Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzefigur des Neptun
- Marmorrand mit Inschrift
- Alter Brunnen an der Wand an der Nordseite des Palasts
Die Geschichte des Ortes
Über der breiten Steinschale erhebt sich die drei Meter hohe Bronzefigur des römischen Herrschers der Meere, und das Wasser floss früher durch zahlreiche Öffnungen in den sie umgebenden Skulpturen. Das Wasser wurde von den Hügeln bei San Michele in Bosco ins Stadtzentrum geleitet, und an der Nordwand des städtischen Palasts ist ein eigener alter Brunnen für reines Quellwasser erhalten. Ein hoher eiserner Zaun trennte das Becken einst vom Platz, doch gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde er entfernt, und der Steinrand blieb wieder offen.
Auf dem Marmorrand des Brunnens ist die Inschrift „Populi commodo“ erhalten – „zum Nutzen des Volkes“. Im sechzehnten Jahrhundert nahmen die Bologneser diese Worte wörtlich, obwohl der Auftraggeber für das Wasser eine ganz andere Nutzung vorgesehen hatte.
Pier Donato Cesi, der päpstliche Statthalter, der Bologna im Namen von Pius IV. regierte, plante nach dem Konzil von Trient eine Umgestaltung des wichtigsten Zentrums der Stadt. Im Jahr eintausendfünfhundertvierundsechzig riss man für den neuen Platz mehrere mittelalterliche Häuser ab. Der Ort wurde neben dem Palast gewählt, in dem die päpstliche Verwaltung untergebracht war, und nahe dem Gemüsemarkt: Das Bauwerk sollte den Bürgern täglich zeigen, wer angeordnet hatte, das Wasser hierher zu leiten.
Der Architekt Tommaso Laureti erhielt den Auftrag, eine Wasserleitung von den Quellen auf den Hügeln bei San Michele in Bosco zu verlegen und den hydraulischen Teil des Brunnens zu bauen. Der flämische Bildhauer Giambologna, der in Italien diesen Namen annahm, erhielt den Auftrag für die Bronzefiguren. Zwischen eintausendfünfhundertdreiundsechzig und eintausendfünfhundertsechsundsechzig erhob sich über dem Becken der drei Meter hohe römische Gott der Meere. Neptun wurde gewählt, weil er über die Wasser herrscht: Die Auftraggeber verglichen ihn mit dem Papst, der Bologna und die katholische Welt regierte. Zunächst hieß der gesamte Neptunbrunnen „Wasser des Pius“, zu Ehren von Pius IV. Die heutigen Namen des Neptunbrunnens und der Piazza del Nettuno gehen auf den bronzenen Gott zurück.
Das Wasser trat aus Dutzenden Öffnungen in den Figuren aus, doch reines Quellwasser sollte man an einem anderen, nahe gelegenen Brunnen an der Wand schöpfen. Cesi wollte Neptun als isolierten Anblick bewahren. Doch daneben wurde Gemüse verkauft, und die Verkäufer begannen, ihre Ware vor dem Verkauf in der großen Schale zu waschen. Wäscherinnen brachten hierher die Wäsche, für deren Waschen sie bezahlt wurden. Gemüseblätter und schmutziges Wasser verstopften die Abflüsse.
Im Jahr eintausendfünfhundertachtundachtzig verboten die städtischen Verwalter, hier Wäsche zu waschen und Gemüse zu reinigen. Den Übertretern drohten körperliche Strafen sowie die Beschlagnahmung von Gefäßen, Wäsche und Ware. Das Verbot half nicht. Im Jahr eintausendsechshundertvier errichtete man um das Becken einen hohen eisernen Zaun. Händler und Wäscherinnen wurden vom Wasser abgeschnitten; zum Trinken diente der Brunnen an der Wand, später kleine Wasserentnahmeschalen an den Ecken des Gitters.
Der Zaun stand fast drei Jahrhunderte. Im Jahr eintausendachthundertachtundachtzig entfernte die Stadtverwaltung ihn zusammen mit den Eckschalen. Heute ist der steinerne Rand um Neptun wieder offen, und auf ihm wird weiterhin der „Nutzen des Volkes“ versprochen. Der alte Brunnen, der eigens zum Wasserschöpfen bestimmt war, ist an der Nordwand des städtischen Palasts erhalten.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; Brunnen und Platz sind jederzeit als Station im Freien zugänglich.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Umrunden Sie den Brunnen: Die Bewegung der Figur und die berühmte optische Täuschung hängen vom Blickpunkt ab.
