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Piazza di Porta Ravegnana und Die zwei Türme

Piazza di Porta Ravegnana, Le Due Torri

Hier wird deutlich, welchen Preis ein mittelalterlicher Kreuzungspunkt für eine gerade städtische Prachtstraße zahlte.

15 Min.
Die zwei mittelalterlichen Türme von Bologna – die hohe Torre degli Asinelli und die niedrige, geneigte Torre Garisenda
Sira Sripairojkul · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Torre degli Asinelli
  • Die geneigte Torre Garisenda
  • Tafel beim Haus Nr. 6 an der Piazza della Mercanzia
  • Breiter Ausgang der Via Rizzoli

Die Geschichte des Ortes

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Der hohe Turm trägt den Familiennamen Asinelli, der kurze geneigte den Namen Garisenda. Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts errichteten diese Bologneser Familien die Türme neben ihren Häusern. Im Inneren konnte man während städtischer Fehden Zuflucht suchen und sich verteidigen; nach außen zeigte die Höhe den Nachbarn, wie viel Geld und wie viele Menschen die Familie hatte. Für eine solche Botschaft wählte man einen der wichtigsten Kreuzungspunkte Bolognas.

Der Name des Platzes bewahrt etwas, das hier nicht mehr existiert. Porta Ravegnana war ein Tor der frühen Stadtmauer: Von ihm begann die Straße nach Ravenna. Hier liefen Wege zusammen, die heute Via Rizzoli, Strada Maggiore, Via San Vitale und Via Zamboni heißen. Ende des dreizehnten Jahrhunderts kaufte die Stadtkommune mehrere Häuser auf und riss sie ab, damit aus dem engen Straßenknoten ein Platz wurde.

Die Torre Garisenda begann sich bald nach ihrer Errichtung zu neigen. Mitte des vierzehnten Jahrhunderts bauten städtische Handwerker ihren oberen Teil ab, weil sie einen Einsturz fürchteten. Jetzt sichern Ingenieure diesen Turm erneut, und die Torre degli Asinelli ist wegen Arbeiten in der Nähe für Besuche geschlossen. Im Frühjahr zweitausendsechsundzwanzig begannen Bauarbeiter, siebzig Mikropfähle mit einer Tiefe von bis zu einundzwanzig Metern einzubauen. Auf ihnen sollen zwei metallene Maschinen ruhen: Seile werden es ermöglichen, auf die Torre Garisenda eine geringe ausgleichende Kraft auszuüben, während Fachleute an ihrem Fundament arbeiten.

Der breite Ausgang der Via Rizzoli zu den Türmen entstand nach einer anderen Entscheidung. Noch Ende des neunzehnten Jahrhunderts begann hier die enge Handelsstraße Mercato di Mezzo – der Mittlere Markt. Der städtische Plan von tausendachthundertneunundachtzig schlug vor, sie für eine gerade moderne Prachtstraße freizuräumen. Dafür mussten die alten Häuser zwischen dem Zentrum und Porta Ravegnana entfernt werden.

Alfonso Rubbiani, Restaurator mittelalterlicher Bologneser Gebäude und Gründer eines Komitees zum Schutz der Altstadt, wollte die neue Straße ohne einen vollständigen Abriss anlegen. Restaurierung war sein Beruf: Er arbeitete an Palästen, Kirchen und Toren, die der städtische Plan als Verkehrshindernisse ansah. Gemeinsam mit dem Architekten Gualtiero Pontoni verband er auf einer Zeichnung die vorhandenen Gassen so, dass die Häuser und Türme des Mercato di Mezzo erhalten blieben.

Am sechsten Juni neunzehnhundertneun stellte Rubbiani den versammelten Künstlern im Palazzo dei Notai das Projekt vor. Sie stimmten ihm zu, doch die Stadtverwaltung ließ den Vorschlag unbeachtet. Rubbiani starb im Jahr neunzehnhundertdreizehn, drei Jahre bevor der Abbruch der Häuser einen unerwarteten Beweis für seine Befürchtungen freilegte.

Aus späteren Anbauten kamen die Überreste von drei weiteren mittelalterlichen Türmen zum Vorschein: Artenisi, Guidozagni und Riccadonna. Vor der Freiräumung waren ihre Backsteinschäfte in Wohn- und Geschäftsgebäude eingebaut. Nun standen sie frei, neben der Torre degli Asinelli und der Torre Garisenda, und die Stadt konnte an einem einzigen Kreuzungspunkt gleich fünf Türme erhalten.

Rubbianis Komitee setzte den Kampf fort. Der Philosophieprofessor Giorgio Del Vecchio begann, Unterschriften für den Erhalt des Fundes zu sammeln. Aus verschiedenen Städten Italiens kamen Proteste. Der staatliche Rat für Altertümer ordnete an, die Türme von den Anbauten zu befreien und sorgfältig zu fotografieren – verbot jedoch nicht, sie zu zerstören.

Guidozagni, die sich in schlechtem Zustand befand, wurde im April neunzehnhundertsiebzehn abgetragen. Bis März neunzehnhundertneunzehn waren Artenisi und Riccadonna verschwunden. Die Stadtverwaltung erhielt eine gerade Via Rizzoli und Grundstücke für neue Gebäude; die Beteiligten der Kampagne erhielten Fotografien der drei Türme, die sie nicht retten konnten.

Hinter der Torre Garisenda, beim Haus Nummer sechs an der Piazza della Mercanzia, markiert eine Tafel den Standort von Artenisi, Guidozagni und Riccadonna. Über dem Straßenpflaster ist von ihnen nichts geblieben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktDer Portikus und die Basilika San Giacomo Maggiore
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet; der Aufstieg auf die Torre degli Asinelli ist wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Erzählung erfordert keinen Aufstieg: Beide Türme sind vom Platz aus gut zu erkennen. Ob ein Aufstieg ins Innere möglich ist, prüfen Sie bitte gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Biegen Sie vom Platz in die Via Zamboni ein und halten Sie sich an den Arkaden mit den Kaiserköpfen.

Stopp 1 von 7Weiter: Der Portikus und die Basilika San Giacomo Maggiore

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Via Zamboni: das Universitätsviertel von Bologna“ — 7 Stopps, etwa 1,5 km, 1,5–3 Std..

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