Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hoher Mittelbau
- Zwei seitliche Türmchen
- Kegeldach
- Aussichtsplattform
Die Geschichte des Ortes
Auf dem Hügel des Gardoš steht eines von sieben Denkmälern, die die ungarischen Behörden zum Jubiläum in Erinnerung an die Ankunft der magyarischen Stämme in der Pannonischen Tiefebene errichten ließen. Der hohe Mittelbau, zwei kleine seitliche Türmchen und das Kegeldach ergeben die Silhouette einer alten Festung; die echte mittelalterliche Zitadelle befand sich hier lange zuvor. Die steinerne Figur der Hungaria, die Löwen und den Turul-Vogel mit Schwert entfernte, zerschlug oder verlor man nach den Kriegen und dem Wechsel des Staates. Im unteren Teil des Turms befinden sich heute Ausstellungen und ein Fotoatelier, oben wurde eine Aussichtsplattform eingerichtet.
Dieser Turm wurde siebenunddreißig Meter hoch gebaut, weil der ungarische Historiker und Abgeordnete Kálmán Thaly die benachbarte Kirche zumindest optisch kleiner erscheinen lassen wollte.
Seit Beginn der achtzehnhundertneunziger Jahre setzte sich Thaly für eine große Feier zum tausendsten Jahrestag der Ankunft der ungarischen Stämme in der Pannonischen Tiefebene ein. Er lebte für Geschichte und Politik und setzte sein politisches Gewicht als Abgeordneter für das Jubiläum ein. Auf seinen Vorschlag beschloss das Parlament, sieben Provinzdenkmäler zu errichten – entsprechend der Zahl der Anführer, die nach ungarischer Überlieferung die magyarischen Stämme hierher geführt hatten.
Für das südliche Denkmal wählte man Zemun. Damals lag es am Rand der Länder der ungarischen Krone, als Teil Österreich-Ungarns, während am gegenüberliegenden Ufer Serbien begann. Gardoš eignete sich noch besser: Es war ein hoch gelegener Punkt über der Donau, innerhalb der Überreste einer mittelalterlichen Festung, die mit János Hunyadi verbunden war. Das Gelände gehörte dem Militärressort, daher erwirkte Thalys Komitee bei Kaiser Franz Joseph I. die Genehmigung, das Gelände als Bauplatz zu überlassen.
Dann betrachtete Thaly den Gardoš von der Festung Belgrad aus. Auf dem Hügel hob sich die orthodoxe Dimitrijevska crkva ab – die Familiengrabstätte der wohlhabenden Zemuner Kaufleute Hariš. Thaly entschied, dass das neue Denkmal neben ihrer Kuppel nicht untergehen dürfe. Er verlangte vom Architekten Gyula Berczik, den Turm so zu erhöhen, dass die Kirche von Belgrad aus klein wirkte und das ungarische Zeichen jenseits der Donau gut zu erkennen war.
Berczik erfüllte diese Forderung. Der Turm erhielt einen hohen Mittelbau und zwei seitliche Türmchen, die an eine mittelalterliche Burg erinnerten. Dazwischen stand eine steinerne Figur der Hungaria mit Schild und Schwert, daneben saßen zwei Löwen. Darüber befand sich das Wappen des Königreichs, und das Dach krönte ein vier Meter hoher Turul – der mythische Vogel der ungarischen Überlieferung – mit einem Schwert in den Krallen. Eine Tafel mit den Jahren achthundertsechsundneunzig bis achtzehnhundertsechsundneunzig erklärte den Namen: „Millennium“ stand für das tausendjährige Jubiläum und nicht für das Alter des Turms selbst.
Am zwanzigsten September achtzehnhundertsechsundneunzig wurde das Denkmal eröffnet und der Stadt übergeben. Thaly erreichte sein Ziel: Es erwies sich als das größte der sieben Provinzdenkmäler, und vom gegenüberliegenden Ufer war es tatsächlich besser zu sehen als die Grabstätte der Hariš.
Doch das ursprüngliche Aussehen blieb nicht lange erhalten. Während der Kämpfe des Jahres neunzehnhundertvierzehn beschädigte Artillerie den Turm. Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns stürzte man die steinerne Figur der Hungaria herab und zerschlug sie, während der abgenommene Turul eine Zeit lang im Hof der Festung lag und danach verschwand. Den Turm selbst erhielt man. Die Einwohner von Zemun nannten ihn bereits den Turm des János Hunyadi – so wird János Hunyadi in der serbischen Überlieferung genannt. Nach seinem Sieg über das osmanische Heer bei Belgrad im Jahr vierzehnhundertsechsundfünfzig starb Hunyadi während einer Pestepidemie. Der genaue Ort seines Todes bleibt umstritten: Quellen nennen sowohl Belgrad als auch die Festung Zemun. Der volkstümliche Name bewahrt daher die örtliche Version, bezieht sich aber nicht wörtlich auf das Bauwerk – es wurde vierhundertvierzig Jahre nach dem Tod des Feldherrn errichtet.
Zu Beginn der zweitausender Jahre hatte der Turm erneut keine Nutzung mehr. Drei Ausschreibungen für eine Vermietung fanden keine Interessenten. Der freischaffende Fotograf und Künstler Đorđe Čubrilo, der in der Nähe aufgewachsen war und Räume für ein Atelier suchte, mietete ihn dennoch. Seine Frau sagte, sie werde sich von ihm scheiden lassen: Im Inneren lagen Berge von Müll, es gab weder Wasser noch Strom, die Fenster fehlten, und jemand hatte sogar die Blitzableiter gestohlen. Čubrilo musste zwei Wachleute einstellen, Familie, Freunde und Spender zusammenbringen, die Arbeiten mit den Restauratoren der Stadt abstimmen und gemeinsam mit ihnen Treppen, Türen und Versorgungsleitungen wieder in den Turm einbringen.
Heute befinden sich unten Čubrilos Galerie und Atelier, weiter oben ist eine Aussichtsplattform geöffnet. Darüber bleibt das hohe Kegeldach, das Thaly Belgrad zeigen wollte; Turul, Hungaria und die steinernen Löwen befinden sich nicht mehr am Turm.
Praktisch vor Ort
Die aktuellen Öffnungszeiten für den Zugang ins Innere sind unstet und hängen von Saison, Mieter und Veranstaltungen ab; die genauen Zeiten müssen am Tag des Besuchs geprüft werden. Die Außenbesichtigung und der Blick vom Plateau bleiben sinnvoll.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Den Turm kann man von außen vollständig besichtigen. Prüfen Sie die Möglichkeit, ins Innere hinaufzusteigen, gesondert und richten Sie nicht Ihren gesamten Zeitplan danach aus.
