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Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer

Hier wird klar, warum die Freiluftausstellung mit einem originalen Mauerabschnitt beginnt, der beinahe abgebaut worden wäre.

15 Min.
Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer
Ansgar Koreng · CC BY 3.0 de; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Rostbraune Fassade
  • Biegung des unteren Geschosses
  • Fenster des oberen Geschosses
  • Plan der Gedenkstätte

Die Geschichte des Ortes

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Die untere Ebene des rostbraunen Gebäudes folgt der Biegung der ehemaligen Mauer, und die Fenster des oberen Geschosses sind zum Gedenkfeld gerichtet. Man errichtete es im Jahr zweitausendneun an der Gartenstraße, als die Grenze zwischen den neuen Häusern schon nicht mehr zu erkennen war und die Menschen verstehen mussten, wo sie nach ihren erhaltenen Spuren suchen sollten. Von hier führt die Route zu dem offenen Streifen, wo nicht eine einzelne Platte, sondern die Anlage des gesamten Grenzsystems zu sehen ist.

Das rostbraune Gebäude an der Biegung der Bernauer Straße dient als Eingang zu einer knapp anderthalb Kilometer langen Gedenkstätte. Hier erhält man einen Plan, meldet sich zu einer Führung an, sieht einen Einführungsfilm und erfährt, welche Spuren der Grenze auf der Straße erhalten sind. Die ausführliche Ausstellung befindet sich weiter vorn im Dokumentationszentrum Berliner Mauer. Das Besucherzentrum ist vor allem dazu da, einen aus dem Gebäude hinaus auf den ehemaligen Grenzstreifen zu führen.

Am neunten November neunzehnhundertneunundachtzig wurden die Grenzübergänge geöffnet, und die Berliner begannen, Stücke der Mauer als Andenken abzuschlagen. Zu denen, die sie zum Aufhören aufforderten, gehörte Manfred Fischer, Pfarrer der westberliner Evangelischen Versöhnungsgemeinde. Er wohnte in einer Dienstwohnung beim Gemeindehaus an der Bernauer Straße und wollte hier ein gegenständliches Zeugnis der Grenze bewahren.

Für Fischer war dies die Geschichte seiner Gemeinde. Nach dem Bau der Berliner Mauer im Jahr neunzehnhunderteinundsechzig wurde die Gemeinde geteilt, und ihre Kirche lag innerhalb des abgesperrten Streifens. Die meisten Gemeindemitglieder lebten in West-Berlin und konnten den Gottesdienst nicht mehr besuchen. Im Jahr neunzehnhundertfünfundachtzig befahl die Führung der DDR, die leer stehende Kirche zu sprengen, weil sie die Grenzsoldaten daran hinderte, das Gelände zu überblicken. Als die Grenze geöffnet wurde, riskierte der Pfarrer, auch den letzten Gegenstand zu verlieren, mit dem sich belegen ließ, was mit diesem Viertel geschehen war.

Ende Dezember beschloss die Regierung der DDR, die Berliner Mauer abzubauen. Fischer trat im ostdeutschen Fernsehen auf und verlangte, einen Abschnitt an der Bernauer Straße stehen zu lassen. Er überredete Soldaten, die Arbeit einzustellen, fand Verbündete unter den Mitarbeitern des Deutschen Historischen Museums, half dabei, einen Teil des Streifens einzuzäunen, und organisierte seine Bewachung. Der Widerstand war stark: Viele Bewohner meinten, eine erhaltene Mauer werde auf die Straße zurückbringen, wovon die Stadt sich gerade erst befreit hatte.

Der gefährlichste Moment kam an einem Sonntagmorgen im Juni neunzehnhundertneunzig. Fischer sah aus seiner Dienstwohnung, dass eine Armeebrigade zu dem zur Bewachung vorgesehenen Abschnitt zwischen der Bergstraße und der Ackerstraße gekommen war. Der Pfarrer benachrichtigte Helmut Trotnow, einen Historiker aus der Gruppe, die das Deutsche Historische Museum aufbaute. Trotnow setzte sich für den Erhalt der gesamten Grenzanlage ein: der vorderen Mauer, des inneren Zauns und des Raums dazwischen. Eine einzelne Betonplatte konnte nicht zeigen, wie Flüchtende aufgehalten wurden.

Ohne Erlaubnis überquerte Trotnow die Grenze auf das Gebiet der DDR und trat mit einer Kopie eines Dokuments, das anordnete, den künftigen Gedenkabschnitt nicht anzutasten, an den Kommandeur der Brigade heran. Der Offizier hatte das Recht, ihn wegen des illegalen Grenzübertritts festzunehmen. Stattdessen las er das Papier und führte die Soldaten weg. Für Fischer und Trotnow endete die Sache nicht mit einem Versprechen: Am zweiten Oktober neunzehnhundertneunzig stellte der Magistrat von Ost-Berlin den Streifen von der Ackerstraße bis zur Bergstraße als Denkmal unter Schutz. Am nächsten Tag hörte die DDR auf zu bestehen.

Im Jahr neunzehnhundertachtundneunzig wurde hier die Gedenkstätte eröffnet. Danach kamen das Dokumentationszentrum Berliner Mauer, die Kapelle der Versöhnung an der Stelle der zerstörten Kirche und eine ausgedehnte Freiluftausstellung hinzu. Als Besucher zu fragen begannen, wo sie zwischen den neuen Häusern die Mauer selbst suchen und womit sie die Besichtigung beginnen sollten, baute man dieses Besucherzentrum im Jahr zweitausendneun an der Gartenstraße.

Das untere Geschoss des Gebäudes steht entlang der früheren Mauerlinie und folgt ihrer Biegung. Das obere ist zum Gedenkfeld hin ausgerichtet. Der Plan, den man innen erhält, führt weiter zu dem Abschnitt, an dem die Armeebrigade an jenem Junimorgen das ihr vorgelegte Dokument las und wegging, ohne den Abbau fortzusetzen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktFenster des Gedenkens
Eintrittfrei zugänglich

Besucherzentrum: Di-So 10:00-18:00; Freiluftbereich der Gedenkstätte täglich 08:00-22:00.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Machen Sie sich zunächst mit dem Geländeplan vertraut: Er hilft Ihnen, die nächsten Stationen den verschwundenen Häusern zuzuordnen. Falls das Zentrum geschlossen ist, gehen Sie im Freiluftbereich der Gedenkstätte weiter.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Betreten Sie den ehemaligen Grenzstreifen und folgen Sie der Reihe von Stahlstangen bis zur Wand mit Fotografien.

Stopp 2 von 7Weiter: Fenster des Gedenkens

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Berliner Mauer an der Bernauer Straße“ — 7 Stopps, etwa 2 km, etwa 2–3 Std..

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