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Vuk-und-Dositej-Museum

Музеј Вука и Доситеја

Ein Wohnhaus wird zum Ausgangspunkt eines Gesprächs über die ersten Schüler, die nicht für ein Handwerk, sondern für den Staatsdienst ausgebildet wurden.

30 Min.
Osmanisches Haus des Vuk-und-Dositej-Museums in Belgrad
Lumen Roma · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Fassade des alten Wohnhauses
  • Vorspringende Fenster des Obergeschosses
  • Museumsschild

Die Geschichte des Ortes

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Auf dem Museumsschild werden Vuk Karadžić und Dositej Obradović nebeneinander genannt, obwohl sie nie zusammen in diesem Haus lebten. Das Wohnhaus einer wohlhabenden osmanischen Familie wurde für eine Schule umgestaltet: Das Erdgeschoss war den Jüngeren zugeteilt, oben befand sich die Große Schule mit den höheren Klassen. Dort lernten sie Vermessen und Recht, und fertige Lehrbücher wurden durch Hefte mit Vorlesungen ersetzt. Über der Fassade ragen noch immer die Fenster dieses Stockwerks hervor; nach der Restaurierung übergab man das Haus dem Museum zur Erinnerung an die Schule.

Im Winter des Jahres achtzehnhundertneun schrieb sich Lazar Arsenijević Batalaka, der spätere Historiker mit dem Beinamen Batalaka, an der Großen Schule in Belgrad ein. Lazars Vater starb, als der Junge vier Jahre alt war. Seine Mutter brachte ihn nach Belgrad, Verwandte ließen ihn bald dieses, bald jenes Handwerk erlernen, doch aus ihm wurde kein Handwerker. Die Schule eröffnete einen anderen Weg: Ihre Absolventen wurden für den Staatsdienst ausgebildet.

Einige Monate später zogen die Schüler in dieses Haus um. Der erste Raum auf der gegenüberliegenden Seite der Gospodar Jevremova war zu eng geworden. Im ehemaligen Haus einer wohlhabenden osmanischen Familie wurde das Erdgeschoss der Grundschule zugeteilt, das Obergeschoss der Großen Schule. Groß nannte man sie im Unterschied zu den kleinen, also den Grundschulen. Ihrer Einrichtung nach verband sie die höheren Gymnasialklassen mit der Ausbildung künftiger Beamter.

Diese Schule gründete Ivan Jugović – Jurist, ehemaliger Lehrer am Karlovci-Gymnasium und Sekretär der Aufstandsregierung. Menschen, die kämpfen konnten, hatte das aufständische Serbien genug; Jugović setzte sich dafür ein, dass es Menschen gab, die Korrespondenz führen, Gesetze auslegen, Recht sprechen und Einrichtungen verwalten konnten. Die Anführer des Aufstands billigten seinen Plan und schickten auch ihre eigenen Söhne hierher. Armen Schülern stellte die Regierung Unterkunft und finanzielle Unterstützung bereit.

Fertige Lehrbücher hatte die Schule nicht. Die Lehrer übersetzten und erzählten ausländische Lehrmittel nach, und die Schüler schrieben die Vorlesungen mit und lernten anschließend aus ihren eigenen Heften. Zunächst behandelten sie Geschichte, Geografie, Arithmetik, die deutsche Sprache und praktisches Vermessen. In der letzten Klasse befassten sie sich mit Staats-, Völker- und Strafrecht sowie mit dem Ablauf eines Gerichtsverfahrens. Was im Obergeschoss dieses Wohnhauses geschah, war die Ausbildung der ersten zivilen Staatsbediensteten für ein Land, dessen Zukunft noch im Krieg entschieden wurde.

Lazar Arsenijević Batalaka schloss die Schule im Juli achtzehnhundertdreizehn ab. Im Herbst erlitt der Aufstand eine Niederlage, osmanische Truppen kehrten nach Belgrad zurück, und die Schule wurde geschlossen. Lazar Arsenijević Batalaka floh zunächst nach Österreich und lebte dann in Russland. Später kehrte er zurück und wurde Staatsrat, Bildungsminister und Justizminister. Er hielt auch die Einrichtung der Schule, die Fächerliste und die Namen der Lehrer fest – ohne seine Erinnerungen an den Unterricht in diesem Haus wäre weit weniger bekannt.

Die beiden Namen auf dem Museumsschild stehen wegen dieser Schule dort. Dositej Obradović, Aufklärer und erster serbischer Bildungsminister, wirkte an ihrer Gründung mit und hielt bei der Eröffnung eine Rede; die Zeremonie selbst fand im ursprünglichen Raum gegenüber statt. Vuk Karadžić, der spätere Reformator der serbischen Literatursprache und Sammler von Volksliedern, gehörte zum ersten Jahrgang der Schüler und hinterließ später Berichte über die Schule. Ein gemeinsames Haus für Vuk Karadžić und Dositej Obradović war dieses Gebäude nicht: Hier trafen ihre Rollen in der Geschichte der Bildung zusammen.

Im Jahr neunzehnhundertneunundvierzig übergab man das restaurierte Haus gerade wegen der Großen Schule dem Vuk-und-Dositej-Museum. Ihre Satzung und ihre Lehrbücher sind nicht erhalten. Erhalten ist das Obergeschoss selbst mit den vorspringenden Fenstern – jenes, in dem die Schüler die Vorlesungen von Hand abschrieben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktGospodar Jevremova
Eintrittmit Ticket

Offiziell: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag 10:00–18:00; Donnerstag und Samstag 12:00–20:00; Montag geschlossen. Der Einzelpreis für das Museum wird mit 200 Dinar angegeben.

Öffnungszeiten nach Tagen
Mogeschlossen
Di10:00–18:00
Mi10:00–18:00
Do12:00–20:00
Fr10:00–18:00
Sa12:00–20:00
So10:00–18:00
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Äußere bewahrt den Sinn der Station auch bei geschlossenem Museum; planen Sie den Besuch der Ausstellung getrennt nach den aktuellen Öffnungszeiten.

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Wie weiter?

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Skadarlija und Dorćol: vom Markt zur Donau“ — 7 Stopps, ≈2,1 km, 2,5–3,5 Stunden.

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