Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Stählerner Hubrahmen
- Bedienerhaus der Brücke
- Fort Point Channel
- Backsteinbauten hinter dem Kanal
Die Geschichte des Ortes
Über dem schmalen Fort Point Channel hängt der Stahlrahmen einer Hubbrücke. Die Gegengewichte sind nicht mehr daran, deshalb hebt sich der Brückenabschnitt nicht mehr; daneben ist ein kleines Bedienerhaus erhalten, das heute mit dem Museum verbunden ist. Jenseits des Wassers ziehen sich entlang der Congress Street Backsteinbauten hin, und unter der Fahrbahn ließ man einst eine breite Durchfahrt für Schiffe frei.
Im Jahr achtzehnhundertsechsunddreißig gründeten Unternehmer die Boston Wharf Company, um auf den schlammigen Untiefen von South Boston Lagerhäuser und Anlegestellen zu bauen. Mitte des Jahrhunderts wurde Elisha Atkins ihr Direktor – ein Zuckerimporteur und Miteigentümer der Bay State Sugar Refinery. Er suchte einen geeigneten Ort, an dem eingeführter Zucker und Melasse bis zur Zahlung des Zolls gelagert werden konnten. Mit diesem Lagergeschäft verdienten er und seine Partner ihr Geld.
Auf Anweisung der Direktoren errichtete man entlang des Wassers Steinmauern und schüttete die Untiefen dahinter auf. Für Zucker baute man eingeschossige Holzschuppen innerhalb von Höfen mit hohen Zäunen. Das Wasser blieb nötig: Schiffe mussten unmittelbar an die Lagerhäuser herankommen. So erhielt der natürliche Gezeitenweg zwischen Boston Harbor und der South Bay die geraden Ufer des heutigen Kanals.
Der Name Fort Point kam vom anderen Ufer. Dort lagen Befestigungen, und Fort Hill ragte auf. Zwischen achtzehnhundertsechsundsechzig und achtzehnhundertzweiundsiebzig trug man den Hügel ab und verwendete seine Erde zum Aufschütten der Ufer. Später brachte man sogar die Trümmer von Gebäuden hierher, die nach dem großen Brand von Boston im Jahr achtzehnhundertzweiundsiebzig übrig geblieben waren. Das Fort und den Hügel gibt es längst nicht mehr, doch ein Teil von Fort Hill liegt noch unter Ihren Füßen, in dem Viertel, das seinen Namen trägt.
Die Direktoren der Gesellschaft hatten ein Hindernis: Der nördliche Teil ihres Besitzes war durch den Kanal vom Zentrum getrennt. Als der Bundesstaat im Jahr achtzehnhundertsiebenundsechzig die Genehmigung für weitere Aufschüttungen zurückzog, reichten sie Klage ein. Das umstrittene Grundstück hatte man noch an eine Eisenbahngesellschaft verkaufen können, doch diese ging bankrott. Das Grundstück war beim früheren Eigentümer beliehen worden und fiel an die Boston Wharf Company zurück. Das Versprechen, hier eine städtische Brücke zu bauen, überzeugte die Direktoren, das Grundstück zu behalten und die Arbeiten fortzusetzen.
Die erste Drehbrücke wurde im Jahr achtzehnhundertfünfundsiebzig eröffnet, als die Aufschüttung noch nicht abgeschlossen war. Durch die Ländereien der Gesellschaft führte man Eastern Avenue zu ihr; später machte man sie zur Verlängerung der bereits bestehenden Congress Street. Der Name bezieht sich auf den Kongress der Vereinigten Staaten: Die Straße erhielt diesen nationalen Namen schon im Jahr achtzehnhundert. Am Ufer des Kanals fand keinerlei Sitzung statt.
Bis zum Jahr achtzehnhundertachtzig besaß die Gesellschaft siebzehn Schuppen für Zucker und Melasse. Dann begannen die Zuckerraffinerien, die Rohstoffe selbst zu lagern, und die Einkünfte der Lagerhausbesitzer sanken. Die Direktoren nutzten die neue Brücke für ein anderes Geschäft: Sie begannen, Land und Gebäude an industrielle Mieter zu vermieten. Im Jahr achtzehnhundertzweiundachtzig errichteten sie gerade am östlichen Ende der Brücke die Dorr Stores – das erste Backsteinlagerhaus des Viertels, nun für Wolle, Baumwolle und verschiedene Waren bestimmt. Dahinter entstanden entlang der Congress Street weitere Backsteinbauten.
Die heutige Brücke war bis zum Jahr neunzehnhunderteinunddreißig entstanden. Stadtische Ingenieure ersetzten den alten Drehabschnitt durch eine elektrische Hubbrücke: Eine Durchfahrt von etwa dreiundzwanzig Metern Breite sollte größere Schiffe passieren lassen und den nachlassenden Handel auf dem Kanal stützen. Die Fracht verlagerte sich bereits auf Eisenbahn und Autos. Im Jahr neunzehnhundertsiebzig wurde die Brücke nur zweimal geöffnet – für ein Ausflugsschiff auf dem Weg zu einem Restaurant am Wasser, das, wie Beamte trocken präzisierten, nicht einmal einen echten Anleger hatte.
Nun ist der Gegengewichtslast entfernt, und der Hubmechanismus funktioniert nicht mehr. Der hohe Stahlrahmen über der Fahrbahn ist leer geblieben. Das Bedienerhaus gehört zum Komplex des Boston Tea Party Ships & Museum. Das erste Backsteinlagerhaus, die Dorr Stores, steht am Ausgang der Brücke nicht mehr; die anschließend errichteten Bauten stehen weiter die Congress Street entlang.
Praktisch vor Ort
Öffentliche städtische Brücke; wegen Straßenbauarbeiten in Fort Point sind vorübergehende Umwege möglich.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie die Konstruktion vom Gehweg aus und halten Sie sich nicht an der Fahrbahn auf; die inneren Mechanismen sind von außen nur teilweise zu sehen.
