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Römische Säulen am Carrer del Paradís

Temple d’August

Sie werden sehen, wie ein privater Umbau ein antikes Ensemble hätte zerstören können und zugleich dazu beitrug, es sichtbar zu machen.

15 Min.
Hohe korinthische Säulen eines römischen Tempels ragen in einem Innenhof in Barcelona empor
Richard Mortel from Riyadh, Saudi Arabia · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Vier römische Säulen
  • Die Kapitelle der Säulen
  • Das Glasdach des Innenhofs
  • Metallene Begrenzungen

Die Geschichte des Ortes

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Im Jahr neunzehnhundertzwei kaufte der Verleger Ramon de Montaner ein mittelalterliches Haus am Carrer del Paradís zusammen mit drei römischen Säulen. Damals standen sie nicht in einem offenen Innenhof: Geschossdecken teilten sie in der Höhe, und Räume umgaben ihre Schäfte und Kapitelle. Montaner wollte die Säulen abbauen und in seine ländliche Residenz, das Castell de Santa Florentina, bringen.

Römische Baumeister errichteten sie hier am Ende des ersten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. Auf dem Gipfel des Mont Tàber lag das Forum von Barcino, dem römischen Barcelona, und über dem Platz erhob sich auf einem drei Meter hohen Podium ein Tempel. Er war Augustus, dem ersten römischen Kaiser, unter dem die Kolonie gegründet wurde, sowie den nach Augustus vergöttlichten Kaisern geweiht. Die Stadtpriester vollzogen vor dem Tempel Riten des Kaiserkults; die Gläubigen versammelten sich nicht im Inneren. Die neun Meter hohen Säulen am höchsten Punkt der Stadt waren sogar hinter den Stadtmauern sichtbar.

Die drei überlebten gerade deshalb, weil spätere Baumeister sie in ein Wohnhaus einbezogen. Im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig mietete ein junger Klub von Reisenden und Forschern – das spätere Centre Excursionista de Catalunya – das Geschoss auf Höhe der Kapitelle. Die Mitglieder richteten bei den römischen Steinen eine Bibliothek, ein kleines Museum und einen Saal mit nur vier Reihen Flechtstühlen ein. Der Raum wurde rasch zu eng, doch dem Verein fehlte das Geld für einen geräumigen Hauptsitz. Wegzugehen hätte bedeutet, die Säulen zurückzulassen, wegen derer er einst diese Adresse gewählt hatte.

Der Börsenmakler Cèsar August Torras, der damalige Präsident des Klubs, setzte sich dafür ein, dass die Säulen an ihrem ursprünglichen Ort blieben. Er führte die Gegner ihrer Verlegung an. Auf ihrer Seite stand der Architekt Lluís Domènech i Montaner – Klubmitglied und Neffe des neuen Besitzers. Torras, Domènech und ihre Mitstreiter überzeugten den Verleger, den Plan aufzugeben.

Ramon de Montaner begnügte sich nicht mit seiner Zustimmung: Er bezahlte den Umbau des Hauses und beauftragte damit seinen Neffen Domènech. Domènech entfernte die Räume um die Säulen, erschloss einen Innenhof unter einem Glasdach und ersetzte die schweren steinernen Begrenzungen durch metallene, damit die Schäfte aus den benachbarten Sälen sichtbar waren. Die verlorenen Räume ersetzte er durch zwei neue Geschosse. Im Jahr neunzehnhundertfünf erhielt der Klub einen Saal mit mehr als dreißig Stuhlreihen und behielt seinen Hauptsitz; er befindet sich bis heute hier.

Die vierte Säule hat ein anderes Schicksal. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts setzte man sie aus Bruchstücken zusammen, die beim Abriss benachbarter Häuser gefunden worden waren, und stellte sie auf der Plaça del Rei auf. Domènech ließ einen Platz für sie frei, doch die Steine konnten erst im Jahr neunzehnhundertsechsundfünfzig zurückgebracht werden. Deshalb stehen drei Säulen dort, wo die Römer sie errichteten, die vierte ist aus gefundenen Fragmenten zusammengesetzt, und der Innenhof um sie herum wurde vom Architekten im Jahr neunzehnhundertfünf geschaffen. Einen solchen Raum gab es beim römischen Tempel nicht.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktBalkone der Macht am Sant Jaume
Eintrittvor Ort

Mo 10:00–14:00, Di–Sa 10:00–19:00, So 10:00–20:00; freier Eintritt.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Ausmaß der Säulen lässt sich nur im Inneren des Hofs erfassen. Der Raum ist klein – halten Sie den Durchgang frei und sprechen Sie leise.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Innenhof und gehen Sie hinunter zur Plaça Sant Jaume.

Stopp 2 von 7Weiter: Balkone der Macht am Sant Jaume

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Barcelonas Altstadt: von Barcino bis La Ribera“ — 7 Stopps, 1,4 km, 2 Std..

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