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Die Iglesia de San José und ihre Ruinen

Catedral de San José

Diese Station trennt das geläufige Wort „Kathedrale“ in eine aktive Pfarrei und die unvollendete Instandsetzung der alten Schiffe.

30 Min.
Ziegelbögen und Stützen der Kathedralruinen unter offenem blauem Himmel
Simon Burchell · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Kathedralfassade
  • Überdachter vorderer Teil
  • Offene Schiffe
  • Steinerne Säulen und Bögen

Die Geschichte des Ortes

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Im Februar achtzehnhundertsechs bat der kranke Priester Rafael José Luna darum, seiner Pfarrei einen Teil dieser Ruinen zu überlassen. Er schlug vor, mehrere erhaltene Gewölbe zu reparieren und darunter eine Kirche einzurichten. Die ehemalige Hauptkathedrale Guatemalas stand zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als dreißig Jahren leer.

Vor den Erdbeben von siebzehnhundertdreiundsiebzig befand sich hier die Catedral de Santiago – des Apostels Jakobus, dessen Namen die Stadt trug. Zur Kathedrale wird eine Kirche durch den Bischofssitz: Von hier aus leitete der Erzbischof eine riesige Diözese, hier versah das Domkapitel seinen Dienst, und hier wurden die kirchlichen Archive und das Eigentum aufbewahrt. Nach der Verlegung der Hauptstadt zogen der Erzbischof, die Kanoniker und der Bischofssitz selbst nach Guatemala-Stadt. Die Kathedrale verlor ihre frühere Funktion, doch aus Antigua Guatemala zogen bei weitem nicht alle Gemeindemitglieder fort.

Einunddreißig Jahre nach dem Erdbeben fand Erzbischof Luis Peñalver y Cárdenas hier drei provisorische Pfarreien in beschädigten Gebäuden vor. Er vereinigte sie zu einer einzigen – der Pfarrei des Herrn San José – und wählte Luna zu ihrem Pfarrer. Die Pfarrei umfasste Antigua Guatemala selbst und zahlreiche umliegende Siedlungen, lebte hauptsächlich von den Einnahmen von dort und musste drei Priestergehilfen unterhalten. Luna hatte bereits geklagt, dass er krank sei und die Ausgaben nicht bewältigen könne.

Der Name San José, also des heiligen Josef, stammte von einer anderen Kirche. Sie wurde im Jahr siebzehnhundertvierundfünfzig eröffnet. Mit der Kirche war die Zunft der Zimmerleute verbunden: Josef, der Ehemann Marias und der irdische Vater Jesu, war nach christlicher Überlieferung selbst Zimmermann. Nach dem Erdbeben erhielten der Kirchendiener und die Handwerker ein Grundstück in der neuen Hauptstadt und nahmen die wichtigsten Heiligtümer dorthin mit. Die in Antigua Guatemala verbliebenen Gegenstände bewahrte man zunächst in der Iglesia de San Pedro auf; anschließend brachte man die Iglesia de San José in drei geliehenen Hörsälen der ehemaligen Universität unter.

Dieser Pfarrei versuchte Luna im alten Dom ein dauerhaftes Zuhause zu geben. Für ihn selbst endete die Angelegenheit früher: Noch im selben Jahr achtzehnhundertsechs zwangen ihn Krankheit und ein Streit mit der Bruderschaft von San Sebastián, sein Amt aufzugeben. In der wiederhergestellten Kirche hielt er nie einen Gottesdienst.

Sieben Jahre später wiederholte der Franziskaner Francisco Velasco die Bitte. Der Stadtrat erklärte sich bereit, der Pfarrei den ehemaligen Dom zu überlassen, und das Domkapitel bestätigte die Entscheidung. Die Übergabe des Gebäudes bedeutete jedoch noch nicht, dass man es beziehen konnte: Für die Reparatur gab es kein Geld, und die Gottesdienste wurden weiterhin in den Hörsälen der Universität abgehalten.

Bis zum Jahr achtzehnhundertneunzehn hatte man zweitausendvierhundert Pesos für die Arbeiten gesammelt. Der Stadtrat ordnete an, zunächst die gefährlichen Teile abzutragen. Dann kam der Bau zum Stillstand. Erst im Jahr achtzehnhundertzweiunddreißig begann man mit einer teilweisen Wiederherstellung, nach der die Pfarrei San José schließlich hierher umzog.

Die heutige Anlage bewahrt die Grenze ihres Vorhabens. Hinter der Fassade befindet sich die aktive Pfarrkirche Iglesia de San José; einen Bischofssitz gibt es hier seit Langem nicht mehr. Dahinter beginnen die zum Himmel offenen Schiffe der Ruinen der Catedral de Santiago. Auf dem Platz sind die beiden Bezeichnungen in dem geläufigen Wort „Kathedrale“ verbunden, doch im Gebäude selbst ist die Grenze im Mauerwerk sichtbar: Vorn stehen Altar und Dach, dahinter Säulen und Bögen, für deren Wiederherstellung den Gemeindemitgliedern das Geld nicht mehr reichte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktPalacio de los Capitanes Generales
EintrittRuinen mit Eintrittskarte; Fassade frei zugänglich

Die veröffentlichte Öffnungszeit der Ruinen ist 09:00–17:00; die Pfarrei 07:00–18:00. Die Zugänge sind getrennt, Änderungen sind möglich.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Eingang zu den Ruinen kann von dem zur aktiven Kirche getrennt sein; falls er nicht zugänglich ist, vergleichen Sie die Fassade mit dem äußeren Umfang des Komplexes.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Südseite des Parks hinunter und treten Sie an die Reihe steinerner Säulen heran.

Stopp 4 von 8Weiter: Palacio de los Capitanes Generales

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Antigua nach den Erdbeben: Kirchen, Paläste und Ruinen“ — 8 Stopps, etwa 3 km, 3 Std. 30 Min..

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