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Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Hier wird klar, warum das abstrakte Feld unter der Erde eine dokumentarische Fortsetzung erhielt.

25 Min.
Feld aus Betonstelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas
Photograph by Mike Peel (www.mikepeel.net). · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Feld aus Betonstelen
  • Geneigte Wege
  • Eingang zum unterirdischen Informationszentrum

Die Geschichte des Ortes

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Am Ort der ehemaligen Ministergärten sinken die Betonstelen zusammen mit den geneigten Wegen ab und steigen wieder an. Das Feld wurde zwischen dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude als zentrales deutsches Denkmal für jüdische Männer, Frauen und Kinder aus ganz Europa angelegt, die von NS-Deutschland und seinen Helfern wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet wurden. Der Architekt Peter Eisenman ließ die Oberfläche ohne Namen, Daten und religiöse Zeichen: Aus der Ferne wirkt sie wie ein ebenes Raster, doch im Inneren verliert sie rasch ihre gewohnten Maßstäbe.

Am zehnten Mai zweitausendfünf hielt die Journalistin Lea Rosh, die sich seit siebzehn Jahren für die Errichtung dieses Denkmals eingesetzt hatte, über einem Rednerpult einen menschlichen Zahn hoch. Sie kündigte an, dass der Zahn in eine der Betonstelen eingesetzt werde.

Rosh fand ihn im Jahr neunzehnhundertachtundachtzig während der Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm über den Holocaust. Gemeinsam mit dem Historiker Eberhard Jäckel kam sie nach Belzec, ein von den Nazis im besetzten Polen geschaffenes Vernichtungslager. Dort ermordeten SS-Männer Hunderttausende Juden. An einem der Massengräber sah Rosh im Sand einen Backenzahn. Es war unmöglich festzustellen, wem er gehört hatte. Sie brachte den Fund nach Berlin und erklärte später, sie habe gerade damals den Toten versprochen, für sie ein zentrales Denkmal zu erwirken.

Fernsehjournalismus war ihr Beruf: Rosh verstand es, Verbündete zu finden, Aufmerksamkeit zu gewinnen und einen öffentlichen Kampf auszuhalten. Zusammen mit Jäckel gründete sie eine Bürgerinitiative, die rund zehntausend Unterschriften sammelte. Zunächst schlugen sie vor, auf dem ehemaligen Gelände der Gestapo, der Geheimen Polizei des NS-Regimes, ein Denkmal zu errichten. Nach dem Fall der Berliner Mauer wählte die Initiativgruppe ein anderes Grundstück: die ehemaligen Ministergärten nördlich der zerstörten Reichskanzlei. Im Jahr neunzehnhundertzweiundneunzig erklärte sich die Bundesregierung bereit, dieses Land zu überlassen.

Deshalb entstand das Feld neben dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude, obwohl an diesem Ort keine Massenmorde stattfanden. Es war als zentrales Denkmal des Landes für jüdische Männer, Frauen und Kinder aus verschiedenen Ländern Europas gedacht, denen NS-Deutschland und seine Helfer wegen ihrer jüdischen Herkunft Rechte nahmen, die sie in Ghettos einsperrten, deportierten und ermordeten. Die Zahl der Opfer wird auf etwa sechs Millionen geschätzt.

Auf den Stelen des Architekten Peter Eisenman stehen keine Namen und Daten, und es gibt keine religiösen Zeichen. Als der Reichstag den Entwurf im Jahr neunzehnhundertneunundneunzig billigte, verlangten die Abgeordneten ein Informationszentrum unter dem Feld: Das Betonraster sollte eine dokumentarische Fortsetzung mit den Schicksalen konkreter Menschen und den Orten der Verbrechen erhalten.

Der Zahn hätte das Denkmal beinahe in ein völlig anderes Objekt verwandelt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Albert Meyer, setzte sich dafür ein, dass menschliche Überreste nach jüdischen Regeln bestattet werden. Er erklärte, das Betonfeld dürfe nicht in einen Friedhof oder ein Reliquienlager verwandelt werden, und warnte: Wenn der Zahn in eine Stele komme, müssten Juden entscheiden, ob sie überhaupt hierher gehen könnten. Auch Mitarbeiter der Gedenkstätten von Belzec und Auschwitz protestierten.

Drei Tage nach der Eröffnung gab Rosh ihre Absicht auf. Der Zahn wurde nach Belzec zurückgebracht und dort im Sommer desselben Jahres nach jüdischem Ritus bestattet. In keiner Berliner Stele befinden sich menschliche Überreste.

Die Namen befinden sich im unterirdischen Zentrum. In einem eigenen Saal nennt eine Aufnahme den Namen und eine kurze Biografie jedes bekannten jüdischen Menschen, der getötet wurde oder als vermisst gilt. Damit alle dort gesammelten Geschichten einmal hintereinander erklingen, wären etwa sechs Jahre, sieben Monate und siebenundzwanzig Tage nötig.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktPotsdamer Platz
Eintrittvon außen
In Karten öffnen

Das Stelenfeld ist rund um die Uhr zugänglich; das Informationszentrum unter dem Feld hat eigene Öffnungszeiten und mögliche vorübergehende Schließungen, prüfen Sie vor dem Besuch die Website der Stiftung.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betreten Sie das Feld langsam und bleiben Sie auf dem gewählten Weg: Die Neigungen verändern sich, und entgegenkommende Menschen tauchen plötzlich auf. Das Informationszentrum wird separat besucht.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie weiter nach Süden bis zum fünfseitigen Turm.

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zentrum Berlins: Macht, Erinnerung und Grenze“ — 6 Stopps, 3 km, 2–3 Std..

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