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Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Dieser Punkt zeigt, wie das Schicksal einer Kriegsbeute die Bedeutung eines vertrauten Stadtsymbols veränderte.

15 Min.
Das Brandenburger Tor nachts vom Pariser Platz aus
Thomas Wolf, www.foto-tw.de · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Fünf Durchfahrten unter dem Tor
  • Die Quadriga mit vier Pferden
  • Eisernes Kreuz und Preußischer Adler
  • Steinerne Säulen

Die Geschichte des Ortes

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Lange Zeit verlief hier die Stadtgrenze: Durch fünf Durchfahrten zwischen steinernen Säulen gelangte man nach Berlin, und an den Seiten arbeiteten Wachleute und diejenigen, die eingeführte Waren kontrollierten. Der Name erinnerte an die Straße nach Brandenburg an der Havel. Der bescheidene Durchlass wurde in einen repräsentativen Eingang verwandelt, und oben stellte man einen Wagen aus Kupfer mit vier Pferden auf. Die originale Skulptur ging im Zweiten Weltkrieg zugrunde, deshalb steht über dem Tor eine Kopie von ihr.

Am siebenundzwanzigsten Oktober achtzehnhundertsechs zog Napoleon Bonaparte durch dieses Tor in Berlin ein. Zwei Wochen zuvor hatte der französische Kaiser die preußische Armee bei Jena und Auerstedt geschlagen; der König hatte die Hauptstadt verlassen, die Stadt kapitulierte. Napoleon kam von Westen, weil hier der zeremonielle Weg über Unter den Linden zum königlichen Schloss begann.

Bis zum Schloss waren es noch einige Kilometer, doch hier verlief die Grenze Berlins. Das Brandenburger Tor gehörte zur städtischen Akzisemauer. In den Seitengebäuden saßen Wachleute und Einnehmer der Steuer auf eingeführte Waren, und die Durchreisenden wurden kontrolliert. Der Name wies die Richtung: Von hier führte die Straße nach Brandenburg an der Havel. Von den zwanzig Toren jener Mauer sind nur diese erhalten.

König Friedrich Wilhelm II. beauftragte den Architekten Carl Gotthard Langhans, den früheren bescheidenen Durchlass durch einen repräsentativen Eingang zu ersetzen. Im Jahr siebzehnhunderteinundneunzig wurde er unter dem Namen „Friedenstor“ eröffnet. Zwei Jahre später stellte der Hofbildhauer Johann Gottfried Schadow oben eine Quadriga aus Kupfer auf – einen Wagen mit vier Pferden. Die Lenkerin stellte die Friedensgöttin dar, die in die Stadt einfuhr.

Nach dem Erscheinen Napoleons beschlossen die Sieger selbst, die Bedeutung dieser Figur umzuschreiben. Berliner Künstler baten den Kaiser, die Quadriga an ihrem Platz zu lassen, doch er befahl, sie als Kriegsbeute nach Paris zu schicken. Für den Transport war Dominique-Vivant Denon verantwortlich, der Direktor des Musée Napoléon, der die Armee begleitete und Kunstwerke für Frankreich auswählte.

Mit der Zerlegung der Quadriga wurde Emanuel Ernst Jury beauftragt, ein Potsdamer Kupferschmied. Er war es, der einst die Pferde nach Schadows Modellen aus Kupferblechen getrieben und sie über dem Tor zusammengefügt hatte. Nun erhielt Jury eintausendfünfhundert Taler für die umgekehrte Arbeit: seine eigenen Pferde abzunehmen, auf den Boden herabzulassen und in zwölf Kisten zu verpacken. Die Fracht wurde auf Lastkähnen über Hamburg transportiert. Fast ein halbes Jahr war sie bis Paris unterwegs und kam beschädigt an.

Napoleon wollte die Berliner Quadriga vor einem Tempel zum Ruhm seiner Grande Armée aufstellen. Den Tempel vollendete er nicht, und auch für den Wagen fand er keinen passenden Platz. Nach der Reparatur blieb sie in einem Lager.

Acht Jahre später zogen die alliierten Armeen in Paris ein, Napoleon dankte ab und ging auf Elbe ins Exil. Preußische Gesandte fanden die Quadriga und brachten sie zurück nach Berlin. Unterwegs empfingen die Menschen die Kisten wie eine Trophäe; die Berliner nannten diesen Transport die „Antwortkutsche“. Der frühere Lorbeerkranz, der Speer und der Adler fehlten – sie waren in Frankreich verschwunden.

König Friedrich Wilhelm III. beauftragte den Architekten Karl Friedrich Schinkel, neue Zeichen anzufertigen. Schinkel setzte in den Eichenkranz ein Eisernes Kreuz und darüber einen Preußischen Adler. Die Friedensgöttin wurde nun Viktoria, Göttin des Sieges, genannt. So bewirkte Napoleon eine Veränderung, die dem von ihm Beabsichtigten entgegengesetzt war: Die von ihm fortgebrachte Figur kehrte mit Symbolen seiner Niederlage an denselben Ort zurück.

Die originale Quadriga ging gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zugrunde; von ihr ist ein kupferner Pferdekopf erhalten, der sich heute im Märkischen Museum befindet. Über dem Tor steht eine Nachkriegskopie. In Viktorias Händen bleiben der Eichenkranz, das Eisernes Kreuz und der Preußische Adler, die nach der Rückkehr aus Paris hinzugefügt wurden. Der Platz vor dem Tor auf der Seite von Unter den Linden heißt seit dem Jahr achtzehnhundertvierzehn Pariser Platz.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktDenkmal für die ermordeten Juden Europas
Eintrittvon außen

Offener Stadtraum; die Tourist Info im Südflügel hat eigene Öffnungszeiten, prüfen Sie bei Bedarf visitBerlin.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Hören Sie am Rand des Platzes zu und halten Sie sich nicht in den mittleren Durchfahrten auf. Umrunden Sie das Tor, um es von beiden Seiten zu sehen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Biegen Sie nach Süden zum Feld aus Betonstelen ab.

Stopp 2 von 6Weiter: Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zentrum Berlins: Macht, Erinnerung und Grenze“ — 6 Stopps, 3 km, 2–3 Std..

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