Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schräge Glasfassade
- Westflügel
- Kongresssäle hinter dem Glas
- Blauer Saal
Die Geschichte des Ortes
Hinter der schrägen Glasfassade des Sava Centar liegen Dutzende Säle für Verhandlungen, Kongresse und Ausstellungen. Konzerte finden im angrenzenden Blauen Saal statt. Die Save im Namen bezeichnet den nahe gelegenen Fluss, und das Grundstück im neunzehnten Block wählte man wegen der Stadtautobahn: Ausländische Delegierte konnte man schnell vom Flughafen hierher bringen und von hier aus in das alte Belgrad.
Der Anlass für den Bau war ein Versprechen von Josip Broz Tito. Nach der europäischen Konferenz in Helsinki erklärte er sich bereit, in Belgrad das nächste Treffen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) abzuhalten, der Vorgängerin der heutigen Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Im Februar neunzehnhundertsechsundsiebzig teilte Außenminister Lazar Mojsov dies dem Belgrader Bürgermeister Živorad Kovačević mit. In der Stadt gab es keine geeigneten Räumlichkeiten, und bis zur Ankunft der Diplomaten blieben fünfzehn Monate.
Kovačević entschied, ein neues Zentrum zu bauen, und beauftragte damit Stojan Maksimović, den Chefarchitekten der städtischen Baudirektion. Maksimović sagte unter der Bedingung zu, dass er die Ingenieure selbst auswählen und in seinen Entscheidungen frei sein würde. Den ersten Teil des Gebäudes stellten sie in elf Monaten fertig. Im Mai neunzehnhundertsiebenundsiebzig eröffnete Tito ihn, und im Juni kamen Vertreter aus fünfunddreißig Ländern hierher.
Die eigentliche Auseinandersetzung begann im Herbst. Jede Entscheidung erforderte das Einverständnis aller: Eine Delegation konnte das ganze Dokument aufhalten. Die Sitzungen fanden hinter verschlossenen Türen und ohne stenografische Protokolle statt. Westliche Diplomaten wollten überprüfen, wie die Staaten die in Helsinki unterzeichneten Verpflichtungen zu Menschenrechten erfüllten. Die sowjetische Delegation sah die Erörterung bestimmter Gefangener als Einmischung in innere Angelegenheiten an.
Die amerikanische Gruppe wurde von Arthur Goldberg geleitet, einem ehemaligen Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und ehemaligen Vertreter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen (UN). Zu diesem Zeitpunkt verdiente er wieder mit seiner Anwaltspraxis; nach einem halben Jahr in Belgrad scherzte Goldberg, das Diplomatengehalt bleibe deutlich hinter dem Einkommen eines Juristen zurück. Sein Einsatz wog schwerer als Geld: Zu scharfer Druck konnte die Konferenz zum Scheitern bringen, zu vorsichtiges Vorgehen ließ das Treffen sinnlos.
Am neunten November nannte Goldberg Juri Orlow, einen Physiker, der die Moskauer Helsinki-Gruppe zur Überprüfung eben jener Verpflichtungen gegründet hatte, die hier diskutiert wurden. Orlow befand sich bereits in Haft. Die sowjetischen Vertreter forderten, das Gespräch über konkrete Menschen einzustellen, und antworteten dann mit Vorwürfen der Rassendiskriminierung, Arbeitslosigkeit und ungerechter Gerichte in den Vereinigten Staaten selbst.
Nach der Weihnachtspause legte der sowjetische Unterhändler Juli Woronzow einen Entwurf für ein Abschlussdokument von nur drei Seiten vor: Seiner Ansicht nach würden sich die Seiten auf nichts Inhaltlicheres einigen. Goldberg antwortete mit elf Forderungen. Einen weiteren Monat lang versuchten die Delegierten, sie zu einem gemeinsamen Text zusammenzuführen, doch im März unterzeichneten sie nur eine kurze Schlussfolgerung: Ein Meinungsaustausch hatte stattgefunden, die Meinungsverschiedenheiten blieben bestehen, das nächste Treffen werde in Madrid stattfinden.
Diese Verhandlungen retteten Orlow nicht. Zwei Monate später verurteilte ihn ein sowjetisches Gericht zu sieben Jahren Lager strengen Regimes und fünf Jahren Verbannung. Die sowjetische Delegation schied jedoch nicht aus der Konferenz aus, und die Diskussion über namentlich genannte Gefangene blieb Teil der folgenden Treffen.
Der Westflügel hinter der Glasfassade wird auch heute noch von Kongresssälen genutzt. Gerade diesen Teil eröffnete man den Diplomaten im Jahr neunzehnhundertsiebenundsiebzig zuerst; der Blaue Saal kam später hinzu. Nach der Rekonstruktion finden hier wieder geschlossene Verhandlungen, internationale Kongresse und öffentliche Konferenzen statt – in den Räumen, die Belgrad rechtzeitig zum von Tito versprochenen Termin errichtet hatte.
Praktisch vor Ort
Die Fassaden und Außenwege können von der Straße aus besichtigt werden. Die Säle im Inneren sind mit Eintrittskarten, Akkreditierung oder nach den Regeln der jeweiligen Veranstaltung zugänglich.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Zugang zum Inneren hängt von den geöffneten öffentlichen Bereichen und den Veranstaltungen ab; Konzert- und Konferenzräume können zu den Bedingungen der jeweiligen Veranstaltung besucht werden.
