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Viertel Quinta Camacho

Barrio Quinta Camacho

Die Station erklärt das gemeinsame Erscheinungsbild der Häuser anhand der Regeln, die die Erben für Käufer von Grundstücken festhielten.

15 Min.
Foto: Backsteinhäuser mit Vorgärten und steilen Dächern im Viertel Quinta Camacho.
Felipe Restrepo Acosta · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Backsteinfassaden
  • Steile Dächer
  • Vorspringende Erker
  • Vorgärten

Die Geschichte des Ortes

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Hinter den Backsteinfassaden mit steilen Dächern und Erkern erstrecken sich Gärten, die die Häuser von der Straße trennen. Das Viertel wurde als teure Wohnbebauung geplant: Große Grundstücke boten Platz für ein zweistöckiges Haus, das Erdgeschoss war für Empfänge vorgesehen, das Obergeschoss für das Familienleben. Die gemeinsame Silhouette beruhte nicht auf einem einheitlichen Entwurf: Jede Familie baute ihr eigenes Haus, hielt sich jedoch an dieselben Beschränkungen bei Grundstücksfläche, Höhe und Vorgarten. Als Cafés, Schulen, Büros und Banken hierherkamen, bewahrte der Schutzstatus das äußere Erscheinungsbild, obwohl sich die Innenräume gemeinsam mit der Stadt veränderten.

Der Name Quinta Camacho stammt vom Landsitz der Familie Camacho. „Quinta“ bedeutet hier ein großes Haus mit Land außerhalb der damaligen Stadtgrenze. Das Haus von Enrique Camacho Leyva und Rebeca Gutiérrez lag nahe der Ecke von Carrera dreizehn und Calle achtundsechzig, inmitten von etwa dreizehn Hektar Kiefern, Eukalypten und unbebauten Grundstücken.

Nach der Erbteilung im Jahr neunzehnhundertachtundzwanzig fiel das Land ihren Söhnen Pedro, Domingo und Francisco Camacho Gutiérrez zu. Der Familienbesitz war ihr Kapital. Einer alten Chronik aus Bogotá zufolge hatte Enrique einst zwei Centavos je Quadratvara für das Land bezahlt – eine Quadratvara ist etwas kleiner als ein Quadratmeter. Nun mussten die Brüder mit dem Kauf ihres Vaters Geld verdienen, indem sie das Anwesen in städtische Grundstücke verwandelten.

Im Dezember neunzehnhundertdreißig legten sie der Stadtverwaltung den ersten Entwurf für das Viertel vor. Vier Jahre vergingen mit Korrekturen und Abstimmungen. Die von den Brüdern verabschiedete Bauordnung legte sogar fest, was für ein Mensch sich hier niederlassen konnte. An den Hauptstraßen musste ein Grundstück mindestens fünfhundertsechs Quadratmeter groß sein und mit einer mindestens zwanzig Meter breiten Fassade zur Straße liegen. Darauf war ein Wohnhaus mit bis zu zwei Stockwerken erlaubt. Vor jedem Haus war ein Vorgarten vorgeschrieben, und der Handel war auf Läden beschränkt, die die Bewohner selbst benötigten. Jeder Eigentümer schloss seinen Wasservertrag gesondert ab.

Ein solches Grundstück konnte sich ein Käufer leisten, der einen Architekten oder eine Baufirma beauftragen konnte. Die Brüder verkauften das Land teurer, und die neuen Eigentümer erhielten geräumige Häuser mit getrennten Räumen für Empfänge im Erdgeschoss und Familienleben im Obergeschoss.

Auch das englische Erscheinungsbild des Viertels entstand aus einer ganz praktischen Entscheidung. Architekten und Ingenieure aus Bogotá nutzten britische Baualben. Die Firma Martínez y Hoyos kaufte das im Jahr neunzehnhundertneunundzwanzig erschienene Buch „Tudor-Häuser Englands“ und passte dessen Details an örtliche Aufträge an. Nach diesen Vorbildern wiederholten die Bauleute steile Dächer, Backsteinfassaden, vorspringende Erker und aus Backstein gemauerte Schornsteine. Die Häuser wurden nicht gleich: Jedes wurde von einer eigenen Familie in Auftrag gegeben. Das gemeinsame Erscheinungsbild sicherten die in der Bauordnung der Erben festgelegten Grundstücksgrößen, die Höhe und die Auswahl der Details.

Die Wohnordnung begann sich in den sechziger Jahren zu ändern, als sich nahe der Avenida Chile Geschäfte und danach Banken und Büros ansiedelten. Für die Eigentümer großer Häuser wurde es rentabler, sie an Einrichtungen und Restaurants zu vermieten. Im Jahr neunzehnhundertneunundsiebzig nahm die Stadt das Viertel in eine Schutzzone auf, weshalb viele Eigentümer die Räume im Inneren anpassten und dabei die Backsteinfassaden, Dächer und Vorgärten bewahrten.

Der Landsitz, der dem Viertel seinen Namen gab, lag näher bei Carrera dreizehn und Calle achtundsechzig. Die Backsteinhäuser weiter im Viertel entstanden bereits auf dem aufgeteilten Land der Camachos. Über den heutigen Restaurants, Cafés, Schulen und Büros lassen sich noch immer die Bedingungen ablesen, zu denen Pedro, Domingo und Francisco das Familienerbe verkauften: ein großes Haus auf dem Grundstück, zwei Stockwerke und ein Garten vor der Fassade.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktMonumento a Giordano Bruno
Eintrittvon außen

Offenes Wohn- und Geschäftsviertel; respektieren Sie Privathäuser und Büroeingänge.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Schauen Sie sich die Häuser von der Straße aus an und respektieren Sie Privatbesitz: Viele Gebäude werden weiterhin bewohnt oder von Einrichtungen genutzt. Betreten Sie die Höfe nicht für ein Foto.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Park zwischen Carrera 9 und Carrera 10 und nähern Sie sich der Bronzefigur.

Stopp 6 von 7Weiter: Monumento a Giordano Bruno

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Chapinero und Quinta Camacho: Wie sich der Norden von Bogotá entwickelte“ — 7 Stopps, etwa 7,8 km, 2-3 Stunden.

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