Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerner Pylon
- Bronzene Kränze
- Symbolischer Sarkophag
- Weiter Platz des Court of Honour
Die Geschichte des Ortes
Nach jedem ANZAC Day wurde der erste Auckland Cenotaph abgebaut und in den Keller des Rathauses gebracht. Im Jahr neunzehnhundertzweiundzwanzig fertigte man ihn aus Holz und Gips an – als verkleinerte Kopie des Londoner Denkmals in Whitehall. Die Familien der Gefallenen legten Kränze an seinem Fuß nieder, dann verschwand das weiße Grabmal bis zum nächsten April.
Cenotaph bedeutet „leeres Grab“: Im Inneren befinden sich keine sterblichen Überreste. Die meisten Neuseeländer, die im Ersten Weltkrieg starben, wurden in Übersee begraben; deshalb gab ein solches Denkmal ihren Angehörigen einen Ort für öffentliches Abschiednehmen. Die Namen der Aucklander wurden in der Erinnerungshalle im Museum eingemeißelt, doch außerhalb brauchte es einen Raum, in dem sich Tausende Menschen zugleich versammeln konnten.
Ein dauerhafter Cenotaph war im Entwurf des neuen Museums vorgesehen, doch das Museumskomitee entschied, dass das Geld dafür nicht ausreichte. Dagegen trat Thomas Henry Dawson auf – ein Aucklander Anwalt und Präsident der Returned Soldiers’ Association. Er hatte den Zweiten Burenkrieg erlebt, war mit dem Auckland Battalion bei Gallipoli gelandet und dort verwundet worden. Dawson warf dem Komitee vor, es habe, ganz vom Museum eingenommen, das eigentliche Kriegsdenkmal aus den Augen verloren. Die Association drohte, auf die Absage der Eröffnung hinzuwirken, solange das Gedenken an die Gefallenen vor dem Gebäude keinen sichtbaren Ausdruck erhielt. Dawson bezeichnete diesen Ort schon im Voraus als Platz für künftige Zeremonien zum ANZAC Day.
Nach seiner Rede begannen die Aucklander eine eigene Sammlung und brachten fast sechstausend Pfund zusammen. Die Bauarbeiter errichteten rechtzeitig zur Museumseröffnung einen zehn Meter hohen steinernen Cenotaph. Am achtundzwanzigsten November neunzehnhundertneunundzwanzig wurde er vor einer Menge von etwa zehntausend Menschen geweiht. Hier standen Māori-Häuptlinge, zurückgekehrte Militärangehörige, Veteraninnen und Angehörige derjenigen, die nicht zurückgekehrt waren. Erst nach der Weihe wurde das Museum noch am selben Tag eröffnet.
Auf dem Pylon steht keine Namensliste – nur bronzene Kränze, ein symbolischer Sarkophag und eine Inschrift, die sich als „Den ruhmreichen Gefallenen“ übersetzen lässt. Der weite Platz ringsum heißt Court of Honour – Hof der Ehre. Am fünfundzwanzigsten April neunzehnhundertdreißig fand hier erstmals die Aucklander Zeremonie zum ANZAC Day statt.
Neun Jahre später veranstalteten in Auckland lebende australische Veteranen auf diesem Hof einen Morgengottesdienst nach dem Vorbild eines Militärbegräbnisses: das Signal „Last Post“, eine Schweigeminute und danach „Reveille“. Sie hielten ihn das folgende halbe Jahrhundert lang ab, danach übernahmen Vietnamkriegsveteranen die Organisation. Am fünfundzwanzigsten April füllt sich der Platz auch heute noch vor Tagesanbruch, und Kränze werden am Fuß des dauerhaften Cenotaph niedergelegt, für den Dawson einst die Verschiebung der Museumseröffnung verlangt hatte.
Praktisch vor Ort
Offener Gedenkplatz; Zeremonien sowie Museums- oder Parkveranstaltungen können den Zugang einschränken.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein aktiver Erinnerungsort: Versperren Sie nicht den Durchgang, sprechen Sie leise und berücksichtigen Sie mögliche Zeremonien.
