderen Teil Budas steht.
Praktisch vor Ort
Offener Platz ohne Eintrittsregelung; bei dichtem Gedränge liest man die Säule besser von mehreren Seiten und nicht nur vom frontalen Punkt bei der Kirche aus.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie einmal um die Säule herum: Ihr Thema lässt sich nicht von einem einzigen Punkt aus lesen. Gehen Sie nicht hinter die Absperrungen und beachten Sie die Bewegungen der Menschen zwischen dem Denkmal, der Kirche und den benachbarten Gebäuden.
